How Open is openSUSE? (persönliche Erfahrung)

04/04/2008 - 11:34 von Christian Herenz | Report spam
Hallo NG

Vor einiger Zeit habe ich mal einen [Kommentar bezüglich eines Bugs in
Novells-Bugzilla][1] geschrieben. Es ging um das "Search-Tool" Beagle, was
standardmàßig bei der Installation von openSUSE mitinstalliert wird. Beagle
ist ein Programm, das sàmtliche Verzeichnisse und deren Inhalt katalogisiert,
was in der Tat eine praktische Sache sein kann. Das Szenario, dass man eine
Datei auf der Festplatte hat deren Inhalt wichtig ist, man sich aber nur an
den Inhalt weder aber Ablageort noch Dateiname erinnern kann, soll wohl
vorkommen. In meinem Fall könnte ich mir, als Besitzer eines ganzen Haufens an
E-Books, Online-Artikeln und Preprints es durchaus nützlich vorstellen eine
Volltextsuche durch alle Dokumente zu machen. Aber tatsàchlich habe ich dieses
Feature noch nie gebraucht, vielleicht liegt das auch daran das ich ein
halbwegs funktionierendes Gedàchtnis habe.

[1]: https://bugzilla.novell.com/show_bug.cgi?id(2678

Der absolute Downer bei Beagle besteht aber darin, das er stàndig auf der
Festplatte rumschnüffelt und dabei ganz gut Systemresourcen zieht. Bei einem
modernen Computer fàllt das nicht großartig ins Gewicht, aber bei àlteren
Rechnern kann es durchaus den Workflow massiv behindern. Speziell bei Rechnern
mit weniger RAM ist produktives Arbeiten mit geladenem Beagle
unmöglich. Natürlich ist es möglich das Teil zu deinstallieren, ein geübter
Benutzer kann das sogar schon wàhrend der Installation machen, aber genau bei
diesem Punkt hat mein Bugreport, der eigentlich vielmehr ein Featurequest ist,
angesetzt.

Warum wird das Teil standardmàßig mitinstalliert? Nichts gegen das Programm,
das ist ein tolles Stück Software und ich kann mir vorstellen, dass viele Leute
das benutzen, aber es gibt bestimmt genausoviele Leute die das nie in ihrem
Leben benutzen werden.

Nun war ich in meinem Request nicht so rigeros und habe gesagt: "Weg mit dem
Scheiß", sondern ich hatte mich eingeklinkt in eine Diskussion, die
Überschrieben war mit:

**Easy Way to Disable Beagle During Installation**

*Even when started with nice beagle (including the cron-job) can lead to serious
performance issues on older hardware because of its CPU, RAM and harddisk
usage, the latter two not being handled by nice AFAIK.

Even if it is only at the beginning, this "beginning" is the time a user
measures the performance and snappyness of his new installation and obviously
this "beginning" is not a fixed time-period but much longer on older hardware
with less RAM and slower harddisks.

Advanced users might know how to enter the package-management and disable it,
most do not and should not have to. A simple checkbox with a line of
explanation that on older hardware and for those who do not need a
desktop-search beagle can be disabled completely would suffice.

I am not sure whether strigi will replace beagle for those that install KDE4
and whether strigi is as performance-hungry as beagle is, yet if so a more
general checkbox would be the better solution that disables either of the two,
depending which desktop is installed.*


Der Report, verfasst zum Releastermin von openSUSE 10.2, fast im
wesentlichen alles zusammen was Faul an dem Teil ist.

Es kommt zu einer kleinen Diskussion auf dem
Bugtracker, aber im wesentlichen scheinen sich alle Einig zu sein, gute Idee -
muss umgesetzt werden. In openSUSE 10.3 ist dieses Feature noch nicht
enthalten - wahrscheinlich weil es keiner für wichtig gehalten hat es zu
implementieren. Vom Programmiertechnischen Aufwand kann es ja nicht so
schwierig sein, einfach einen Knopf zu machen der ein paar Pakete bei der
Installation einfach nicht mitinstalliert. Schließlich kann man manuell die
Abwahl tàtigen.

Naja, denke ich mir, wird wohl zu 11.0 dann umgesetzt werden und tatsàchlich,
auf dem Bugtracker erscheint nun auch *Moved to the feature tracking tool for
11.0.*

Nun, das wird wohl eine andere Datenbank sein, denke ich mir und schreibe den
Q&A an, wo man denn nun die Diskussion weiterverfolgen könnte. Die Antwort kam
nun mir doch etwas komisch vor, schließlich dachte ich es handelt sich bei
openSUSE um ein Projekt welches von der Community vorangetrieben wird, denn
schließlich steckt das ja schon im Namen:

*At this moment, it* [the database] *is still internal, however, we are working
on opening it (I
hope you understand that especially during the evaluation phase, it is not
desirable to open all features and all communication). I'm sorry that I
cannot tell when (relevant freatures from) the database will be public.*

Beim besten Willen, so richtig verstehen kann ich das nicht. Sollten nicht
gerade bei einem offenen Betriebssystem alle Features öffentlich diskutiert
werden? Ich bin sprachlos...


Gruß,
Christian (P.S. Kopie dieses Beitrags auf meinem Blog
http://amor.cms.hu-berlin.de/~herenzed/blog)
 

Lesen sie die antworten

#1 Arne Schmitz
04/04/2008 - 17:12 | Warnen spam
Christian Herenz wrote:

Beim besten Willen, so richtig verstehen kann ich das nicht. Sollten nicht
gerade bei einem offenen Betriebssystem alle Features öffentlich
diskutiert werden? Ich bin sprachlos...



Ich denke mal es geht da um signal-to-noise-ratio. Die Gefahr ist, dass die
Entwickler durch trollende User abgelenkt werden, oder wichtige
Informationen untergehen. Ich halte das für einen normalen
Software-Entwicklungsprozeß. Die Kommunikation mit dem Benutzer findet ja
weiterhin im Bugzilla statt.

Arne

[ PGP key FD05BED7 http://www.root42.de/ ]

Ähnliche fragen