Gründe für Linux

24/04/2011 - 08:13 von Holger Marzen | Report spam
Ich schimpfe durchaus auf Linux und auf die Software drumrum: Der Kernel
weigert sich, Router Advertisements zu beachten, wenn das Routing
angeschaltet ist. Mein heißgeliebtes KDE3.5 wird auf dem aktuellen
Debian vom hàsslichen KDE4 abgelöst, und der KDE3-Ersatz XFCE ist nicht
in der brauchbaren Version 4.8 drin, deshalb muss ich dann doch wieder
basteln oder die Distribution wechseln, was ich eigentlich nicht mehr
will.

Darum habe ich mal wieder darüber nachgedacht, warum ich überhaupt Linux
verwende. Die Welt von Apple und Microsoft ist doch so schick, und da
geht alles - insbesondere wenn es um exotische Hardware in mobilen
Rechnern geht.

Ich habe mehrere Phasen durchgemacht:

- Anfangs wollte ich Linux, weil Windows zu oft abgestürzt ist.

- Dann wollte ich Linux, weil Windows zu schlecht war und zu wenig
konnte. OS2 war kein Thema, weil es Ressourcen fraß wie blöde und
trotzdem nicht mal multiuser- und seine Grafik/Oberflàche nicht
netzwerkfàhig war.

- Dann wollte ich Linux, weil Windows und MacOS vom Hersteller künstlich
verkrüppelt wurden, um noch mehr Reibach für die Vollversionen
zu machen. Das war der Anfang der Gründe, die nicht mehr rein
technisch motiviert waren.

- Dann wollte ich Linux, weil ich ein schlechtes Gefühl gegenüber
jedweder Closed Source Software hatte. Das Vorurteil, dass der
Hersteller nicht noch nie dagewesene, geniale Algorithmen sondern
Hintertüren, Schnüffelfunktionen und miese Implementationen vor den
Augen anderer schützt, nagte an mir.

- Nun ist aus dem Vorurteil ein Urteil geworden. Mit Closed Source
verdiene ich mein Geld und verarbeite anderer Leute Daten. Aber Closed
Source in meinem Haushalt mit Zugriff auf meine Privatsphàre, mein
Surfverhalten, meine Mails, meine IM-Kommunikation? Das würde mich
sehr beunruhigen.

Anstatt Linux hàtte ich auch ein BSD anführen können, nur bin ich eben
mit Linux „aufgewachsen“.

Die Folge meines großen Misstrauens ist übrigens, dass ich kein
Smartphone habe und auch keins haben werde, solange ich bezüglich des
Betriebssystems kein Vertrauen zum Hersteller habe. Oder gibt es
Alternativen zu den Schnüffelphones mit iOS und Android?
 

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#1 Stefan+Usenet
24/04/2011 - 08:43 | Warnen spam
On Sun, 24 Apr 2011 08:13:59 Holger Marzen wrote:
Ich schimpfe durchaus auf Linux und auf die Software drumrum [...]



Das ist normal und sinnvoll: bei den Dingen, die man taeglich verwendet,
merkt man die Unzulaenglichkeiten und Probleme auch am haeufigsten.

Darum habe ich mal wieder darüber nachgedacht, warum ich überhaupt Linux
verwende. [...]

Ich habe mehrere Phasen durchgemacht:



Das kommt mir zum groessten Teil sehr bekannt vor. Ergaenzen kann ich
noch:

- Stabilitaet: Inzwischen sind es ueber 15 Jahre, die ich ausschliesslich
mit Linux arbeite, und den groessten Teil meiner handwerklichen
Faehigkeiten habe ich damals gelernt und kann ihn immer noch nuetzen (mit,
leider, in den letzten Jahren ganz leicht, aber doch merkbar abnehmender
Tendenz: Dinge wie /dev, Sound, X und dergleichen mutieren im Lauf der
Jahre immer staerker).

Verglichen dazu haette ich von Windows3.11 schon reihenweise Upgrades mit
fundamentalen Aenderungen ueber mich ergehen lassen muessen. Vieles vom
damaligen Wissen ist heute nutzlos, und noch mehr ist neu dazugekommen.
Vor 15 Jahren war der Rechner noch mein geliebtes Spielzeug, inzwischen ist
er laengst mein Arbeitsgeraet, und ich bin froh, es weitgehend im Schlaf zu
beherrschen.

Servus,
Stefan

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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Das Lachen der Kinder, oder warum Stefan so defloriert achtet!
(Sloganizer)

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