Hochspannungsmessung: Solarstrom einspeisen?

02/07/2009 - 17:14 von Carsten Kreft | Report spam
Hallo,

ein Kunde von mir konfrontiert mich damit, dass er noch dieses Jahr eine
Solaranlage mit 30kWp auf sein Industriedach stellen lassen will.
Der Solarmensch hat sich die (marode!) Hauptverteilung angesehen und den
Trafo (Kompaktstation mit Hochspannungsmessung) und meinte: Alles
_überhaupt_ kein Problem, kann man _direkt_ anschließen.

Nur wie?
Zunàchst mal werde ICH mich weigern, an der Hauptverteilung überhaupt noch
irgendwas anzuschließen, die vor 40 Jahren gebaut worden, seitdem ca. 5mal
erweitert worden und einfach nur überfàllig ist. Bilder erspare ich euch
auch Rücksicht auf euer Wohlbefinden. Mir wird jedesmal übel, wenn ich das
Flickwerk sehe.

Aber zur eigentlichen Frage:
Wie will man da den eingespeisten Strom messen?
Gemessen werden kann ja auf der Mittelspannungsseite nur die Summe aus
Erzeugung und Verbrauch.
Auf der NS Seite nur die Erzeugung.
Wird dann einfach die Erzeugung gleichgesetzt mit der EInspeisung?
Aber die Schnittstelle öffenliches Netz <-> Endkunde ist in diesem Fall doch
_vor_ dem Trafo.
Also speise ich doch gar nicht alles ein, sondern verbrauche selber ein
Großteil.
Oder setzt man die erzeugte Energie gleich dem Eigenverbrauch, der ja auch
gefördert wird?
Dann würde man einen ganzen Batzen Geld verschenken, denn
Selbstverbrauchvergütung liegt ja bei 25c/kWh, zzgl. der eingesparten
Bezugskosten sind das deutlich weniger als die 43c/kWh, die man für die
reine Einspeisung bekommen würde. (Der Kunde zieht in der Größenordnung
200.000kWh jàhrlich, der zahlt keine 20c/kWh sondern deutlich weniger!).

Wie soll das laufen?
 

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#1 Marcel Müller
02/07/2009 - 20:14 | Warnen spam
Hallo,

Carsten Kreft wrote:
Aber zur eigentlichen Frage:
Wie will man da den eingespeisten Strom messen?
Gemessen werden kann ja auf der Mittelspannungsseite nur die Summe aus
Erzeugung und Verbrauch.



Das will man nicht. Der Solarstrom aus Photovoltaik ist ökonomisch
völlig unwirtschaftlich. Den ROI kriegt man überhaupt nur hin, wenn man
den Strom für die gesetzlich verordneten fast 50ct/kWh verkauft und den
Eigenverbrauch dann für 20ct/kWh wieder ankauft. Und selbst dann kommt
nur bei größeren Anlagen mehr aus dem Invest raus, als wenn man das Geld
20 Jahre einigermaßen risikoarm anlegt.

Auf der NS Seite nur die Erzeugung.



Das ist hinreichend.

Wird dann einfach die Erzeugung gleichgesetzt mit der EInspeisung?



Ja, siehe oben, Gesetz ist Gesetz (und Schwachsinn bleibt Schwachsinn).

Aber die Schnittstelle öffenliches Netz <-> Endkunde ist in diesem Fall doch
_vor_ dem Trafo.



Das ist Pech.
Aber vielleicht gibt es ja auch Wechselrichter für die Mittelspannung
oder eben ein 30kW Trafo.

Also speise ich doch gar nicht alles ein, sondern verbrauche selber ein
Großteil.



Das wàre einfach nur dumm.


Dann würde man einen ganzen Batzen Geld verschenken, denn
Selbstverbrauchvergütung liegt ja bei 25c/kWh, zzgl. der eingesparten
Bezugskosten sind das deutlich weniger als die 43c/kWh, die man für die
reine Einspeisung bekommen würde. (Der Kunde zieht in der Größenordnung
200.000kWh jàhrlich, der zahlt keine 20c/kWh sondern deutlich weniger!).



Genau das ist der Knackpunkt.


Marcel

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