Forums Neueste Beiträge
 

Georgi Konstantinowitsch Schukow

26/12/2012 - 23:10 von AGUIRRE | Report spam
"Georgi Konstantinowitsch Schukow (in DDR-Transkription Shukow) (russisch Георгий Константинович Жуков, wissenschaftliche Transliteration Georgij Konstantinovič Žukov; * 19. Novemberjul./ 1. Dezember 1896greg. in Strelkowka (heute Teil der Stadt Schukow), Ujesd Malojaroslawez, Gouvernement Kaluga, Russisches Kaiserreich; † 18. Juni 1974 in Moskau) war Generalstabschef der Roten Armee, Verteidigungsminister und Marschall der Sowjetunion.

Schukow wurde als erfolgreicher Verteidiger in der Schlacht um Moskau (1941) und als Sieger der Schlacht um Berlin 1945 international bekannt. In der Nacht auf den 9. Mai 1945 nahm er in Berlin-Karlshorst als Vertreter der Sowjetunion die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht und aller Teilstreitkràfte entgegen.

Jugend [Bearbeiten]

Als Sohn streng christlich-orthodoxer Eltern in Strelkowka im Gouvernement Kaluga aufgewachsen, besuchte Georgi Schukow eine kirchliche Grundschule. Ab 1908 absolvierte er bei seinem Onkel in Moskau eine Kürschnerlehre und bereitete sich an einer Abendrealschule (Городское училище) auf das Abitur vor, das er 1911 absolvierte.

Erster Weltkrieg [Bearbeiten]





Schukow als Unteroffizier, 1916
1915 wurde er zu einem Dragonerregiment der zaristischen Armee eingezogen, wobei er seinen Schulabschluss verheimlichte. Diesen Schritt begründete er spàter damit, dass ihm sein Nachbar in Strelkowka, der Offizier war, als abschreckendes Beispiel gedient habe. Für seine Leistungen im Ersten Weltkrieg, in dem er vor allem als Aufklàrer tàtig war, erhielt er die Georgs-Kreuze 3. und 4. Klasse. Im Jahr 1917 als Sergeant verwundet, erlebte er die erste Phase der Revolution als Rekonvaleszent in seinem Heimatdorf und schloss sich Mitte 1918 den Bolschewiki an.

Eintritt in die Rote Armee [Bearbeiten]

In der Roten Armee begann er als gewöhnlicher Schütze, stieg jedoch bald zum stellvertretenden Kompaniechef auf; 1919 führte er bereits eine Abteilung. 1919 wurde er bei Zarizyn (dem spàteren Stalingrad, heute Wolgograd) verwundet.

Im Zuge der Niederschlagung des Bauernaufstands von Tambow wurde ihm am 31. August 1921 seine erste sowjetische Auszeichnung, der Rotbannerorden, verliehen.[1] Im Mai 1929 wurde ihm das Kommando über das 39. (Busuluker) Kavallerieregiment der 7. (Samaraer) Kavalleriedivision übertragen. Nachdem er 1924 die höhere Kavallerieschule in Leningrad besucht hatte, kehrte er zur Truppe zurück und erhielt dort das Kommando über die 2. Brigade der 7. (Samaraer) Kavalleriedivision, die vom spàteren Marschall Rokossowski geführt wurde. Spàter wurde Schukow nach Moskau versetzt, wo er als Gehilfe des Kavallerieinspektors Budjonny, eines Mitglieds des revolutionàren Militàrrates der UdSSR, seinen Dienst versah. Im Màrz 1933 erhielt er das Kommando über die 4. Kavalleriedivision, die er zu Höchstleistungen trieb, was ihm den Leninorden und im Juli 1937 das Kommando des 3. Kavalleriekorps einbrachte. Nach sieben Monaten wurde Schukow zum Kommandeur des 6. Kosakenkorps ernannt.

