GSMA ruft Regierungen zur Sicherung der Zukunft des mobilen Internets auf der WRC-15 auf

02/11/2015 - 21:58 von Business Wire

GSMA ruft Regierungen zur Sicherung der Zukunft des mobilen Internets auf der WRC-15 aufDringender Handlungsbedarf bei der Zuweisung des Frequenzspektrums für den Mobilfunk, da sonst die Gefahr von Kapazitätsengpässen besteht.

Die GSMA appellierte anlässlich des Beginns der Weltfunkkonferenz 2015 (World Radiocommunication Conference 2015, WRC-15) an Regierungen in der ganzen Welt, die erforderlichen Funkfrequenzen zuzuweisen, um das weltweite Wachstum des mobilen Breitbands kontinuierlich voranzubringen. Bei den von der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) geleiteten Vertragsverhandlungen hat jedes Land eine Rolle bei der Festlegung zusätzlicher weltweit harmonisierter Frequenzen zu spielen, um mobile Dienste der nächsten Generation zu unterstützen.

Die weltweite Nachfrage nach mobilen Daten wächst exponentiell. Laut Cisco wird der weltweite mobile Datenverkehr von 2014 bis 2019 um das Zehnfache zunehmen1. Im Zuge des Anstiegs des Datenverkehrs werden die Netze mit Kapazitätsengpässen konfrontiert sein und das Frequenzspektrum ist ein entscheidendes Element für die anhaltende kontinuierliche Sicherstellung einer Mobilfunkkommunikation auf hohem Niveau.

„Die WRC-15 ist ein Wendepunkt im Hinblick auf die Zukunft des Mobilfunks. Die Regierungen haben die einmalige Chance sicherzustellen, dass wir die erforderlichen Frequenzen haben, um im kommenden Jahrzehnt die digitale Integration zu fördern und eine solide Mobilfunkwirtschaft zu stärken“, so Alex Sinclair, Acting Director General und Chief Technology Officer, GSMA. „Wir müssen jetzt handeln. Da es bis zu zehn Jahre von einer internationalen Festlegung des Frequenzbereichs bis zum Netzausbau dauern kann, wird die Verfügbarkeit von erschwinglichen und allgegenwärtigen mobilen Hochgeschwindigkeits-Breitbanddiensten in den nächsten Jahre von den auf der WRC-15 getroffenen Entscheidungen abhängen.“

Die Mobilfunkbranche leistet bereits einen erheblichen Beitrag zu weltweitem Wirtschaftswachstum und globaler Beschäftigung. Allein im Jahr 2014 trug der Mobilfunkbereich 3 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft bei, was 3,8 Prozent des weltweiten BIP entspricht. In den nächsten fünf Jahren wird diese Summe voraussichtlich auf 3,9 Billionen bzw. 4,2 Prozent des prognostizierten BIP steigen, während 28,7 Millionen Arbeitsplätze von der Mobilfunkindustrie abhängen2. Voraussetzung für künftige Fortschritte ist, dass die Regierungen und die Mobilfunkindustrie zusammenarbeiten, um ein regulatives Umfeld zu schaffen, das Investitionen und Innovation anregt.

Auf Grundlage von Schätzungen der ITU stimmen die Betreiber-Mitglieder der GSMA überein, dass ein weiterer Frequenzbereich von 600 bis 800 MHz weltweit für mobiles Breitband reserviert werden muss, um die prognostizierte Verbrauchernachfrage bis 2020 zu decken. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die WRC-15 mehrere neue weltweit harmonisierte Bänder festlegt, um eine gute Mischung aus Abdeckungs- und Kapazitätseigenschaften zu gewährleisten und Preissenkungen durch Skaleneffekte zu erzielen. Die GSMA freut sich, dass die WRC-15 das 700-MHz-Band voraussichtlich von einem regionalen zu einem global harmonisierten Band machen wird, da die ITU Region 1 (Europa, Naher Osten und Afrika) sich neben Ländern im Raum Asien-Pazifik und Amerika anscheinend bereits auf die Festlegung dieses Bands geeinigt hat.

