GPT und MD Raid

22/06/2012 - 11:56 von Christian Brandt | Report spam
Vermutlich wird das jetzt eher zu einem Monolog weils ein wenig speziell
ist aber dafür freut sich ein Sucher in drei Jahren wenn das Thema
schonmal vorgekaut wurde...

Situation: Rechner mit 5x3TB, also GPT-Partitionierung, UEFI-Partition
usw, die Platten sollen als RAID5 zusammengeschalten werden.

Logischerweise soll jede Platte automatisch vollumfànglich bootfàhig
sein sobald die Bootplatte ausfàllt. Es hilft mir also nichts nur
/data=/dev/sdX3 auf ein RAID5 zu legen, es muß auch /boot/efi=/dev/sdX1
und /boot=/dev/sdX2 auf ein RAID. Und weil wohl kaum ein Rechner von
einer EFI-Partition im Linux-RAID5 booten kann wird /boot und /boot/efi
wohl eher RAID1 werden (theoretisch kann damit zwar auch keiner was
anfangen aber das làßt sich aus der Sicht eines dummen Loaders auch
nicht von einer normalen Partition unterscheiden).

Bei UEFI gibts keine logischen Partitionen, da ist mit sdX4 Ende Platte.

Wie hat man das früher mit MBR gemacht?

Die ganzen sdX1-Partitionen als RAID1 mit 200MB für /boot. Alle
sdX1-Partitionen aktivieren.

Die ganzen sdX2-Partitionen als RAID5 für LVM oder /.

In alle Platten einen Grub+MBR installieren der anweist von /dev/sda1 zu
booten. Wirklich das Device und nicht irgendeine UUID oder so. Im
schlimmsten Fall ist sda zwar noch da aber funktioniert nicht, dann muß
sda entfernt werden.

Unter UEFI:

Der MBR ist da reines Blendwerk. Ignore.

/boot/efi ist vfat und da hat jede Partition logischerweise eine UUID.
Es wàre möglich daß sich eine UEFI-Implementierungen daran stören könnte
wenn man das mittels meines RAID1-Tricks einfach überall abgleicht. Der
Inhalt von /boot/efi ist dann am gleichen Rechner wiederum immer
identisch, da liegt halt irgendwo ein bootloader drin, immer der gleiche.

Man müßte wirklich mal zwischen ein paar verschiedenen Rechnern
ausprobieren ob man /boot/efi als RAID1 spiegeln darf.

Interessant ist ob man grub-install noch braucht weils etwas merkwürdig
unter UEFI reagiert (hier Test-System mit einer 250GB GPT-Platte an USB):

root@mel:/boot/efi/EFI/ubuntu# grub-install
BootCurrent: 0000
Timeout: 1 seconds
BootOrder: 0003,0002
Boot0002* UEFI: Built-in EFI Shell
Boot0003* USB
Alternate GPT is invalid, using primary GPT.
BootCurrent: 0000
Timeout: 1 seconds
BootOrder: 0000,0003,0002
Boot0002* UEFI: Built-in EFI Shell
Boot0003* USB
Boot0000* ubuntu
Installation finished. No error reported.

Was macht Grub denn da? Macht er überhaupt was oder ist das nur eine
Liste? Das sind jedenfalls Boot-Reihenfolgen aus dem UEFI. Stellt grub
jetzt auch UEFI-Bootfolgen um?

Kleines Gedankenspiel: /boot auf /boot/efi legen.
/boot besteht zu 90% aus einem Kernel (4-6MB) und einer RAM-Disk
(10-20MB) pro Kernelversion. 2MB /boot/grub fallen da kaum auf. Davon
passen ja immerhin acht Stück auf die 200MB grosse UEFI-Partition. Man
müßte dann aber einen UEFI-Kernel-Loader einsetzen der sowas
unterstützt. Gibts das?
Hintergedanke, wenn ich auf fünf Platten je 200MB /boot/efi und nochmal
200-300MB /boot einrichte dann sind das auch schon geschlagene 2-3GB nur
für den Bootloader. Eigentlich nichtmal "für den Bootloader" sondern
"wegen dem Bootloader". Zu 90% sind das leere Sektoren. Und ich verheize
von den maximal vier möglichen Partitionen pro Platte gleichmal die
Hàlfte "nur" für den Bootloader. Würde da jetzt noch ein Windows
draufkommen würde sich das ja auch nochmal eine 100MB-Partition für die
Windows-Boot-Partition schnappen. Das wird eng, Batman.

Der Rest vom Fest ist dann eher trivial. sdX2=/boot als RAID1 klar. Den
Rest sdX3 als RAID5.

Christian Brandt
 

Lesen sie die antworten

#1 Helmut
22/06/2012 - 12:11 | Warnen spam
Hallo, Christian,

Du meintest am 22.06.12:

[...]

Bei UEFI gibts keine logischen Partitionen, da ist mit sdX4 Ende
Platte.



[...]

Man müßte dann aber einen UEFI-Kernel-Loader einsetzen der sowas
unterstützt. Gibts das?
Hintergedanke, wenn ich auf fünf Platten je 200MB /boot/efi und
nochmal 200-300MB /boot einrichte dann sind das auch schon
geschlagene 2-3GB nur für den Bootloader. Eigentlich nichtmal "für
den Bootloader" sondern "wegen dem Bootloader". Zu 90% sind das leere
Sektoren. Und ich verheize von den maximal vier möglichen Partitionen
pro Platte gleichmal die Hàlfte "nur" für den Bootloader. Würde da
jetzt noch ein Windows draufkommen würde sich das ja auch nochmal
eine 100MB-Partition für die Windows-Boot-Partition schnappen. Das
wird eng, Batman.



Hmmm - vorwàrts in die Vergangenheit? Muss die Erweiterte Partition neu
erfunden werden?
Das wurde irgendwann vor 1988 ja schon mal gemacht.

Viele Gruesse
Helmut

"Ubuntu" - an African word, meaning "Slackware is too hard for me".

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