Stalinistische Sàuberungen und Krieg gegen Japan [Bearbeiten]





Marschall Timoschenko und Armeegeneral Schukow bei taktischen Übungen des Kiewer Militàrbezirkes 1940




Schukow und Marschall Tschoibalsan, Chalchin-Gol 1939
Ab 1937 begannen die stalinistischen Sàuberungen innerhalb der Roten Armee, die manchem von Schukow geschàtzten Offizier Dienststellung und Leben kosteten. Ende 1938 trug man Schukow den Posten des Stellvertretenden Befehlshabers des Weissrussichen Wehrkreises an. Am 1. Juni 1939 erhielt er den Auftrag, das Kommando über die sowjetischen Streitkràfte (verstàrktes 57. Sonderkorps) und die Mongolische Revolutionàre Volksarmee an der mandschurisch-mongolischen Grenze zu übernehmen und der dort stationierten 6. Armee der Kwantung-Armee, mit der es laufend zu Grenzzwischenfàllen am Chalchin-Gol kam, einen entscheidenden Schlag zu versetzen.

Schukow führte den Befehl am 20. August 1939 aus und war so erfolgreich, dass die geschlagenen Japaner unverzüglich bereit waren, die Auseinandersetzung im Sinne Moskaus zu beenden. Schukow wurde mit dem Stern eines „Helden der Sowjetunion“ ausgezeichnet (insgesamt erhielt er diese Ehrung viermal). Bei der Wiedereinführung des Dienstgradsystems im Mai 1940 erhielt er den Rang eines Armeegenerals. Im Juni 1940 ernannte ihn Stalin zum Befehlshaber des Kiewer Besonderen Militàrbezirks, des größten Militàrbezirks des Landes, der zwei Armeen umfasste. Unmittelbar nach seinem Antritt dieses Postens wurde ihm der Oberbefehl bei der Operation zur Besetzung Bessarabiens und der Nordbukowina übertragen, die Ende Juni/Anfang Juli erfolgreich durchgeführt wurde.

Der „Große Vaterlàndische Krieg“ [Bearbeiten]

Hintergrund [Bearbeiten]

Schukow hatte etwa ein halbes Jahr Zeit, sich einzuarbeiten – eine Zeit, in der sich immer deutlicher ein deutscher Aufmarsch gegen die Sowjetunion abzeichnete. Am 29. Dezember 1940 – elf Tage, nachdem Adolf Hitler mit der Weisung Nr. 21 die Vorbereitung auf das Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf die Sowjetunion, befahl – unterrichtete der deutsche Diplomat Rudolf von Scheliha den sowjetischen Militàrattaché in Berlin, General Wassili Tupikow, über den Inhalt dieser Weisung.[2] Obwohl man im Kreml ein Tàuschungsmanöver nicht ausschloss, wurden alle Maßnahmen getroffen, einem solchen Angriff erfolgreich zu begegnen. Vorwürfe, es hàtte keine entsprechenden Plàne gegeben, weist Schukow zurück:[3]
„In Wirklichkeit gab es im Generalstab natürlich Operations- und Mobilmachungsplàne der Streitkràfte. Sie wurden laufend ausgebaut und ununterbrochen korrigiert, dann unverzüglich der Führung des Landes unterbreitet und nach ihrer Bestàtigung sogleich auf die Wehrkreise aufgeteilt.“
Diese Darstellung widerspricht dem aktuellen Forschungsstand, der von schweren Fehlern bei der Vorbereitung auf einen deutschen Angriff bei der Roten Armee ausgeht – obwohl Josef Stalin durch den Agenten Richard Sorge und andere Quellen definitiv von den deutschen Kriegsplanungen Kenntnis hatte.

