Herdanschluss besteht aus 3x gleicher Phase - also kein echter Drehstromanschluß

16/12/2011 - 03:30 von Leo Großmann | Report spam
Hallo,

ich habe den Thread von Artur Kawa mit der Sicherung ohne Funktion
mitverfolgt.

Interessiert las ich darin, dass es wohl tatsàchlich so vorkommen
soll, dass dilettantische Elektriker einen Herdanschluß so gebaut haben,
dass eine gleiche Phase aufgeteilt wurde.

Ich meine damit diese Zeichnung von Heinz Saathoff:

+LSSHERD-L1
|
L -+LSSHERD-L2
|
+LSSHERD-L3

NHERD-N

Kommt das tatsàchlich so vor oder macht ihr da in dem
Thread Witze?

Bei welchen Baujahren wurde das so gemacht und ab
wann muss man damit nicht mehr rechnen? Ich halte das
für Lebensgefàhrlich, wenn auf dem Nulleiter dann der gleiche
Strom zurückfließen können muss, wie die Summe der Aussenleiter.

Wie kann man das im Haushalt überprüfen, ob man auch Opfer
solcher Installation wurde oder ob man einen echten
Drehstromanschluß hat?

Gibt es ein spezielles Geràt dafür, das man an drei Phasen
anschließen kann und welches feststellt, ob Drehstromanschluß
vorliegt oder drei Mal die gleiche Phase?

Ich meine, mit einem Oszi wàre das ja möglich. Ist aber ein Overkill
für diese Aufgabe.

Man bràuchte ein Geràt, das den Wechselstrom in einer Sinuskurve
optisch anzeigt. Wenn die drei Kurven dann im 120 ° Abstand
angezeigt würden, wàre es ein Drehstromanschluß.

Gibt es eine einfachere Lösung, das festzustellen. Ich meine jetzt
nicht, einen Motor der für Drehstrom konzipiert wurde anzuschließen,
sondern ein Meßgeràt? Eines, was auch ein interessierter
Hobby-Elektriker günstig kaufen und bedienen kann?

Noch eine Frage:

Wenn man nun in einem Objekt wohnt, wo der Stromanschluß
so wie oben gezeichnet realisiert ist und der Herdanschluß aus
einer Schlauchleitung mit 3x Phase, 1x Neutral und 1x gelb/grün
besteht, die Dràhte also aus 5x 2,5qmm bestehen, ist das dann
trotzdem so zulàssig?

Angenommen die Herdleitung ist mit 3x LSS 20A oder 16A abgesichert.
Welchen Querschnitt müssen die einzelnen Dràhte der Phasen
haben, wenn sie mit 16A oder 20A abgesichert sind? Bei mir sind
die Phasen für den Herdanschluß mit je 20 A abgesichert. Bei einem
Bekannten sind sie mit 16 A abgesichert.

Welchen Querschnitt bràuchte dann der Nulleiter mindestens, wenn
er dafür ausgelegt sein müsste 48 A zu transportieren? Und welchen
Querschnitt wenn er 60 A transportieren muss?

2,5qmm werden wohl weder im ersten noch anderen Fall ausreichend
sein. Wàre dann eine solche Installation trotzdem zulàssig oder
ein zwingender Grund den Vermieter zur Nachbesserung aufzufordern?

Mit dem beliebten Argument, man hàtte das schon so angemietet und
es wàre bekannt gewesen, kann er nicht kommen. Schließlich kann ja
keiner Ahnen, die man eine solche Elektrik mietet.

Daher auch die Frage an die recht-wohnen NG:

Hoffe hier kann jemand das elektrische Problem nachvollziehen. Ist
ja schließlich eine Rechts-Newsgroup. Wie ist die Rechtslage für den
Mieter eines solchen Objekts, wo in dem fall deutlich zu dünne
Leitungen verwendet wurden, was zu einer latenten Brandgefahr
führen kann?

Der Mieter hat ja einen Herdanschluß mitgemietet. Spàter stellt sich
heraus, der Herdanschluß ist falsch angelegt, so dass auf dem
Neutralleiter der dreifache Strom der verwendeten Phase zurückfließen
können muss.

