Gravitationslinsen und gerade Strahlen

06/08/2008 - 09:26 von Jon J Panury | Report spam
Wir wissen, dass EM Strahlung, also auch zB "sichtbares Licht",
geradlinig im Raum unterwegs ist - wenn nicht eine große Masse es
etwas umlenkt.

Ich denke nun, dass, je ferner eine Strahlungsquelle uns Beobachtern
liegt, die Chance desto geringer wird, das Objekt (also i.d.R. eine
Galaxis) unter seinem """wahren""" Ort zu erblicken, einfach weil die
Welle, welche wir schließlich im Rezeptor auffangen, auf dem Weg von
ihrem Ursprung bis hier nicht nur einmal, sondern je ferner desto
öfter gravitativ abgelenkt wurde.

Das könnte man jetzt fortspinnen und sagen, dass Licht von einem
Objekt auf verschiedenen, *und zwar verschieden langen* Wegen zu uns
gelangte.
Bei Gravitationslinsen sehen wir das Objekt mehrfach unter
verschiedenen Koordinaten, wobei die Lichtwege alle ziemlich gleich
lang sind; wie aber nun, wenn Licht eines Objekts erst durch zB
9-malige Umlenkung zu uns gelangte, auf einem langen, langen "Umweg",
und der (beobachtete) Ort des Objekts dann völlig verschieden ist von
dem Ort, den wir _ebenfalls_ beobachten, wo sein Licht auf kürzerem
Weg zu uns gelangt.
Wir beobachteten in diesem Fall zwei Objekte in verschiedenen Stadien
(heißt auch: in verschiedenen Entfernungen), ohne dass den beiden
Objekten anzusehen wàre, dass sie """ein und dasselbe""" Objekt sind.
Sind sie natürlich, streng genommen, nicht, denn jedes Objekt ist
schon nach einer "Planck-Zeit" nicht mehr das *selbe*, aber diese
Feinheit können wir hier mal vernachlàssigen.

Ist sowas wohl statistisch bzw. wahrscheinlichkeitsmathematisch
darstellbar? Ich meine: gegeben die und die Objektdichte im 3D-Raum,
Relativbewegung der Objekte, Gravitationskonstante... usw.

Oder ist beweisbar, dass dieser Effekt in allen Varianten
vernachlàssigbar, da universell ist? Denn die Zahl der "Scheinobjekte"
(also der absolut zeitversetzten der relativzeitlichen
Mehrfacherscheinung) wàre der (großen) Zahl der *realen*, also
massereichen, also ablenkenden Objekte direkt(?) proportional.
Ergàbe sich sozusagen eine "Standardmischung" (ein Standardverhàltnis)
von realen zu scheinbaren Objekten?

JJ
 

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#1 Roalto
06/08/2008 - 14:05 | Warnen spam
On Wed, 06 Aug 2008 09:26:13 +0200, Jon J Panury
wrote:

[Snip]
Oder ist beweisbar, dass dieser Effekt in allen Varianten
vernachlàssigbar, da universell ist? Denn die Zahl der "Scheinobjekte"
(also der absolut zeitversetzten der relativzeitlichen
Mehrfacherscheinung) wàre der (großen) Zahl der *realen*, also
massereichen, also ablenkenden Objekte direkt(?) proportional.
Ergàbe sich sozusagen eine "Standardmischung" (ein Standardverhàltnis)
von realen zu scheinbaren Objekten?



So gross sind die Objekte im All gegenüber den Entfernungen nicht,
dass Spiegelbilder an völlig anderen Stellen auftreten können, aber
gravitationslinsenbedingte Spiegelbilder gibt es schon.
Identifikation durch Spektralanalyse.

JJ



Viel Spass weiterhin
Rolf
Enthusiasmus ist das schönste Wort der Welt.

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