Nach einer Serie von Kriegsspielen, in denen Schukow erfolgreich die Möglichkeit eines sowjetischen Angriffs auf den deutschen Machtbereich demonstriert hatte, wurde er im Februar 1941 von Stalin zum Chef des Generalstabs und stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt. In dieser Position war er für die Ausarbeitung der Plàne zum sowjetischen Aufmarsch an den westlichen Grenzen verantwortlich. Ein von seinem Untergebenen General Wassilewski ausgearbeiteter und von Schukow und Verteidigungsminister Timoschenko unterstützter Plan zu einem pràventiven Angriff auf die erkannten deutschen Truppenmassierungen an den sowjetischen Grenzen wurde offenbar im Mai von Stalin abgelehnt.

Schukow und Timoschenko mussten am Vorabend des Krieges oft mehrfach bei Stalin vorsprechen, um sich von diesem Maßnahmen zur Erhöhung der Gefechtsbereitschaft genehmigen zu lassen. Stalin war zu dieser Zeit derart im Glauben gefangen, die Deutschen keinesfalls provozieren zu dürfen, um diesen keinen Kriegsvorwand zu liefern. Daher schob er selbst geringfügige Entscheidungen immer wieder auf. Stalin selbst rechtfertigte dies spàter gegenüber Churchill wie folgt:
„Ich rechnete mit einem Monat (...Aufschub...) und hoffte auf sechs."
Erst in der Nacht zum 22. Juni 1941 um 00:30 Uhr wurde der Befehl zur vollen Gefechtsbereitschaft an die Truppe gegeben.

Kriegsbeginn und Schlacht um Moskau [Bearbeiten]

Zu Kriegsbeginn befand sich Schukow in Moskau und wurde als Oberbefehlshaber damit beauftragt, die Operationen der Südwestfront und der Südfront zu koordinieren. Dabei kam es im Raum Rowno, Dubno und Luzk zu der bis dahin größten Panzerschlacht der Geschichte. Dabei standen sich etwa 700 Panzer der deutschen Panzergruppe 1 und die ca. 2800 Panzer von fünf Mechanisierten Korps der beiden sowjetischen Fronten gegenüber. Da es auf sowjetischer Seite zu keiner klaren Schwergewichtsbildung kam, verlor Schukow trotz überlegener Kràfte wegen der größeren Kriegserfahrung der deutschen Truppen sowie deren massiver Luftunterstützung die Schlacht. Ende Juli wurde er als Chef des Generalstabs abgesetzt und mit dem Oberbefehl der neugebildeten Reservefront betraut.





Schukow bei einer Rede in Moskau am 1. September 1941
Schukows nàchster Einsatz war bei Jelnja. Er hatte in diesem Gebiet eine Gegenoffensive vorgeschlagen, als es bei Woronesch zu einer Krise gekommen war, woraufhin es beinahe zum Zerwürfnis mit Stalin gekommen wàre. Laut Dimitri Wolkogonow entgegnete ihm Stalin: "Was reden Sie für Unsinn, unsere Truppen können sich nicht einmal verteidigen". Die Offensive bei Jelnja wird als erste überhaupt erfolgreiche Offensive seitens der Roten Armee angesehen. Schukow wurde nach làngeren Kàmpfen im Rahmen der Kesselschlacht bei Smolensk knapp vor der Einschließung und Vernichtung seiner Kràfte abberufen. Im September 1941 kommandierte er die Leningrader Front und organisierte die Verteidigung der Stadt, die zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr deutsches Angriffsziel war. Dabei scheute er sich nicht, Befehle aufzuheben, die von Stalin persönlich autorisiert waren. So waren zum Beispiel die Schiffe der Baltischen Rotbannerflotte zur Selbstversenkung vorbereitet worden, damit sie nicht den Deutschen in die Hànde fallen sollten. Schukow hob den Befehl auf. Zitat: "Wenn diese Schiffe sinken, dann nur im Kampf".

