HD-Performance

02/12/2007 - 00:55 von Roland Damm | Report spam
Moin,

mir ist neulich folgendes aufgefallen:

Wenn ich eine große Datei (500MB und aufwàrts) vom meinem Laptop
zu einer externen USB-Festplatte kopiere, dann dauert das
Schreiben auf der externen Platte weit weniger Zeit als das
Lesen. Allerdings beurteile ich das anhand der Anzeige von
gkrellm, dort sehe ich das durchgehend gelesen wird, aber nur
rund die Hàlfte der Zeit auch geschrieben wird.

Kann das sein, dass so eine externe billige Platte an USB
schneller ist, als die eingebaute?

Zur Info:

Externe Platte:

# sdparm /dev/sdb -a
/dev/sdb: WD 4000AAK External 1.06
(und jede Menge kryptische Fehlermelungen)

# hdparm -I /dev/sdb

/dev/sdb:
HDIO_DRIVE_CMD(identify) failed: Invalid argument

Eingebaute Platte:

# sdparm /dev/sda -a
/dev/sda: ATA WDC WD1600BEVS-7 04.0
(und weiteres kryptisches Zeug)

# hdparm -I /dev/sda

/dev/sda:

ATA device, with non-removable media
Model Number: WDC WD1600BEVS-75RST0
Serial Number: WD-WXE307681264
Firmware Revision: 04.01G04
Standards:
Supported: 7 6 5 4
Likely used: 7
Configuration:
Logical max current
cylinders 16383 16383
heads 16 16
sectors/track 63 63
CHS current addressable sectors: 16514064
LBA user addressable sectors: 268435455
LBA48 user addressable sectors: 312581808
device size with M = 1024*1024: 152627 MBytes
device size with M = 1000*1000: 160041 MBytes (160
GB)
Capabilities:
LBA, IORDY(can be disabled)
Queue depth: 32
Standby timer values: spec'd by Standard, with device
specific minimum
R/W multiple sector transfer: Max = 16 Current = 8
Advanced power management level: unknown setting (0x0080)
Recommended acoustic management value: 128, current
value: 254
DMA: mdma0 mdma1 mdma2 udma0 udma1 udma2 udma3 udma4
udma5 *udma6
Cycle time: min0ns recommended0ns
PIO: pio0 pio1 pio2 pio3 pio4
Cycle time: no flow control0ns IORDY flow
control0ns

...

Sieht so aus, als wàre da nicht viel zu tunen. Ist die Platte
wirklich so langsam?

Andererseits:

# hdparm -tT /dev/sda
/dev/sda:
Timing cached reads: 1832 MB in 2.00 seconds = 916.20 MB/sec
Timing buffered disk reads: 112 MB in 3.04 seconds = 36.79
MB/sec

medusa ~ # hdparm -tT /dev/sdb
/dev/sdb:
Timing cached reads: 1876 MB in 2.00 seconds = 938.52 MB/sec
Timing buffered disk reads: 84 MB in 3.03 seconds = 27.71
MB/sec

Danach sollte also sda (die eingebaute Platte) die schnellere
sein, wenn auch der Unterschied gering ist. Wie passt das
zusammen? Wem muss man glauben?

CU Rollo
 

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#1 Heike C. Zimmerer
02/12/2007 - 02:11 | Warnen spam
Roland Damm writes:

Moin,

mir ist neulich folgendes aufgefallen:

Wenn ich eine große Datei (500MB und aufwàrts) vom meinem Laptop
zu einer externen USB-Festplatte kopiere, dann dauert das
Schreiben auf der externen Platte weit weniger Zeit als das
Lesen. Allerdings beurteile ich das anhand der Anzeige von
gkrellm, dort sehe ich das durchgehend gelesen wird, aber nur
rund die Hàlfte der Zeit auch geschrieben wird.



gkrellm schreibt (nach meiner Erinnerung) so alle Sekunde etwa neue
Daten. "fortlaufend gelesen" heißt also nur, dass eventuelle Pausen
kleiner sind als das Messintervall. Daraus, dass Du eine Pause hier
siehst und dort nicht, lassen sich keine Schlussfolgerungen ableiten.

Zudem sind verschiedene Buffermechanismen im Spiel. Wenn an der
Stelle, wo gkrellm seine Daten abgreift (unterhalb von /proc
vermutlich) gerade keine Verànderung sichtbar ist, heißt das nicht,
dass nicht anderswo Vollbeschàftigung herrschen kann.

Die Messmethode 'gkrellm' ist also nicht geeignet für die Aussagen,
die Du herausliest. Du müsstest sicherstellen, dass auf dem Rechner
sonst nichts liest/schreibt und z.B. mit dd von /dev/zero eine Datei
vorgegebener Lànge erstellen lassen und dabei die Zeit messen. Selbst
dann wirst Du ziemliche Variationen bekommen, abhàngig von Position
auf der Platte (die geht teilweise kràftig ins Ergebnis ein),
Filesystembelegung, usw. hdparm -tT liefert zwar nur eine grobe
Hausnummer, aber brauchst Du's wirklich genauer? Wozu?

Allgemein laufen die meisten Laptop-Platten mit 5400 U/min,
3.5"-Platten meist mit 7200. Bei gleicher magnetischer Schreibdichte
(sprich: etwa selbe Produktionszeit) liefert die Laptop-Platte also
ihre Daten langsamer ab, die Seek-Zeit ist größer, weil eine Umdrehung
(bis der passende Sektor vorbeikommt) lànger dauert und die
Kopfmechanik kleiner ausgelegt ist (wird zum Teil durch den kleineren
Durchmesser ausgeglichen). Sie ist auch nicht auf größte
Schnelligkeit gezüchtet. Die Bauform bringt ihre Kompomisse mit.

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