GSMA gibt Umfrageergebnisse der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Handynutzung bekannt

02/03/2015 - 21:44 von Business Wire

GSMA gibt Umfrageergebnisse der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Handynutzung bekanntÜber 1,7 Milliarden Frauen in Ländern des unteren und mittleren Einkommenbereichs besitzen kein Handy - eine Geschlechterkluft von 200 Millionen Frauen.

Die GSMA veröffentlichte heute den Bericht ‘Bridging the Gender Gap: Mobile Access and Usage in Low- and Middle-income Countries’, in dem die Anzahl weiblicher Handybesitzer und die Hürden hinsichtlich der Akzeptanz und Nutzung sowie durchführbare Möglichkeiten von Interessenvertretern des mobile Ökosystems untersucht werden, um den Einbezug von Frauen bei der Mobiltechnologie zu beschleunigen. Die Grundlage der Ergebnisse bildet der Bericht ‘Women and Mobile: A Global Opportunity’ aus dem Jahr 2010, in dem erstmals das Ungleichgewicht beim Eigentum von Mobiltelefonen zwischen Männern und Frauen in Ländern des unteren und mittleren Einkommenbereichs hervorgehoben wurde.

„Durch die Erreichbarkeit und Erschwinglichkeit von Handys erhalten wir die einzigartige Chance, die soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern. Wie unsere Studie jedoch zeigt, liegen insbesondere Frauen als Handybesitzer tendenziell hinter ihren männlichen Pendants und somit als Verbraucher von Mobilfunkdiensten zurück“, erklärte Anne Bouverot, Director General, GSMA. „Durch die Konzentration auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Eigentum und Nutzung werden wir Frauen, der Mobilfunkindustrie und der breiteren Wirtschaft wesentliche Vorteile zur Verfügung stellen.”

Bei dieser groß angelegten Studie wird die Erhöhung des Zugangs zu Mobiltelefonen in den fünf Jahren seit dem Start der Benchmark-Studie und der Penetrationsraten in Entwicklungsländern untersucht. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch die noch immer bestehende Benachteiligung von Frauen trotz der erzielten Fortschritte sowie die Herausforderungen, um den Einbezug von Frauen in einer verstärkt vernetzten und internetfähigen Welt sicherzustellen.

Wesentliche Ergebnisse

Die Recherche ergab, dass über 1,7 Milliarden Frauen in Ländern des unteren und mittleren Einkommenbereichs kein Mobiltelfon besitzen und es bei ihnen um durchschnittlich 14 Prozent unwahrscheinlicher ist, als bei ihren männlichen Pendants, wodurch eine diesbezügliche geschlechtsspezifische Lücke von 200 Millionen Frauen entsteht. Insbesondere bei Frauen in Südasien ist es um 38 Prozent unwahrscheinlicher als bei Männern, dass sie Handybesitzer sind. Dadurch wird eine größere Geschlechterdifferenz in bestimmten Teilen der Welt verdeutlicht. Interessant ist, dass sogar im Fall weiblicher Besitzer von Mobiltelfonen ein erhebliches Ungleichheit bei der Nutzung besteht, da Frauen die Serviceleistungen weniger häufig in Anspruch nehmen als Männer, speziell in Bezug auf anspruchsvollere Dienste, wie mobiles Internet. In den meisten Ländern der Umfrage geben weniger Frauen als Männer an, Messaging- und Datendienste zu nutzen, die über Sprachdienste hinausgehen.

Die fünf größten Hürden für Frauen hinsichtlich Besitz und Nutzung von Mobiltelefonen aus Kundenperspektive sind die Kosten, Netzqualität und Deckung, Sicherheit und Belästigung, Vertrauen in Mobilfunkbetreiber oder Agent sowie technische Kompetenz und Verlässlichkeit. Soziale Normen und Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen bei Bildung und Einkommen beeinflussen Zugang und Nutzung der Mobiltechnologie seitens der Frauen und sind oftmals Faktoren beim Kauf eines Handys oder der intensiveren Nutzung im Vergleich zu Männern.

Vorteile von Mobiltelefonen für Frauen

Dem Bericht zufolge sind Mobiltelefone wichtige Instrumente, um das Leben von Frauen in Ländern des unteren und mittleren Einkommensbereichs zu verbessern. Tausende Frauen in 11 Ländern wurden befragt, darunter Eigentümer und Nicht-Eigentümer von Handys, was zu folgenden Ergebnissen führte:

  • Mindestens 89 Prozent gaben an, mit Mobiltelefonen könnten oder würden sie mit Freunden und Familie eher in Kontakt bleiben;
  • Rund 74 Prozent gaben an, Mobiltelefone sparen Zeit oder würden Zeit sparen;
  • Circa 68 Prozent erklärten, sie fühlen sich mit einem Handy sicherer oder würden sich sicherer fühlen;
  • Mindestens 58 Prozent sagten, sie fühlten sich autonomer und unabhängiger bzw. würden mit einem Handy entsprechend empfinden und
  • Mindestens 60 Prozent der Frauen in 10 der 11 Länder gaben an, sie sparen mit einem Mobiltelefon Geld oder würden Geld sparen, und mindestens 60 Prozent der Frauen in jedem Land vertraten die Ansicht, mit einem Handy können Dinge einfacher bzw. kostengünstiger erledigt werden.

