Glühbirnen vor dem aus (Gran Reserva...)

01/06/2009 - 14:31 von C.P. Kurz | Report spam
Bin grade aus Südspanien zurückgekommen.

Extrem auffàllig: Ich habe nirgendwo mehr normale Glühbirnen gesehen. In
den unmöglichsten Lampen und Orten nur noch ESLs. Angeblich hat die
spanische Regierung ja letztes Jahr angekündigt, jeder Stromrechnung
einen Gutschein für ESLs beizulegen. Das allein kann aber kaum zu dieser
ESL-Schwemme geführt haben.

Auch wenn ich persönlich ein Befürworter von ESLs und dem
Glühlampenverbot bin: Natürlich gibts auch in Spanien die üblichen
unangenehmen Begleiterscheinungen: Im Unterschied zu Glühlampen, die im
großen und ganzen nur in einer Bauform und mit einer Lichtfarbe +/- ein
paar K erhàltlich waren, herrscht da unten jetzt lustiger Wildwuchs an
Formen und Farben. Auch in regelmàßigen Lampenanordnungen lustige
Wechsel von warmweiss bis kühl, ausserdem sind die wenigsten
Lampenkörper dort natürlich an die üblichen billigen ESLs in größeren
Formaten angepasst, sprich, die ESL-Röhren ragen überall lustig aus
Schirmen und Glaskelchen heraus. War aber wirklich auffàllig, dass
selbst in ausgesprochen traditionellen Umgebungen wie Kneipen und
Kirchen nur noch ESLs zu sehen waren. An einigen Stellen wirklich krank,
da hàngt in einer Kirche in Granada ein Christus am Kreuz und wird
flankiert von zwei kalt-weissen ESL-Phalli unterschiedlichen
Farbspektrums, die aus mundgeblasenen Glaskelchen beiderseits
herausragen. Christus am Kreuz ist so schon gruselig genug, aber bei der
Beleuchtung sieht das aus wie aus einem Splatterfilm. Ich würde mir bei
der Farbtempertur dieser Lampen etwas mehr Regulierung wünschen. Ich
hoffe der Markt regelt das irgendwann von alleine ein. Leider doof, dass
die zumeist gekauften Sonderangebote immer noch überwiegend diese miesen
Lichtfarben haben bzw. dass dieser Negativaspekt dem Kàufer scheinbar so
schwer verstàndlich zu machen ist.


Naja, die Spanier haben energiemàßig halt auch so ihre speziellen
Probleme, das merkt man überall, die Hotels hàngen voll mit gesetzlichen
Auflagen zur Ressourceneinsparung und so.

Unser kleines Familienhotel in Granada war übrigens ne Ausnahme, trotz
traditioneller Substanz und sicher ohne große Budgets hatten die sehr
sorgfàltig auf ESL und LED/ESL-Notlicht umgestellt und dabei auch
gestalterische und innenarchitektonische Gesichtspunkte berücksichtigt.


Ich habe da unten übrigens einen Bekannten besucht, der im Auftrag eines
großen deutschen Solarsystemanbieters Solarfelder installiert und wartet
(nachgeführte Anlagen), Anlagen im 1-2stelligen MW Bereich. Das boomte
da unten wegen einer Einspeisevergütung ganz ordentlich, jedenfalls bis
zum letzten Jahr, momentan stagniert es etwas, weil die Regierung sich
unlimitierte Subvention jetzt nicht mehr leisten will und die Gelder
wegen der Finanzkrise auch nicht mehr so locker sitzen.


Bei den Zuwachsraten im Split-Klimaanlagenbereich da unten werden die
Spanier uns allerdings vermutlich ohnehin kaum was von ihrem sauberen
Strom abgeben wollen.
Die Menge und Größe der Groß-Solar-Anlagen in Spanien ist aber schon
beeindruckend, die meisten liegen in den Hànden privater
Investorengruppen und sind kapitalmàßig und ertragsmàßig beliebig
splitbar. Da kann sich ein kleiner Anteilseigner übers Web auf seinen
persönlichen 7kWp Mover einloggen und seine persönliche Betriebsbilanz
einsehen.

Ein bißchen Windkraft gibts auch, aber eher selten.

Die Solaranlagen werden in Andalusien oft auf still gelegten
Olivenhainen angelegt, deren Erneuerung in speziellen Lagen zu
(zeit-)aufwendig ist. Ist nicht wirklich schade drum, denn dort gibt es
eine derartige Olivenbaummonokultur, man schaue sich die Gegend (z.B. um
Fuerte del Rey) mal bei GoogleMaps oder GoogleEarth an, es ist
unfassbar, in welcher Ausdehnung und Ausschließlichkeit dort Oliven
angebaut werden (jeder Punkt ein Olivenbaum - ich dachte zuerst, das
sind Moirées). Die Flàchen dort sind meistens vollstàndig offen und
erheblicher Bodenerrosion ausgesetzt, die Bàume àndern da nicht viel dran.
Die nachgeführten Solarmover sitzen auf relativ schlanken
Betonfundamenten in größerem Abstand und erlauben die Anlage von
bodenstabilisierender Vegetation, auf der trotz der Mover z.B. auch
Schafe weiden können. Diese Mover erzeugen langsam wandernde
großflàchige Beschattungen, was sowohl Vegetation als auch Tieren zugute
kommt.

In der Regel geht es den Böden trotz der erheblichen Bodenbewegungen
beim Aufbau der Anlage nach ein paar Jahren meistens besser als vorher.
Ist freilich angesichts des Verhàltnisses von Olivenanbau und
Solarfeldern auch nicht wirklich eine Verbesserung im Ganzen.




