HV Dummyload gesucht...

08/05/2008 - 09:51 von Ole Jansen | Report spam
Moin,

für ein Experiment suche ich einen preiswerten Widerstand
50MOhm / 40W, max. 50kV DC Peak. *1), kann auch provisorisch
sein. Mögliches Versagen (interne Überschlàge) wàre làstig
aber nicht "kriegsentscheidend". Größe und Gewicht sind
nicht sehr kritisch (Sollte aber noch ins Gepàck passen)

Anschlusskabel RG214 *2) oder etwa gleich dickes Kabel für die
Hochspannung, Erdung kann auch über das Gehàuse erfolgen.

Sicherlich ist dergleichen kaufbar als Sonderanfertigung
einschlàgiger Hersteller (aber teuer).
Ölgekühlte Bastellösungen sind wohl möglich, aber evtl. etwas
trickreich, wie zB. hier beschrieben:
<http://www.fingers-welt.de/gallerie...en.htm>

Meine Idee ist, eine ausreichende Anzahl Widerstànde
in einem großen Metallbecher in Reihe zu schalten und zB. mit
2k Silikon zu vergießen, bin mir aber nicht im Klaren über
die Auslegung (zB. Wàrmeleitfàhigkeit des Silikons?)

Hat hier jemand praktische Erfahrungen mit der Beschaffung oder dem
Bau solcher Widerstànde?

Viele Grüße,

O.J.


*1) Ja, ich arbeite beruflich mit Hochspannung
und weiß was ich tue usw...

*2) Ja, es gibt anscheinend RG214 Koaxkabel, das für diese Spannung
(bedingt) geeignet ist.
 

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#1 Ralf Kusmierz
08/05/2008 - 14:00 | Warnen spam
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begin quoting, Ole Jansen schrieb:

für ein Experiment suche ich einen preiswerten Widerstand
50MOhm / 40W, max. 50kV DC Peak. *1), kann auch provisorisch
sein. Mögliches Versagen (interne Überschlàge) wàre làstig
aber nicht "kriegsentscheidend". Größe und Gewicht sind
nicht sehr kritisch (Sollte aber noch ins Gepàck passen)

Hat hier jemand praktische Erfahrungen mit der Beschaffung oder dem
Bau solcher Widerstànde?



Nein, aber Selberbasteln ist durchaus eine Alternative. Klein wird's
aber nicht:

Erstmal die 50 kV in "handliche" Abschnitte zu 1 kV aufteilen gibt 50
1-MOhm-Widerstànde in Reihe - kosten in 1 W bei Reichelt 15 Cents,
also zusammen weniger als zehn Euro. Teurer werden die erforderlichen
Parallelkondensatoren zur Symmetrierung - nehmen wir mal 1 kHz
Grenzfrequenz an, dann brauchst Du entsprechend viele hinreichend
spannungsfeste 150-pF-Kondensatoren (ungefàhr 13 Cents pro Stück).

Und dann noch schön ordentlich "hochspannungsfest" aufbauen:
Plastik-Außenrohr, darin werden Metallscheiben mit ca. einem
Zentimeter Durchmesser mit ca. 10-20 mm langen Abstandsringen aus
Plastik gestapelt - innerhalb jedes Abstandhalters befindet sich dann
eine RC-Parallelschaltung 1MOhm||150 pF angelötet an die obere und
untere Metallscheibe. Da das Ganze ca. 1 m lang wird, sollte man es
ggf. in zwei Teilwiderstànde von je 25 MOhm zerlegen. In die
Plastikrohre noch etwas Silikagel geben (am besten das Tütchen auf der
Seite mit dem niedrigeren Potential deponieren), staubfrei arbeiten
und dann luft- und staubdicht verschließen (Heißkleber).

Ölisolierung halte ich für überflüssig, Luftkühlung reicht. Die
Plastikrohre mit den Widerstànden würde ich sicherheitshalber mit ca.
10 cm Luftkissenisolierung (wie heißt dieses Zeug, das man als
verpackungsmaterial verwendet, besteht aus Plastiktüten mit
eingeschweißten Luftblasen von ca. 50-100 ml Volumen?) in Außenrohre
verpacken, die àußerlich metallisiert und geerdet sind.

(Wozu die Kondensatoren unumgànglich erforderlich sind, brauche ich
wohl nicht zu erklàren?)

Ach ja: Alle Einzelbauteile vor dem Zusammenbau gewissenhaft vermessen
(Cs auf ca. 10 % Toleranz selektieren) und mit einer
1-kV-Hochspannungsquelle (1 W; Spannungsvervielfacher am Netz reicht,
aber bitte mit Schmelzsicherung am Eingang) testen - wenn die knallen,
dann bitte dabei im Prüfstand und nicht hinterher "im Feld". Und an
den HV-Anschluß des fertigen Widerstands kommt dann bitte eine
Abschirmelektrode aus 10 cm langem zölligen Kupferrohr, in die die
Zuleitung inkl. der dicken Isolierung komplett reingeht und daran
innen angeschlossen wird.

50 kV sind nicht so die völlig unvorstellbare Spannung - der Trick des
"Handlings" ist eine saubere Feldführung durch passende Elektroden
(daher die Trennscheiben) und das Vermeiden scharfer Kanten (also die
Scheiben und Elektroden schön ordentlich entgraten - lackieren ist
auch nicht blöd: das hohe eps_r der Beschichtung vermindert lokale
Feldstàrkespitzen betràchtlich und unterdrückt Teilentladungen - noch
besser ist zusàtzlich Schrumpfschlauch drummachen, weil der
luftspaltfrei anliegt).

Entgegen landlàufiger Vorstellungen sollte man im Einsatz etwas Wasser
in der Raumluft versprühen - feuchte Luft ist entionisiert und
isoliert besser. Aber die Betriebsmittel wàrmt man vor der
Spannungsbeaufschlagung mit einem Fön an, damit die selbst trocken
sind. Tödlich: Aus dem kalten Kofferaum direkt in die warme
Fabrikhalle.

*1) Ja, ich arbeite beruflich mit Hochspannung
und weiß was ich tue usw...



Ok, dann sind entsprechende Belehrungen überflüssig.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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