Green IT

30/10/2008 - 20:18 von Carsten Kreft | Report spam
Moin,
eine kleine Geschichte aus der schönen, grünen Welt.

Ein Bladecenter (BC) soll mit Strom versorgt werden.
Das BC besteht aus einem "Halter" für maximal 14 Server, wobei jeweils die
Hàlfte der Server von zwei redundanten Netzteilen versorgt werden.
Und da IBM ein sicheres System haben will, rechnen die einfach mal mit über
400W pro Server (der keine eigene Festplatte oder Lüfter hat).
Wir haben also dann vier Netzteile, die jeweils eine max. Leistung von 2900W
haben, von denenen aber zwei zur Versorgung des BC ausreichen würden.
Zusàtzlich arbeiten zwei Lüfter mit je (angeblich) 5,5A Stromaufnahme, um
gemeinsam die Entwàrmung zu besorgen. Auch hierbei würde einer der beiden
Lüfter ausreichen.
Wir versorgen nun jeweils einen Satz Netzteile (zwei) und Lüfter (einer)
über eine Stromversorgungsleiste. Eine Leiste bekommt Strom über die USV,
die andere von einer ganz anderen UV.
Diese Abgànge würden im Vollastbetrieb einen ABgang mit 5,5A benötigen, zwei
mit ca. 16A (2900W + Verluste sollten daran laufen). Da IBM aber sicher sein
will, sind die Abgànge der Steckerleiste mit 20A Sicherungsautomaten
unbekannter Auslösekennlinie abgesichert.
Ups, jetzt wird es haarig. Denn in der UV müssen ja auch noch
Leitungsschutzschalter rein, welche selektiv zu den einzelnen 20A Abgàngen
sind. Und die Stecker der Stromverteilungsleisten sind CEE 5*32A.
Eigenlich würde man nun 32A C Automaten setzen. Im "Netz"-Abgang habe ich
das auch gemacht.
Aber im USV Abgang habe ich ein Problem: Wenn ich da 32A C setzen will, dann
muss die USV diesen Automaten auch zum Abschalten bringen können
(Abschaltbedingung, Schutz vor elektrischem Schlag im Fehlerfall durch
Leitungsschutzeinrichtung). RCD kommt nicht in Frage (und das ist da In>20A
und da Steckdosenstromkreis nur ein definertes Geràt versorgt auch so
erlaubt). Zusàtzlich muss die USV auch im Kurzschlussfall soviel Strom
bringen können, weil sonst die anderen Abgànge (da hàngt noch ein ganzer
Netzwerkschrank dran) einknicken würden.
Damit liegt die benötigte USV im Bereich der 50kVA Klasse und damit jenseits
von Gut und Böse.
Rufen wir uns mal ins Gedàchtnis: Wir wollen eigentlich nur maximal 14
Server versorgen, welche im absoluten worst-case mit 5800W auskommen würden,
da sind aber nur 8 Server drin, also ein Leistungsbedarf von vielleicht
3000W. Und wir versorgen diesen Schrank mit zwei 32A Zuleitungen (also
insgesamt können da 44800VA reingehen).
Alleine die Verlustleistungen der überdimensionierten Netzteile und der
Wahnsinns USV wàren vermutlich höher als die benötigte Leistung.
Und alles, was an Leistung in den EDV-Raum reingeht, muss die Klimaanlage
auch wieder heraus pumpen.

Green IT???

(ich habe mich jetzt entschieden, auf eine Selektivitàt bei den Sicherungen
der USV-Unterverteilung zu verzichten. Soll doch der Automat in der UV
ausschlagen oder der in der Stromversorgungsleiste. Es wird eh nur genau ein
Netzteil über diesen Abgang versorgt, welche der beiden Sicherungen in
dessen Zuleitung auslöst ist egal. Die 20A C Automaten erlauben mir jetzt,
eine MGE 30kVA USV zu nehmen, die ist noch recht preiswert und stellt auch
die Gebàudestatik nicht auf die Probe)


Noch eine Frage am Rande:
Im Netzwerkschrank befinden sich vier Stromkreise, allesamt 16A "C"
abgesichert. Diese versorgen je eine 6fach Steckdosenleiste. Die sind
allesamt voll belegt und teilweise auch mit weiteren Leisten kaskadiert (das
habe ich nicht gemacht!). Insgesamt sind über 30 Geràte im Schrank, die 230V
verlangen (u.a. auch acht Server, die bald in Rente gehen werden). Diese 30
Geràte benötigen laut Anzeige der USV 3500W / 3600VA. Also für die vier
Stromkreise kein Problem. #
Aber beim Kurzschluss eines Geràtes wird immer ein Viertel des Schranks tot
sein.

Frage:
Ich suche nach Steckdosenleisten, bei denen jeder einzelne Steckplatz seine
eigene Sicherung hat. Z.B. über E-T-A Einbausicherungsautomaten oder
Feinsicherungen. Da könnte man den Wert so wàhlen, dass man eine
Selektivitàt zum vorgeschalteten 16A C Automat bekommt. Aber die Leisten,
die ich gefunden habe, wollen dann allesamt mit 32A eingespeist werden, was
ich nicht benötige, was ich nicht liefern kann und was das Teil unnötig
teuer macht. Kennt jemand eine Steckdosenleiste mit 10 Steckdosen, die
jeweils einen eigenen 4A oder 6A Sicherungsautomaten oder eine eigene
Feinsicherung haben? Ich bin kurz davor, mir mit E-T-A Automaten, einem
Aluprofil und einigen IEC Einbausteckdosen sowas selber zu bauen.
 

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#1 Peter Kern
30/10/2008 - 22:30 | Warnen spam
Carsten Kreft schrieb:

Frage:
Ich suche nach Steckdosenleisten, bei denen jeder einzelne Steckplatz seine
eigene Sicherung hat. Z.B. über E-T-A Einbausicherungsautomaten oder
Feinsicherungen. Da könnte man den Wert so wàhlen, dass man eine
Selektivitàt zum vorgeschalteten 16A C Automat bekommt. Aber die Leisten,
die ich gefunden habe, wollen dann allesamt mit 32A eingespeist werden, was
ich nicht benötige, was ich nicht liefern kann und was das Teil unnötig
teuer macht. Kennt jemand eine Steckdosenleiste mit 10 Steckdosen, die
jeweils einen eigenen 4A oder 6A Sicherungsautomaten oder eine eigene
Feinsicherung haben? Ich bin kurz davor, mir mit E-T-A Automaten, einem
Aluprofil und einigen IEC Einbausteckdosen sowas selber zu bauen.



Sie mal im Bereich Bühnentechnik.
Da gibt es IEC gespeist von 16 oder 32A CEE mit Einzelabsicherung.
Als Schuko in 19" z.B. Eurolite SB-1050


Peter

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