Sozialer und wirtschaftlicher Nutzer

Laut den Ergebnissen des Berichts könnten durch ein Gleichgewicht bei Eigentum und Nutzung zwischen Männern und Frauen in Ländern des unteren und mittleren Einkommensbereichs für zusätzliche 200 Millionen Frauen sozioökonomische Vorteile entstehen, wie neue Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Ferner könnte für die Mobilfunkindustrie ein Marktpotenzial von geschätzten 170 Milliarden US-Dollar bis 20202 freigesetzt und für die Gesellschaft ein positiver wirtschaftlicher Beitrag geleistet werden.

Bouverot fügte hinzu: „Insgesamt deuten unsere Recherchen darauf hin, dass die Geschlechterdifferenz bei Eigentum und Nutzung von Mobiltelefonen auf verschiedenen komplexen sozioökonomischen und kulturellen Hürden begründet sind, die sich negativ auf Frauen auswirken. Ohne gezielte Intervention von der Mobilfunkindustrie, von politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessenvertretern wird sich die diesbezügliche Lücke zwischen den Geschlechtern vermutlich nicht von selbst schließen.”

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Hinweis an Redakteure

1 GSMA, Cherie Blair Foundation, and Vital Wave Consulting, 2010, ‘Women and Mobile: A Global Opportunity’, http://www.gsma.com/mobilefordevelopment/wp-content/uploads/2013/01/GSMA_Women_and_Mobile-A_Global_Opportunity.pdf

2 GSMA Intelligence ‘The Mobile Economy 2014http://www.gsmamobileeconomy.com/GSMA_ME_Report_2014_R2_WEB.pdf

Die Ergebnisse des Berichts basieren auf Primär- und Sekundärrecherchen, durchgeführt von Altai Consulting. Die primäre Feldstudie erfolgte in den 11 Ländern China, Kolumbien, Demokratische Republik Kongo (DRC), Ägypten, Indien, Indonesien, Jordanien, Kenia, Mexiko, Niger und Türkei mit Umfragen von 11.000 Frauen und Männern (sowohl Eigentümer als auch Nicht-Eigentümer von Mobiltelefonen), circa 80 Fokusgruppendiskussionen und Interviews mit über 120 Experten. Aufgrund der mit sekundären Quellen verknüpften Ergebnisse wurde die geschlechtsspezifische Differenz von Handybesitzern in Ländern des unteren bis mittleren Einkommenbereichs geschätzt und Trends und Empfehlungen ermittelt, die Interessenvertreter unterstützen, Frauen den Zugang zur Mobiltechnologie zu erleichtern und eine Wertschöpfung zu erzielen.

Der gesamte Bericht ist verfügbar unter: www.gsma.com/gender-gap-2015.

GSMA Connected Women Programme

Das GSMA-Programm ‘Connected Women’ basiert auf der Grundlage der Errungenschaften des im Oktober 2010 von Außenministerin Hillary Rodham Clinton eingeführten Programms mWomen zur Erhöhung des Zugang von Frauen zu und die Nutzung von Mobiltelefonen sowie von lebensverbessernden Diensten in Entwicklungsländern und auf dem 2012 in Brüssel eingeführten GSMA-Programm, um die Geschlechterkluft bei IKT-Kenntnissen zu schließen, weibliche Talente anzuwerben und zu halten und Führungspositionen für Frauen im Technologiebereich auf globaler Ebene zu fördern.

Connected Women baut auf der Dynamik dieser beiden Programme durch Recherchen, technische Hilfestellung, Versammlungen, unterstützende Fallstudien, beste Verfahrensweisen und Toolkits auf, um Geschlechterdifferenzen bei der digitalen Kompetenz und Konnektivität zu verringern und Frauen zu ermöglichen, ihr gesamtes Potenzial als Verbraucher und Mitarbeiter vollumfänglich auszuschöpfen. Weitere Informationen: www.gsma.com/connectedwomen.

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber weltweit sowie mehr als 250 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen sowie Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, Mobile World Congress Shanghai und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen sind verfügbar auf der Unternehmenswebsite der GSMA unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA.

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