Hat jemand eine Idee?

06/01/2012 - 12:15 von Manfred Ullrich | Report spam
Ein guter Bekannter lebt weit weg in Frankreich auf einem einsamen Bauernhof.
Er hat keinen Stromanschluss, sondern erzeugt die 230V Wechselspannung selbst
mit Sonnenkollektoren, Batterien und Stromumwandler. Es sind 8 in Reihe
geschaltete Batterie-Blöcke mit je ca. 3V, macht also ca. 24V. Jeder Batterieblock
(Zelle) hat parallel eine Elektronik, welche die Einzelspannung überwacht und wenn
beim Laden die Zelle die Höchstspannung überschreitet, ein Teil des Stromes um diese
Zelle herumgeleitet wird. Somit ist also gewàhrleistet, dass die Zellen gleichmàßig
aufgeladen werden.
Aber er hat ein Problem: Immer wieder stellt er fest, dass die Zelle am Minuspol durch
Stromverbrauch die Ladung schneller verliert als die anderen. Ich schlug vor - da der
Verdacht nahe liegt, diese Zelle sei schlechter als die anderen -, dass er Zellen
tauscht. Kein Erfolg, es blieb dabei. Nun schlug ich vor, er solle jene Parallel-
Elektronik tauschen - kein Erfolg. Nun schlug ich vor, er soll, nachdem alle Zellen
gleichmàßig geladen worden sind, alle Parallel-Elektroniken entfernen - kein Erfolg.

Also nur die 8 Batterie-Zellen in Reihe und sonst nicht dran - außer eben am Plus-
und Minus-Pol der Verbraucher. Ich sagte ihm, das kann nicht sein, da muss irgendetwas
anders sein mit der Zelle am Minuspol. Er sagte - er ist kein Fachmann - das Einzige
anders ist eben, dass es die erste Zelle am Minuspol ist.

Ich bin ratlos. Hat jemand eine Idee?

Dank und Gruß
Manfred
 

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#1 Christian Treffler
06/01/2012 - 13:39 | Warnen spam
Manfred Ullrich schrieb:

Ein guter Bekannter lebt weit weg in Frankreich auf einem einsamen Bauernhof.
Er hat keinen Stromanschluss, sondern erzeugt die 230V Wechselspannung selbst
mit Sonnenkollektoren, Batterien und Stromumwandler.



Letztere sind wohl Wechselrichter (WR). Die WR, die ich habe, würden da
nicht mitmachen, da sie eine ENS haben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einric...altorganen

Einmal pro Sekunde schicken sie einen Strom-Puls ins Netz, um zu sehen,
ob es noch da ist.
Dein Bekannter hat sicherlich WR ohne ENS (Insellösung), aber man könnte
das zur Sicherheit mal nachprüfen.

Aber er hat ein Problem: Immer wieder stellt er fest, dass die Zelle am Minuspol durch
Stromverbrauch die Ladung schneller verliert als die anderen.



Wie lang ist der Leitungsweg zwischen Batterie-Minuspol und der
Parallel-Elektronik (PE). Ist der WR direkt am Minuspol angeschlossen,
oder an der PE?

Also so [1]:

Batterie-Minus
|

Oder so [2]:

Batterie-MinusPE
|

Der WR zieht eine Menge Strom. Das könnte im Fall [1] auf dem
Leitungsstück zwischen Batterie-Pol und PE zu einem kleinen
Spannungsabfall führen. Addiert zur Batterie-Spannung könnte das die
Schwellenspannung der PE überschreiten. Diese denkt dann "Die Batterie
ist voll" und versucht sie zu schützen, indem sie "Strom um die Zelle
herumleitet" was effektiv ein zusàtzlicher Stromverbrauch für diese
Zelle bedeutet.

Lösung:
Anschluss des PE nach Version [2].

Der WR muss aus Gleichspannung Wechselspannung machen, was auf
Gleichspannungsseite Schaltspitzen erzeugen könnte. Die könnten den
gleichen Effekt in der PE erzeugen.
Oder eine ENS bringt die PE durcheinander.

Lösung:
Anschluss des PE nach Version [2], mit dicker Leitung, so dass die
Batterie die Spannungsspitzen von der PE fernhalten kann. Oder einen
Filter in die PE, so dass diese nicht auf jede Spitze reagiert.

CU,
Christian

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