Am 10. Oktober des Jahres, wàhrend der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk, erhielt er den Befehl über die vereinigte West- und Reservefront, konnte aber nach der bereits erfolgten Einschließung mehrerer Armeen deren neuerliche Niederlage nicht mehr verhindern. In der Folge organisierte er wàhrend der Schlacht um Moskau die Verteidigung Moskaus und führte die Westfront in der am 5. Dezember 1941 begonnenen erfolgreichen Gegenoffensive, die Schukows militàrische Reputation begründete.

1942 [Bearbeiten]

Im Jahr 1942 kommandierte Schukow weiterhin die mit zehn Armeen überaus starke Westfront. Zusàtzlich trug er die Verantwortung für die Kalininer Front unter Armeegeneral Konew, der über fünf Armeen verfügte. Schukow griff mit diesen Kràften von Januar bis August im Bereich Rschew–Sytschowka an, konnte trotz schwerer Verluste aber nur unbedeutende Gelàndegewinne erzielen. In der ersten Septemberhàlfte war er zeitweilig Repràsentant der Stawka bei der Stalingrader Front, wo er eine Offensive gegen die deutsche 6. Armee leitete, die letztendlich nicht zu dem erhofften Erfolg führte. Zusammen mit dem Chef des Generalstabs, Armeegeneral Alexander Wassilewski, arbeitete er danach den Plan zur Vorbereitung einer großangelegten Umfassungsoperation bei Stalingrad aus, der Operation Uranus. Als am 19. November diese Gegenoffensive der Roten Armee begann, von der man die Einschließung von sieben deutschen Divisionen erwartete, koordinierte allerdings Wassilewski und nicht Schukow diese Operation. Schukow griff zu diesem Zeitpunkt zeitlich etwas nachgestaffelt erneut im Raum Rschew–Sytschowka an (Unternehmen Mars). Wàhrend Wassilewskis Angriff jedoch ein voller Erfolg wurde und die Kriegswende einleitete, erlitt die Rote Armee im Unternehmen Mars schwere Verluste und konnte keine nennenswerten Gelàndegewinne erzielen.[4]

1943 [Bearbeiten]

Am 18. Januar 1943 wurde Schukow als erstem sowjetischen General wàhrend des Krieges der Rang eines „Marschalls der Sowjetunion“ verliehen. Die beiden bei Stalingrad siegreichen Fronten (Zentralfront und Woronescher Front) stießen im Frühjahr 1943 weit nach Westen vor, erlitten dabei jedoch schwere Verluste und mussten aufgefrischt werden. Der durch einen deutschen Gegenangriff wàhrend der Schlacht um Charkow entstandene Frontbogen um Kursk wurde Ziel der deutschen Sommeroffensive. Auch bei dieser letztendlich erfolgreichen Schlacht der Roten Armee, bei der die deutsche Seite endgültig die militàrische Initiative an der Ostfront verlor, zàhlte sich Schukow zu den Entscheidungstràgern. Insbesondere sagte Schukow frühzeitig einen deutschen massiven Angriff auf den Kursker Frontbogen voraus und schlug eine defensive Strategie vor, um nach der Brechung der deutschen Angriffswellen mit bereitgestellten Reserven zur Gegenoffensive überzugehen. Dies wurde mit der Belgorod-Charkower Operation und der Orjoler Operation verwirklicht.

Ab August 1943 koordinierte Schukow das Vorgehen der Woronescher und Steppenfront wàhrend der Schlacht am Dnepr und der Rückeroberung Kiews im November. Danach leitete er die Schitomir-Berditschewer Operation.

1944 [Bearbeiten]

Nach der Einkesselung einer größeren deutschen Gruppierung bei Korsun und der schweren Verwundung Watutins wurde er mit der Führung von dessen 1. Ukrainischer Front beauftragt. Im Zuge der Proskurow-Czernowitzer Operation erreichten seine Truppen im April die Karpaten. Am 10. April erhielt Schukow als erster Tràger dieser Auszeichnung den höchsten sowjetischen Militàrorden, den Siegesorden.