Es herrscht zudem nahezu Einvernehmen in Bezug auf weltweit harmonisierte Frequenzen für den Mobilfunk im L-Band (ab 1427 MHz) sowie wachsende Dynamik für die Zuweisung eines Teils des C-Bands (ab 3,4 GHz). Die GSMA fordert weiterhin verstärkte Unterstützung für die Reservierung des UHF-Bands (700-MHz-Teilband) für den Mobilfunk, was bereits von einer Reihe großer Märkte Nord- und Südamerikas und des Nahen Ostens stark unterstützt wird. Bislang dem terrestrischen Fernsehrundfunk gewidmet, könnte dieses Band für Mobilfunkdienste freigegeben werden. Es verfügt über ausgezeichnete Eigenschaften für die geografische Abdeckung, um die wachsende Nachfrage nach mobilen Daten, insbesondere in ländlichen Gemeinden, zu decken.

Die Regierungen werden auf der WRC-15 den Frequenzbedarf der Mobilfunk-, Rundfunk- und Satellitenindustrie der nächsten zehn Jahren und darüber hinaus aufeinander abstimmen. Durch die Unterstützung einer koprimären Zuweisung zentraler Frequenzbänder für Mobilfunkdienste wird jedes Land flexibel bestimmen können, wie der Frequenzbereich künftig zugeteilt wird, damit die Verbraucher auch weiterhin wählen können, wie sie auf die gewünschten Dienste zugreifen möchten.

Unterstützende Kommentare aus der Mobilfunkbranche:

Ralph de la Vega, President und Chief Executive Officer, AT&T Mobile and Business Solutions: „Die ITU befindet sich im Zentrum einer der spannendsten Technologieentwicklungen unserer Zeit. Mobiles Breitband hat sich als höchst effektive Plattform für die Verbesserung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Integration weltweit erwiesen. Da mehr Menschen, Branchen und Länder ihre Träume mit mobilen Diensten erfüllen, sind zusätzliche Frequenzen erforderlich, um diese umfassende mobile Plattform zu unterstützen. Um das volle Potenzial des mobilen Breitbands zu sichern, sollten die Delegierten der WRC-15 weitere Funkfrequenzen für die Mobilfunkbranche reservieren.“

Jamaludin Ibrahim, President und Group Chief Executive Officer, Axiata Group Berhad: „Wir unterstützen die Maßnahmen der Regierungen bei der Festlegung weiterer Frequenzen, die regional und global für mobiles Breitband harmonisiert werden. Als eins der größten Telekommunikationsunternehmen Asiens verfolgt Axiata ein Ziel: Advancing Asia, indem wir das Beste aus Konnektivität, Technologie und Talent verbinden. Wir hoffen, dass die Regierungen rasch weitere Frequenzen freigeben, damit die wirtschaftlichen Vorteile des mobilen Breitbands in den Ländern, in denen wir tätig sind, realisiert werden können.“

Ahmad Abdulkarim Julfar, Chief Executive Officer, Etisalat Group: „Wird auf der WRC kein ausreichendes Frequenzspektrum für die IMT festgelegt, so wird dies unweigerlich zu einer eingeschränkten Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von mobilen Breitbanddiensten von hoher Kapazität für die Verbraucher führen. Wenn jetzt nicht genügend Funkfrequenzen für IMT reserviert werden, so wird die Mobilfunkbranche die Infrastrukturziele der nationalen Breitbandpläne nicht erfüllen können; dies wird zu steigenden Investitionsaufwendungen führen – und zwar nicht nur hinsichtlich der Kosten für den Erwerb unnötig knapper Frequenzressourcen, sondern auch eines möglichen Mangels im unteren Frequenzbereich, dichterer Netze, und der Notwendigkeit, die Erwartungen der Endbenutzer nach erstklassiger Dienstqualität zu erfüllen.“

