HH-Sicherung anstatt GLS - geht das?

16/07/2009 - 20:28 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin,

ist vielleicht eine Schnapsidee, aber ich wollte mal fragen, ob das
funktionieren könnte:

Meiner Ansicht nach beruhten die beiden Vorfàlle in Krümmel mit den
defekten Trafos darauf, daß über die Generatorschalter
unterspannungsseitig Fehlerstrom in den jeweils defekten Trafo
geflossen ist und den dann trotz der Leistungsschalteröffnung
demoliert hat, weil die Generatorschalter den wegen des
nicht-vorhandenen Leistungsschaltvermögen nicht unterbrechen konnten.
(Mit GLS wàren die Trafos natürlich trotzdem futsch gewesen, aber das
Kraftwerk wàre über den anderen Trafo mit um ein Drittel reduzierter
Lesitung weitergelaufen, bis man den ausgefallenen Trafo repariert
gehabt hàtte.)

Nun sind Generatorleistungsschalter nicht gerade billig und werden
üblicherweise nicht eingebaut. Könnte folgende Ersatzlösung
funktionieren:

Parallel zu den vorhandenen Generatorschaltern wird jeweils eine
HH-Sicherung in Reihe mit einem Trenner angebaut. Sinn der Sache: Beim
Öffnen des Generatorschalters zieht der keinen Schaltbogen, weil er
über die HH-Sicherung kurzgeschlossen ist, die sich dann das
entscheidende Momentchen spàter verabschiedet und den Strom löscht.
Der normale Generatorstrom liegt bei knapp 30 kA, je nach bezogener
Kurzschlußspannung der Trafos könnte der Kurzschlußstrom also bei ca.
50-100 kA liegen, also in Strombereichen, die HH-Sicherungen durchaus
löschen können.

Bei "normalen" Schaltvorgàngen wird vor dem Öffnen des
Generatorschalters der Sicherungstrenner geöffnet und nach dem
Schließen geschlossen, so daß über die Sicherung kein Laststrom fließt
(die vertragen wohl nur so an die 1 kA). Nur im Fehlerfall (bei
Schutzanregung) wird einfach nur der Generatorschalter geöffnet und
verhàlt sich dann durch die parallele Sicherung wie ein
Leistungsschalter.

Kann sowas gehen, oder ist da ein Haken dran?

Wie hoch werden Kurzschlußströme im 380-kV-Netz eigentlich - ziemlich
hoch wahrscheinlich (100 kA?), d. h. der unterspannungsseitige
Fehlerstrom wird wohl im wesentlichen nur durch die
Trafo-Streureaktanz begrenzt. Was kommt denn da raus? Bei ü = 380/27
[kV], i_R = 1/14 [kA] und u_Z = 5 % hàtte man dann wohl einen
Kurzschlußstrom von 20/280 [kA] - hm, das schafft eine HH-Sicherung
auch nicht unbedingt. (Maschinentrafos sind doch ziemlich "steif"?)

(Tatsàchlich wird i_R wohl höher als 14 kA liegen, vermutlich ca. 20
kA.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Werner Holtfreter
16/07/2009 - 22:50 | Warnen spam
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Parallel zu den vorhandenen Generatorschaltern wird jeweils eine
HH-Sicherung in Reihe mit einem Trenner angebaut. Sinn der Sache:
Beim Öffnen des Generatorschalters zieht der keinen Schaltbogen,
weil er über die HH-Sicherung kurzgeschlossen ist, die sich dann
das entscheidende Momentchen spàter verabschiedet und den Strom
löscht.
...
Kann sowas gehen, oder ist da ein Haken dran?



Prinzipiell ist das plausibel. Die Frage ist, ob es auch konkret
passt. Schmelzsicherungen, die mit hohen Vielfachen ihres
Nennstromes belastet werden, schalten *sehr* schnell ab.
Schließlich nutzt man sie ja auch zur Kurzschlussstrombegrenzung.
Da könnten die Schalterkontakte noch nicht weit genug abgehoben
haben.

Prüfen müsste man auch, ob ein passender Leistungsschalter nicht
doch billiger kommt, als die angedachte Mimik inkl. der Steuerung.
Gruß Werner
http://invalid.de/stopp.html
http://www.manndat.de/fileadmin/Dok...melung.pdf

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