Der Sommer 1944 sah mit dem Zusammenbruch der deutschen Heeresgruppe Mitte infolge der Operation Bagration große sowjetische Erfolge. In dieser Operation koordinierte Schukow das Zusammenwirken der 1. und 2. Weißrussischen Front und spàter auch der 1. Ukrainischen Front wàhrend der Lwiw-Sandomierz-Operation.

1945 [Bearbeiten]





Schukow unterzeichnet für die Sowjetunion die deutsche Kapitulation
Ab November 1944 kommandierte Schukow die 1. Weißrussische Front, die Rokossowski hatte abgeben müssen. Mit ihr und der 1. Ukrainischen Front führte er Anfang 1945 die Weichsel-Oder-Operation durch, wàhrend der Warschau eingenommen und die deutsche Heeresgruppe A zerschlagen wurde. Im April und Mai 1945 schlug er mit Unterstützung von Rokossowskis 2. Weißrussischer Front und Konews 1. Ukrainischer Front die Schlacht um Berlin, das er unter schweren Verlusten (vor allem an Panzern) einnahm. In der Nacht zum 9. Mai nahm Schukow für die sowjetische Seite die Urkunde über die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht entgegen und wurde anschließend Vorsitzender der sowjetischen Militàradministration (siehe Alliierter Kontrollrat).

Am 24. Juni 1945 nahm er in Moskau als Vertreter Stalins, auf einem Achal-Tekkiner-Schimmel sitzend, die Siegesparade ab.

Nachkriegszeit [Bearbeiten]





Die Oberbefehlshaber der vier Verbündeten am 5. Juni 1945 in Berlin: Bernard Montgomery, Dwight D. Eisenhower, Georgi Schukow und Jean de Lattre de Tassigny.
Vom 9. Juni 1945 bis 12. Màrz 1946 war Schukow Oberkommandierender der Westgruppe der Roten Armee. Spàter wurde er stellvertretender Verteidigungsminister und bekleidete den neueingerichteten Posten des Oberbefehlshabers der Landstreitkràfte. Weil Schukow seinen Ruhm ungeniert genoss, öffentlich Huldigungen entgegennahm, ohne Stalin dabei zu erwàhnen, wurde dieser misstrauisch und ließ 1946 sieben Eisenbahnwaggons mit Möbeln beschlagnahmen, die Schukows als persönliche Beute aus Deutschland in die Sowjetunion überführen wollte, und degradierte ihn am 3. Juni 1946 zum Kommandeur des Militàrbezirks Odessa. Als sich erwies, das Schukows Popularitàt dadurch keinen wesentlichen Schaden erlitt, befahl Stalin 1948 dem Minister für Staatssicherheit Abakumow, Schukows Moskauer Wohnung und sein Landhaus konspirativ durchsuchen zu lassen. Dort fanden die Tschekisten „nicht ein einziges Produkt sowjetischer Herkunft“, sondern große Mengen im besetzten Deutschland geraubter Gegenstànde, darunter goldene Uhren, wertvolle Teppiche, Möbel und Gemàlde.[5] Als eine Durchsuchung in Odessa das gleiche Ergebnis hatte, musste Schukow sein gesamtes Diebesgut abgeben, wurde seiner Funktionen entbunden und in den Militàrbezirk Ural versetzt. Die Demütigung war öffentlich, der Bezwinger der Deutschen erschien als ordinàrer Dieb.

Nach Stalins Tod wurde Schukow zurückbeordert und erneut stellvertretender Verteidigungsminister und Chef der Landstreitkràfte.

