Heise heute: kurzer Bericht über die SUSE 11-Beta

20/04/2008 - 17:35 von Uwe Premer | Report spam
<http://www.heise.de/newsticker/Erst...106747>

Laut dem Bericht soll die Paketverwaltung schneller werden und die
Installation aus einer Live-Version heraus erfolgen.
-
Finde ich beides gut. Mein Ubuntu habe ich auch aus einer Live-Version
heraus installiert.
Man kann in der Live-Version bereits das Netzwerk konfigurieren sowie
einige Einstellungen machen und dies vor der Installation in Ruhe testen
und dann diese Einstellungen gleich bei der anschliessenden Installation
verwenden.

Uwe
 

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#1 Martin Schnitkemper
20/04/2008 - 18:48 | Warnen spam
· Uwe Premer schrieb:




<http://www.heise.de/newsticker/Erst...106747>

Laut dem Bericht soll die Paketverwaltung schneller werden und die
Installation aus einer Live-Version heraus erfolgen.



Heute Nachmittag mal ausprobiert.

Zunàchst mal làßt es sich nicht in einer VirtualBox ausführen, die
Einrichtung des X-Servers "failed", in der Folge ist kein Wechsel in den
Runlevel 5 möglich. Wahrscheinlich gibt es Probleme mit der Virtualbox-
Grafikkarte. Die GuestAdditions lassen sich nicht installieren, weil sie
kompiliert werden müssten und das auf einem Live-System nicht möglich ist,
schon alleine wegen der fehlenden Kernel-Quellen, des Compilers usw.

Damit ist OpenSUSE-11 die erste Distribution überhaupt die sich in einer
VirtualBox nicht ausführen làßt, so etwas ist mir bislang noch nicht
untergekommen. Weder frühere openSUSE-Versionen noch andere Distributionen
haben Probleme damit.

Also direkt von CD gebootet. Da fàllt einem schon mal als erstes dieser
komische KIWI-Starter ins Auge. Keinerlei Bootmenü, keine weiteren
Konfigurationsmöglichkeiten, keine Änderung der Bildschirmauflösung, der
Sprache oder des Tastaturlayouts möglich, gestartet wird im einfachen
Textmodus. Da fragt man sich gleich, warum der seit Jahren bewàhrte und in
praktisch allen Distributionen eingesetze ISOLINUX-Lader jetzt diesem KIWI
weichen mußte.

Immerhin startet jetzt der X-Server, der Monitor wird aber falsch erkannt
und mit flimmerigen 60 Hz angesteuert statt 85 Hz oder noch mehr, die
Auflösung war auch mit 1280x1034 für einen CRT-Monitor viel zu klein. Der
nàchste Schock kam dann gleich, als ich den KDE-4-Schrott sah. Und wie
erwartet traten damit auch gleich die ersten Probleme auf. Nachdem ich die
Auflösung in yast auf angenehmere 1024x768 geàndert hatte, war kein Menü
und keine Kontroll- und Systemleiste mehr sichtbar und ums Verrecken auch
nicht mehr zurückzuholen, weder durch einen X-Server-Neustart noch durch
Wechsel in den Runlevel 3 und zurück nach 5. Also komplett neu gebootet,
das ist der Vorteil eines Live-Systems daß man nicht wirklich nachhaltig
etwas zerstören kann, eine installierte Version wàre an dieser Stelle
wahrscheinlich schon hinüber gewesen.

Warum man überhaupt eine unfertige Entwicklerversion die noch nicht einmal
eine Alpha-Status hat überhaupt mit einer Distribution ausliefert und
diesen unfertigen Krempel auch noch als Standard-Windowmanager einrichtet,
bleibt mir schleierhaft. Ich habe auch im kdm keinerlei
Konfigurationsmöglichkeit gefunden, wie man wieder an kde-3.5.x kommt,
obwohl diese Version angeblich noch mit ausgeliefert wird.

Das man bis hierher auch immer noch systemweit das US-amerikanische
Tastaturlayout vorfindet und in der Konsole und an anderen Stellen so nicht
vernünftig arbeiten kann, ist ein weiteres Ärgernis. In kde gibt es zwar
eine Einstellmöglichkeit, die Änderungen wurden aber nicht wirksam.
Entweder eine weitere kde-4-Macke oder dem Live-System geschuldet.

Die Installation in eine Partition habe ich garnicht erst versucht, was ich
gesehen habe hat mir schon wieder gereicht. Daß man die Installation nur
aus dem Live-System heraus starten kann halte ich persönlich schon für
einen gewaltigen Nachteil, vor allem wenn es sich so bockig anstellt wie
ich es erlebt habe und sich nicht starten làsst. Eine Installation in einer
VirtualBox erscheint überhaupt nicht mehr möglich.

Nach dem ersten Eindruck habe ich das Gefühl, daß OpenSUSE-11 mal wieder
eins der schlechteren Releases sein wird, weil an zu vielen Stellen
unnötigerweise verschlimmbessert wurde. Diesen KIWI-Starter hàtten man sich
sparen können, ich kann auch keinerlei Vorteile dieser Änderung erkennen.
Und die ausschließliche Installation über ein Live-System ist auch ein
Rückschritt. Und zu kde-4 sag ich jetzt mal garnichts... Da wird uns wieder
jede Menge Ärger ins Haus stehen. Und in 11.1 wird dann alles wieder
rückgàngig gemacht, sowas hat ja bei SUSE schon Tradition.

Gut daß ich eine CD-RW genommen habe, die kann ich gleich wieder löschen ;)

Naja, zwei Monate haben sie ja noch, in denen sie ihre Strategie nochmal
überdenken können, ob sie es wirklich so unter die Leute bringen wollen.

Martin.
(sich langsam nach einer anderen Distribution umsehend)

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