Ich habe ein schlechtes Gewissen durch OpenSource-Bettelei

16/09/2007 - 17:08 von treschkenn | Report spam
Ich frage mich gerade und hàtte andere Meinungen gewusst:

OpenSource ist kostenlos, im Quellcode verfügbar und eine ganz tolle
Sache, weil niemand mehr Anwendungssoftware raubkopieren muss. Man
bekommt also ein gutes Gewissen und man tut der Welt gutes.

Wieso habe ich dennoch ein schlechtes Gewissen, wenn ich freie Software
einsetze? Auf fast allen OpenSource-Seiten wird man angebettelt und
ermahnt zu spenden. Tut man es nicht, hat man bei der Benutzung der
OpenSource-Programme Gewissensbisse, als hàtte man Shareware mit einer
geklauten Seriennummer "freigeschaltet" oder sich Kommerzware illegal
"gezogen".

Benutze ich den OpenSource-FTP-Client Cyberduck unter Mac, werde ich
angeschnorrt doch bitte zu spenden. Die Entwicklung sei zeitaufwendig,
der Server kostet Geld und man solle die Arbeit des Programmierers
würdigen. Ich kann die Mahnung wegklicken, aber nach jedem
Programmupdate kommt das Fenster erneut. Viele OpenSource-Webseiten
haben àhnliche Hinweise und Banner (PayPal etc).

Ja, was denn nun? Ist es freie Software oder doch nicht. Entweder man
entwickelt die Software in der Freizeit aus Freunde und Philantropismus
- und kann den Server selbst bezahlen - oder eben doch nicht. Wenn ich
aber überall "Donate!" und "Spende!" lese, dann ist die Software nicht
frei, sondern Donationware, also eine Art Shareware - trotz beigelegter
GPL.

In dem Falle kann ich mir dann aber doch gleich die Kommerzware kaufen,
wo mein Gewissen nach dem Rüberschieben einiger Banknoten rein ist, die
Software ausgereift geliefert wird und stàndig nach einem straffen Plan
hauptberuflich weiterentwickelt wird. Denn ehrlich gesagt nützt mir und
99,9 % der Anwender der Quellcode eh nichts.

Was meint Ihr zu den stàndigen Spendenaufrufen der OpenSource-Leute? Ist
das eine gute Sache oder eher kontraproduktiv für die OpenSource-
Philosophie? Mir macht es ein schlechtes Gewissen, weil für mich "frei"
gleich "frei" bedeutet und nicht "spenden".

tw
 

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#1 Timo Freyer
16/09/2007 - 17:42 | Warnen spam
Thorsten Weisert schrieb:

Was meint Ihr zu den stàndigen Spendenaufrufen der OpenSource-Leute? Ist
das eine gute Sache oder eher kontraproduktiv für die OpenSource-
Philosophie? Mir macht es ein schlechtes Gewissen, weil für mich "frei"
gleich "frei" bedeutet und nicht "spenden".



Also mir sind solche Banner noch nicht aufgefallen. Und falls der Autor im
Server bereich zu hohe kosten hat, soll er sich doch einfach mal
Sourceforge anschauen

Wenn aber z.B in der "About" steht das sich die Programierer über Spenden
freuen würden finde ich das ok. hin und wieder habe ich auch wirklich was
gespendet wenn mir ein Projekt gut gefallen hat.

Der Unterschied zu kommerzieller Software ist imho das hier gute Arbeit
frei honoriert werden kann, aber nicht muss.

Ein schlechtes gewissen musst du dabei nicht haben. Für viele Autoren ist
es schon eine große befriedigung wenn ihr Programm eingesetzt wird.


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