- Carsten
 

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#1 Helmut Wabnig
01/06/2009 - 16:38 | Warnen spam
On Mon, 01 Jun 2009 14:31:58 +0200, "C.P. Kurz"
wrote:

Bin grade aus Südspanien zurückgekommen.

Extrem auffàllig: Ich habe nirgendwo mehr normale Glühbirnen gesehen. In
den unmöglichsten Lampen und Orten nur noch ESLs. Angeblich hat die
spanische Regierung ja letztes Jahr angekündigt, jeder Stromrechnung
einen Gutschein für ESLs beizulegen. Das allein kann aber kaum zu dieser
ESL-Schwemme geführt haben.

Auch wenn ich persönlich ein Befürworter von ESLs und dem
Glühlampenverbot bin: Natürlich gibts auch in Spanien die üblichen
unangenehmen Begleiterscheinungen: Im Unterschied zu Glühlampen, die im
großen und ganzen nur in einer Bauform und mit einer Lichtfarbe +/- ein
paar K erhàltlich waren, herrscht da unten jetzt lustiger Wildwuchs an
Formen und Farben. Auch in regelmàßigen Lampenanordnungen lustige
Wechsel von warmweiss bis kühl, ausserdem sind die wenigsten
Lampenkörper dort natürlich an die üblichen billigen ESLs in größeren
Formaten angepasst, sprich, die ESL-Röhren ragen überall lustig aus
Schirmen und Glaskelchen heraus. War aber wirklich auffàllig, dass
selbst in ausgesprochen traditionellen Umgebungen wie Kneipen und
Kirchen nur noch ESLs zu sehen waren. An einigen Stellen wirklich krank,
da hàngt in einer Kirche in Granada ein Christus am Kreuz und wird
flankiert von zwei kalt-weissen ESL-Phalli unterschiedlichen
Farbspektrums, die aus mundgeblasenen Glaskelchen beiderseits
herausragen. Christus am Kreuz ist so schon gruselig genug, aber bei der
Beleuchtung sieht das aus wie aus einem Splatterfilm. Ich würde mir bei
der Farbtempertur dieser Lampen etwas mehr Regulierung wünschen. Ich
hoffe der Markt regelt das irgendwann von alleine ein. Leider doof, dass
die zumeist gekauften Sonderangebote immer noch überwiegend diese miesen
Lichtfarben haben bzw. dass dieser Negativaspekt dem Kàufer scheinbar so
schwer verstàndlich zu machen ist.


Naja, die Spanier haben energiemàßig halt auch so ihre speziellen
Probleme, das merkt man überall, die Hotels hàngen voll mit gesetzlichen
Auflagen zur Ressourceneinsparung und so.

Unser kleines Familienhotel in Granada war übrigens ne Ausnahme, trotz
traditioneller Substanz und sicher ohne große Budgets hatten die sehr
sorgfàltig auf ESL und LED/ESL-Notlicht umgestellt und dabei auch
gestalterische und innenarchitektonische Gesichtspunkte berücksichtigt.


Ich habe da unten übrigens einen Bekannten besucht, der im Auftrag eines
großen deutschen Solarsystemanbieters Solarfelder installiert und wartet
(nachgeführte Anlagen), Anlagen im 1-2stelligen MW Bereich. Das boomte
da unten wegen einer Einspeisevergütung ganz ordentlich, jedenfalls bis
zum letzten Jahr, momentan stagniert es etwas, weil die Regierung sich
unlimitierte Subvention jetzt nicht mehr leisten will und die Gelder
wegen der Finanzkrise auch nicht mehr so locker sitzen.


Bei den Zuwachsraten im Split-Klimaanlagenbereich da unten werden die
Spanier uns allerdings vermutlich ohnehin kaum was von ihrem sauberen
Strom abgeben wollen.
Die Menge und Größe der Groß-Solar-Anlagen in Spanien ist aber schon
beeindruckend, die meisten liegen in den Hànden privater
Investorengruppen und sind kapitalmàßig und ertragsmàßig beliebig
splitbar. Da kann sich ein kleiner Anteilseigner übers Web auf seinen
persönlichen 7kWp Mover einloggen und seine persönliche Betriebsbilanz
einsehen.

Ein bißchen Windkraft gibts auch, aber eher selten.

Die Solaranlagen werden in Andalusien oft auf still gelegten
Olivenhainen angelegt, deren Erneuerung in speziellen Lagen zu
(zeit-)aufwendig ist. Ist nicht wirklich schade drum, denn dort gibt es
eine derartige Olivenbaummonokultur, man schaue sich die Gegend (z.B. um
Fuerte del Rey) mal bei GoogleMaps oder GoogleEarth an, es ist
unfassbar, in welcher Ausdehnung und Ausschließlichkeit dort Oliven
angebaut werden (jeder Punkt ein Olivenbaum - ich dachte zuerst, das
sind Moirées). Die Flàchen dort sind meistens vollstàndig offen und
erheblicher Bodenerrosion ausgesetzt, die Bàume àndern da nicht viel dran.
Die nachgeführten Solarmover sitzen auf relativ schlanken
Betonfundamenten in größerem Abstand und erlauben die Anlage von
bodenstabilisierender Vegetation, auf der trotz der Mover z.B. auch
Schafe weiden können. Diese Mover erzeugen langsam wandernde
großflàchige Beschattungen, was sowohl Vegetation als auch Tieren zugute
kommt.

In der Regel geht es den Böden trotz der erheblichen Bodenbewegungen
beim Aufbau der Anlage nach ein paar Jahren meistens besser als vorher.
Ist freilich angesichts des Verhàltnisses von Olivenanbau und
Solarfeldern auch nicht wirklich eine Verbesserung im Ganzen.




- Carsten



Danke für den schönen Bericht.

w.

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