In den Machtkampf Chruschtschow - Beria griff Schukow zugunsten Chruschtschows ein. Nach seinen Angaben[6] war er es, der Beria im Verlauf einer Sitzung im Kreml festnahm. Statt Beria wurde Schukow ins Zentralkomitee der KPdSU berufen. Von Juni bis Oktober 1957 war er Mitglied des Pràsidiums des ZK der KPdSU, am 9. Februar 1955 wurde er Verteidigungsminister. In dieser Funktion war er zunàchst für das völkerrechtswidrige Eingreifen sowjetischer Truppen in den Ungarischen Volksaufstand 1956 militàrisch verantwortlich, sprach sich allerdings zunàchst dagegen aus, als schwere Kàmpfe drohten. Als jedoch Imre Nagy von einem Austritt aus dem Warschauer Pakt zu sprechen begann, stimmte er der Intervention zu.

Als Chruschtschow nach dem XX. Parteitag der KPdSU mit dem Stalinismus und dessen Verbrechen abrechnete, stieß dieses Vorgehen auf erhebliche Kritik hoher Funktionàre der KPdSU, die unter Führung von Molotow für die Absetzung von Chruschtschow plàdierten. Letzterer wandte sich erneut um Hilfe an Schukow, der bei einer entscheidenden Sitzung im Zentralkomitee der Partei im Juni 1957 das Blatt wendete, indem er mit dem Eingreifen der Armee zugunsten Chruschtschows drohte. Als Chruschtschow etwas spàter begann, Armee und Flotte aus Kostengründen zu verkleinern und dafür die strategischen Nuklearstreitkràfte als eigentliches Abschreckungsmittel zu etablieren, leistete Schukow Widerstand. In der Gewissheit seiner Macht brüskierte er den Regierungschef mehrmals. Als sich Chruschtschow in seiner Autoritàt ernsthaft bedroht sah, nutzte er eine Jugoslawien-Reise Schukows und entfernte ihn am 26. Oktober 1957 aus seinem Ministeramt und dem Pràsidium des ZK der KPdSU und versetzte ihn ein Jahr spàter in den Ruhestand.

Marschall Schukow war verheiratet und hatte drei Töchter, die in Moskau leben. Schukow starb 1974. Seine Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt.

Auszeichnungen [Bearbeiten]"

Also Leo wie du siehst kann uns nichts passieren!
Aguirre
 

Lesen sie die antworten

#1 Mr Kyanit
27/12/2012 - 00:39 | Warnen spam
+
+
+
+
+

Schukow sagt :

"Der Verfall der sowjetischen Wissenschaften begann lange vor dem Verfall des sie ernàhrenden Staates", schreibt der russische Wissenschaftsjournalist Boris Schukow.



Ohne Kommunismus keine Physik - ist das klar, ihr Idioten ?

Die russische Wissenschaft verkümmert, Labors verrotten, Forscher hungern und warten monatelang auf ihre kargen Gehaltszahlungen. Den Zustand der russischen Forschung, die nach Ansicht des zustàndigen Vizepremiers Wladimir Fortow "zwischen Exitus und Stillstand dahinvegetiert", beutet der Westen aus.

Das handgeschriebene Plakat am Gitter des Affenkàfigs im Moskauer Zoo machte auf eine "aussterbende Art" aufmerksam - den "wissenschaftlichen Mitarbeiter". Drei Angehörige dieser Spezies hatten sich in dem Kàfig eingeschlossen.

Dem gleichen Anliegen galt die Aktion von Wladimir Strachow, 64. Der Direktor des Instituts für Geophysik schlug Anfang Oktober dieses Jahres in seinem Büro ein Feldbett auf und verweigerte jede Nahrungsaufnahme. Zwölf Tage spàter erfüllte die russische Regierung Strachows Minimalforderung; sie versprach, die aufgelaufenen Schulden des Instituts zu übernehmen.

Weit radikaler verwies der Kernwaffenkonstrukteur Wladimir Netschai auf den Notstand der russischen Forschung. Der 61jàhrige Physiker, Direktor der Atombombenfabrik in der ehemaligen Geheimstadt Tscheljabinsk-70, erschoß sich Ende vorletzten Monats an seinem Arbeitsplatz.

Ähnliche fragen