Gewichtskraft der sich drehenden Scheibe

12/12/2007 - 09:38 von Benno Hartwig | Report spam
Ich denke mir mal, weit entfernt von allen Galaxien,
einen Planeten (naja), der da in der Leere schwebt, der sich
dabei nicht (oder nur seehhr langsam!) dreht.

Auf seiner Oberflàche hat ein Experimentator
eine kreisrunde Scheibe.
Er hat nachgemessen, sie übt auf die Unterlage
eine Kraft F aus, vielleicht schließt der Experimentator
damit auf eine Masse m

Nun versetzt er die Scheibe in sehr schnelle Drehung.
Gemàß der SRT würde ich mit einer Massenzunahme der
Scheibe im Inertialsystem des Experimentators und
damit des Planeten rechnen.

Welche Kraft wird nun auf die Unterlage ausgeübt?
Ist diese Kraft auch größer als F geworden?

Benno
 

Lesen sie die antworten

#1 Roland Franzius
12/12/2007 - 11:25 | Warnen spam
Benno Hartwig schrieb:
Ich denke mir mal, weit entfernt von allen Galaxien,
einen Planeten (naja), der da in der Leere schwebt, der sich
dabei nicht (oder nur seehhr langsam!) dreht.

Auf seiner Oberflàche hat ein Experimentator
eine kreisrunde Scheibe.
Er hat nachgemessen, sie übt auf die Unterlage
eine Kraft F aus, vielleicht schließt der Experimentator
damit auf eine Masse m

Nun versetzt er die Scheibe in sehr schnelle Drehung.
Gemàß der SRT würde ich mit einer Massenzunahme der
Scheibe im Inertialsystem des Experimentators und
damit des Planeten rechnen.

Welche Kraft wird nun auf die Unterlage ausgeübt?
Ist diese Kraft auch größer als F geworden?



Stell dich vor eine Waschmaschine.

Wie stellst du dir eine Kraft der rotierenden Scheibe auf ihre Unterlage
vor? Gewichtskraft kann ja immer nur ein Ersatzwort für eine
thermodynamisch definierte, elektrisch basierte, über das Pauliprinzip
auf die Elektronenhüllen wirkende Energie und deren Abstandsabhàngigkeit
sein.



Der Kàse, der Hebel und der prozentuale Betrug am Kunden

Vielleicht ist dir das Beispiel von dem griechischen Kàsehàndler in
Alexandria bekannt.

Nein?

Dieser hatte eine sehr schöne Balkenwaage aus polierter Bronze mit
Löwenköpfen, so eine, wie du sie bei mir in der Küche an der Decke
hàngen siehst.

Eines Tages kam ein àgyptisches Mitglied der Akademie dahinter, dass die
beiden Hebelarme der Waage nicht gleich lang waren und daher der Kàse
auf der linken Waagschale immer etwas weniger als die Mine auf der
rechten Waagschale wog. Die Ägypter hatten nàmlich einen uralten Trick,
sie vertauschten Ware und Gewicht im Gleichgewicht, um die Waage zu testen.

2000 Jahre unermüdlicher Forschung hatten leider weder durch Ausloben
hoher Belohnung noch durch Androhung von Folter für Physiker gereicht,
einen absoluten Massenstandard festzulegen. Aber immerhin hatte man
gelernt, den Betrug mit dem Hebelarm bei Benutzung amtlich geeichter
Gewichte entdecken.

Da der Unterschied nach amtlichem Auswàgen nur den geringen Fehler von
1/32 + 1/128 betrug und einer gute Waage recht teuer ist, einigte man
sich in Anwendung des Prinzips der ausgleichenden Gerechtigkeit darauf,
jeden Tag die Gewichts- und die Wàgeseite zu vertauschen.

Da das die Leute mit religiös motiviertem periodischem Einkaufsverhalten
modulo sieben gegenüber denen mit Modulus zehn bevorzugte, beschloss
man, dass jeder Kunde die Wahl der Seiten selbst treffen könne, wobei
natürlich niemand wusste, welcher Hebel der làngere ist.

Als trotzdem die Diskussionen in der Akademie nicht aufhören wollten,
des Inhalts, dass der Kàsehàndler seinen Reichtum einer ungerechten
Wàgetechnik verdanke, schickte man einen Boten mit dem nàchsten nach
Syrakus abgehenden Getreidesegler und ließ Archimedes , den man aus
seiner Zeit an der Akademie als physikalisch und technisch versierten
Geometer und Analytiker schàtzen gelernt hatte, um ein Gutachten bitten.

Archimedes versenkte sich daraufhin zwei Tage in seinem geliebten Pool
im Garten unter der Weinlaube und heuresierte dann das quantitative
Hebelgesetz, das bis dahin nur beim Wuchten von Pyramidenquadern
gefühlsmàßig bekannt und angewendet worden war.

Aufgrund des Archimedischen Gutachtens veruteilte der Gerichtshof des
Pharao Ptolemàus II Philadelphos zu Alexandria um das 3. Jahr der 131.
Olympiade herum den Kàsehàndler zu 30 Stockhieben, einer Spende von 100
Tagessàtzen an den Tempel des Hermes sowie zum Erwerb einer gerechten
Waage. Die Waage mit den Löwenköpfen wurde amtlicherseits eingezogen und
dem Physikpraktikum übereignet.

Zugleich erhielt Archimedes ein Patent auf die Erfindung der
ungleicharmigen Hebelwaage mit Laufgewicht, mit der dann noch bis zum
Beitritt der Hellenischen Demokratie zur Europàischen Union sowie,
soweit vorhanden, noch für eine angemessene Übergangsfrist, jeder
griechische Fisch- oder Melonenverkàufer seine Kunden betrog.

Merkwürdigerweise hat Archimedes nie eine Drachme Nutzen aus der
Verwertung seines Patents ziehen können und verlegte sich dann im
mittleren Alter zur Versorgung seiner Großfamilie auf die finanziell
eintràgliche und sozial anerkannte Tàtigkeit der Konstruktion und
Verbesserung von Rüstungsgütern sowie die lukrative Analyse von
Goldlegierungen in seiner Badewanne. Nebenbei machte er ein Vermögen als
Politikberater, Talkgast und Autor gemeinverstàndlicher Mathematikbücher.

©Roland Franzius 2007

Ähnliche fragen