Ist hier der Vermieter verpflichtet eine neue Herdleitung mit eben
entsprechenden Querschnitten zu legen oder im Sicherungskasten
für drei vorhandene Phasen zu sorgen?

Gruss
Leo
 

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#1 Lutz Illigen
16/12/2011 - 04:39 | Warnen spam
recht-wohnen NG ignoriert, lese ich nicht.

Leo Großmann wrote:

Interessiert las ich darin, dass es wohl tatsàchlich so
vorkommen soll, dass dilettantische Elektriker einen
Herdanschluß so gebaut haben, dass eine gleiche Phase
aufgeteilt wurde.



In »meinen« Foren ist das schon fast normal.

Kommt das tatsàchlich so vor oder macht ihr da in dem
Thread Witze?



Kein Witz die sind wirklich so blöd.

Bei welchen Baujahren wurde das so gemacht und ab
wann muss man damit nicht mehr rechnen?



Das hat mit Baujahren nichts zu tun.

Ich halte das für Lebensgefàhrlich,



Es ist brandgefàhrlch.

wenn auf dem Nulleiter dann der gleiche Strom zurückfließen können muss, wie die Summe der
Aussenleiter.



Neutral nicht Null.

Wie kann man das im Haushalt überprüfen, ob man auch Opfer
solcher Installation wurde oder ob man einen echten
Drehstromanschluß hat?



Auf den Zàhler sehen? Solche Installationen gibt es nur bei
Wechselstrom.

Gibt es ein spezielles Geràt dafür, das man an drei Phasen
anschließen kann und welches feststellt, ob Drehstromanschluß
vorliegt oder drei Mal die gleiche Phase?



Ein Duspol reicht.

Man bràuchte ein Geràt, das den Wechselstrom in einer
Sinuskurve optisch anzeigt. Wenn die drei Kurven dann im 120
° Abstand angezeigt würden, wàre es ein Drehstromanschluß.



Unsinn, s.o.

Gibt es eine einfachere Lösung, das festzustellen. Ich meine
jetzt nicht, einen Motor der für Drehstrom konzipiert wurde
anzuschließen, sondern ein Meßgeràt? Eines, was auch ein
interessierter Hobby-Elektriker günstig kaufen und bedienen
kann?



s.o.

Noch eine Frage:

Wenn man nun in einem Objekt wohnt, wo der Stromanschluß
so wie oben gezeichnet realisiert ist und der Herdanschluß aus
einer Schlauchleitung mit 3x Phase, 1x Neutral und 1x
gelb/grün besteht, die Dràhte also aus 5x 2,5qmm bestehen,
ist das dann trotzdem so zulàssig?



Nein. Querschnitt immer noch zu klein.

Angenommen die Herdleitung ist mit 3x LSS 20A oder 16A
abgesichert. Welchen Querschnitt müssen die einzelnen Dràhte
der Phasen haben, wenn sie mit 16A oder 20A abgesichert sind?



Unter 4 mm² làuft das gar nichts.


Bei mir sind die Phasen für den Herdanschluß mit je 20 A
abgesichert. Bei einem Bekannten sind sie mit 16 A
abgesichert.

Welchen Querschnitt bràuchte dann der Nulleiter mindestens,
wenn er dafür ausgelegt sein müsste 48 A zu transportieren?



Der Neutralleiter(!) braucht min. 10 mm²

Und welchen Querschnitt wenn er 60 A transportieren muss?



16 mm²

2,5qmm werden wohl weder im ersten noch anderen Fall
ausreichend sein. Wàre dann eine solche Installation trotzdem
zulàssig oder ein zwingender Grund den Vermieter zur
Nachbesserung aufzufordern?



Immer noch brandgefàhrlich.

Mit dem beliebten Argument, man hàtte das schon so angemietet
und es wàre bekannt gewesen, kann er nicht kommen.
Schließlich kann ja keiner Ahnen, die man eine solche
Elektrik mietet.



Da ist der Vermieter in der Pflicht. Das Du deinen Herd nicht voll
nutzen kannst steht auf einem
anderen Papier.

Lutz

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