Jon Fredrik Baksaas, Chairman, GSMA: „Die WRC-15 ist zweifellos ein Wendepunkt für die Zukunft des Mobilfunks. Entweder reagieren wir auf die gestiegene Datennachfrage und schaffen die Infrastruktur für kontinuierliches Wachstum im Mobilfunkbereich, oder wir riskieren einen Frequenzengpass, der die Wahlmöglichkeiten für Verbraucher sowie die weltweite Wirtschaft gefährdet. Die GSMA und unsere Mitglieder appellieren an die Regierungen in der ganzen Welt, die einmalige Gelegenheit zu nutzen, welche die Vertragsverhandlungen dieses Monats bieten, indem sie die Frequenzen zuweisen, die erforderlich sind, um künftigen Wohlstand zu fördern und die digitale Integration weiter voranzutreiben.“

Dr. Nasser Marafih, Group Chief Executive Officer, Ooredoo: „Die sozialen Auswirkungen der mobilen Technologie sind beispiellos. Die Festlegung der weltweiten Ziele (‚Global Goals‘) der UN haben dies erst kürzlich erneut deutlich gemacht; mobile Technologien können einen direkten und praktischen Beitrag leisten – und sind von großer Bedeutung-, um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Der Zugang zu einem erweiterten Frequenzspektrum ist für unser tägliches Leben dringend erforderlich, um die bislang Unvernetzten zu vernetzen und auf die Bedürfnisse der Unversorgten zu reagieren und dabei das Potenzial des Mobilfunks vollständig auszuschöpfen. Es gilt zudem zu berücksichtigen, dass durch die Förderung der digitalen Integration die Nachfrage nach Funkfrequenzen, parallel zum Bedarf an Daten- und Online-Diensten, weiter steigen wird.“

Julio Linares López, Vice President, Telefónica: „Wir sind von der Rolle der Mobilfunkwirtschaft bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, Wohlstand und Chancen in der ganzen Welt überzeugt. Der künftige Erfolg der Mobilfunkwirtschaft hängt jedoch von der Bereitstellung des Frequenzspektrums ab. Da die Regierungen der ganzen Welt in diesem Monat auf der WRC-15 zusammenkommen, um Veränderungen der internationalen Frequenzzuweisungen zu vereinbaren, rufen wir sie dazu auf, einen wesentlich größeren Frequenzbereich für den Mobilfunk zu reservieren, um den künftigen Wohlstand ihrer Länder zu fördern und das Leben ihrer Bürger zu verbessern.“

Johan Dennelind, President und Chief Executive Officer, TeliaSonera: „Die Digitalisierung aller Winkel der Gesellschaft schreitet mit großen Schritten voran und die mobile Technologie ist der Motor dieser Revolution. Wir erleben bereits seit vielen Jahren, dass die Mobilfunktechnologie der Gesellschaft zahlreiche Vorteile verschafft. Dazu zählt ein besserer Zugang zu Gesundheit, Bildung, Geschäften und vieles mehr. Ich bin zuversichtlich, dass die Regierungen anerkennen, welch wichtige Rolle die Bereitstellung eines größeren Frequenzbereichs für das mobile Ökosystem dabei spielt, die künftigen Bedürfnisse der Gesellschaft zu decken sowie das Wachstum der Volkswirtschaften zu fördern. Wir möchten jedem Bürger weiterhin die Möglichkeit bieten, unabhängig von seinem Aufenthaltsort Teil einer digitalen Gesellschaft zu sein. Dazu ist ein vorausschauender Ansatz der Regierungen auf der WRC-15 erforderlich.“

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Hinweise für Redakteure

1 Quelle: Cisco Visual Networking Index Global Traffic Forecast Update, 2014-2019

2 Quelle: The Mobile Economy 2015

Über die GSMA

Die GSMA vertritt die Interessen der weltweiten Mobilfunkindustrie. Die Organisation vereint fast 800 Netzbetreiber sowie mehr als 250 Unternehmen aus dem Umfeld der mobilen Kommunikation, darunter Mobiltelefon- und Gerätehersteller, Software-Unternehmen, Ausrüstungsanbieter, Internetfirmen und Unternehmen aus angrenzenden Branchen. Die GSMA organisiert zudem branchenweit führende Veranstaltungen wie den Mobile World Congress, den Mobile World Congress Shanghai und die Konferenzen der Mobile 360 Series.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der GSMA unter www.gsma.com. Folgen Sie der GSMA auf Twitter: @GSMA

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Source(s) : GSMA

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