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Historisch betrachtet: Energiekrise und Kohle

02/08/2012 - 18:14 von Karl-Ludwig Diehl | Report spam
Hallo allerseits,


mir begegnete gerade ein Hinweis in der Literatur, der die
Auswirkung der Energiekrise von 1973-74 und 1979 in
den USA beschreibt:

"Lastly, the energy crises of 1973-74 and 1979 gave coal
mining a shot in the arm and brought a rush of migration
back to old mining regions such Appalachia and the Nor-
thern Plaines. Sparsely populated western states such
as Colorado, Montana, New Mexiko, and North Dakota
were exploited for coal, oil-bearing shale, and natural gas,
and strip-mining and boomtowns profundly altered their
physical and social terrain." (1)

Man fragt sich unwillkuerlich, was zeitgleich anderswo
auf der Welt stattfand und wie sich alles in den Jahrzehn-
ten danach veraenderte.

Fuer den laendlichen Raum solcher Foerdergebiete hatte
das direkte Auswirkungen: "more jobs", die gut bezahlt
waren und eine bessere Ausbildung erforderten. Das er-
zwang Ausbildungsstaetten im laendlichen Raum.

Dadurch, dass der Strassenbau vorangetrieben wurde und
das Fliegen erschwinglich geworden war, verringerten sich
die Zeitaufwendungen, um in Grossstaedte zu kommen.
Man konnte dem angebotslosen laendlichen Raum leich-
ter entfliehen und die Stadt aufsuchen, um etwas zu er-
leben. In umgekehrter Richtung kam es dazu, dass staat-
liche Universitaeten und Colleges Zweigstellen in Klein-
staedten einrichteten, was das soziale und kulturelle
Leben voranbrachte. Jemand in Minnesota schildert
das so:

"Maybee three years ago you might have heard some-
body grumbling about the cultural offerings around here.
But the state college has grown to 10,000 since then.
We've got new leaven in this community with all those
professors and students. And if we get sick of looking
at each other during the week, it's only 65 miles on a
thruway to Minneapolis." (2)

Die Energiekrise hatte bestimmten laendlichen Raeu-
men also einen Entwicklungsschub gebracht. Das
Strassennetz und andere Infrastruktur konnten ausge-
baut werden. Das hielt die Leute wieder auf dem
Land fest. Zuvor bestand Landflucht und entstand Sied-
lungsrueckgang, d.h. Wohnhaeuser und Laeden wur-
den aufgegeben. Arbeitsplaetze gab es fuer viele nur
in groesseren Staedten, usw. Das veraenderte sich.

Es trat ausserdem etwas hinzu:

"Among the young, the sense of disillusionment with
their parents' materialism and the fear that modern in-
dustrial technology was becoming a positive hazard
to life erupted into a back-to-the-land movement which
was essentially an escape from technology and com-
plexity to the simple life of organic farming or crafts and
communestyle social organization." (3)

Man darf das zusammensehen. Einerseits wird der
laendliche Raum wieder wirtschaftlich interessant, weil
durch die Energiekrise die Kohlenfoerderung erneut
aufgenommen wurde. Zugleich entstand der Umbau
des laendlichen Raumes. Er erhielt universitaere und
andere Ausbildungseinrichtungen, ein interessanteres
Kulturleben und durch Verkehrsbauten eine gute An-
bindung an die Grossstaedte. Zu gleicher Zeit kehrten
junge Leute, enttaeuscht von dem Lebensstil ihrer
Eltern, auf das Land zurueck und orientierten sich na-
turnah und oekologisch. Atomwirtschaft und Militaris-
mus wurden zum Alptraum. Es gab spezielle laend-
liche Regionen, in die man sich zurueckziehen wollte,
um sich komplett neu zu orientieren. Damals begann
man wohl mit der Nutzung der Solarenergie. Eigen-
artigerweise faellt das zusammen mit der erneuten
Aufnahme der Kohlefoerderung.


Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdas...gspot.com/

Anmerkungen:
(1) zitiert aus: Richard Lindeman: Small Town America.
New York, 1980. S.446
(2) Ein Bankier in Minnesota city schildert das so. Die-
se Schilderung ist bei R.Lindeman, wie vor, auf S.446
wiedergegeben.
(3) zit.aus: R.Lindeman, wie vor, S.446

zugl.an:dsa,dsu,dsie
 

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#1 nomail
02/08/2012 - 20:07 | Warnen spam
"Lastly, the energy crises of 1973-74 and 1979 gave coal
mining a shot in the arm and brought a rush of migration
back to old mining regions such Appalachia and the Nor-



Kannst du kein Englisch, oder warum hàltst du dich solange daran auf,
dass die Kohleförderung unter den damaligen Umstànden massig
Arbeitsplàtze "auf dem Land" geschaffen hat?


Die Energiekrise hatte bestimmten laendlichen Raeu-
men also einen Entwicklungsschub gebracht. Das


mus wurden zum Alptraum. Es gab spezielle laend-
liche Regionen, in die man sich zurueckziehen wollte,
um sich komplett neu zu orientieren. Damals begann


Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdas...gspot.com/



Wenn du kein Englisch kannst, warum verwendest du es dann?

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