Ich, mein Crop-Faktor und meine Objektive

18/11/2016 - 18:11 von Heino Tiedemann | Report spam
Moin,

ich denke gerade darüber nach, was ich mir im laufe der Zeit für meine
1,6 Crop Knipse für Objektive gekauft habe, und welche ich am Ende
dann tatsàchlich benutze und welche irgendwie eher in die hintere Ecke
gewandert sind.

Irgendwie kam es alles anders, als vorher gedacht.

Ich habe ein EF 85mm 1.8. IS USM Das wollte ich damals so dringend,
heute müsste ich sogar suchen, wo es ist. 85mm sind circa 135mm KB-Äq
- es ist mir viel zu lang in den meisten Situationen. Und wenn ich
denke "Das wàre es jetzt", dann ist mit der langen Nahgrenze von 85cm
für mich viel zu weit weg.

Ich sollte es làngst verkaufen, aber ich finde die Kaufrechnung von
2013 nicht mehr. Ein unbenutztes Objektiv. Liegt hier, macht knacke
scharfe Bilder, aber passt einfach so gut wie nie. Die "Lila Sau"
bekommt man mit gàngigen Raw-Konvertern gut in den Griff. Auch
Raw-Therapee glànzte da sehr gut.
Kleine Anekdote am Rand: Beim Erstkauf war nen Riesen-Fussel mitten in
der Optik. Ich habe es erst zuhause gesehen. Umtausch war kein
Problem. Aber das mal so angemerkt - eo alle immer auf die
Qualitàtskontrolle bei Sigma schimpfen – das hier war Canon – Brandneu
aus dem Laden.

Ein EF 70-200 4.0 L IS USM – ja das ist klasse. Hochwertig in allen
Belangen. Kein Tubus, der ausfàhrt! Das einzige meiner Objektive, das
– angesetzt an die Kamera – nicht mehr in meine kleine Kameratasche
passt: Lowepro Toploader Zoom Kameratasche - das passt genau eine DSLR
mit EINEM angesetzten Objektiv dran. Das 100er Makro geht noch so
gerade eben. Diese quasi zweite Haut um die Kamera packe ich meist in
meinen normalen 'Tagesrucksack'. Daher bleibt das 70-200 wohl so oft
daheim: Ich müsste extra den Fotorucksack mitnehmen (oder mir einen
làngeren Lowepro Toploader kaufen). Kleinbild-Äq sind das
112-320mm. Für People und Portrait mir oft zu lang. Gerade diese 70mm
(112 KB) als Untergrenze stören oft, und zwingen zu hàufigen
Objektiv-Wechseln. Sigma hat ein 50-100 1.8 auf dem Markt. An Crop –
ideal! Gabs aber damals nicht - und mein Kaufgrund damals war auch ein
ganz Anderer. So ist das bis dato auch quasi unbenutzt geblieben.

Das EF 100mm 2,8 L Makro IS USM - ich liebe es! Komisch, es ist noch
lànger als das ungeliebte 85er, aber es ist öfter im Einsatz. Keine
Ahnung, warum. Eigentlich müsste es ja mit seiner làngeren Brennweite
noch mehr einschrànken, aber irgendwie fühlt es sich universeller an!
Kleinbild-Äq: 160mm.

Walimex 8mm Fischauge. Ich denke ich muss nicht viel sagen. Eine
Sonderlinse. Doch gab es Tage, da bin ich nur mit dem Losgezogen. Ich
musste mich dann halt anpassen. Kommt nicht mehr so oft zum Einsatz,
ist aber keine ungeliebte Linse geworden. Im Gegenteil. Ich habe
cooole Fotos damit gemacht. Sogar im Poeple-Bereich. Wenn es sich
anbietet nutze ich es immer noch gerne.

Das EF 50mm 1.4 IS USM - mein erstes (nach den Kitlinsen)! Im ersten
Jahr meiner Knipserei hatte ich nur das (neben den Kitlinsen). In
Foren wird es oft schlecht gemacht. AF-Lotterie liest man da. Bei mir
nicht. Ich nutze es selten mit 1.4 aber oft mit 1.8 – und es trifft!
Auch mit den außermittigen Sensoren! Allerdings braucht es Tageslicht
dafür. Nachts wird der AF ungenau. Die Bilder sehen weich aus. Dieses
Objektiv hat einen so miesen Ruf - ich verstehe es nicht. Aber an
Kleinbild mag das ja sein. Weiche Ecken usw… Als ich nach einem Jahr
endlich ein weiteres objektiv hatte, dachte ich, das 50 wird in
Vergessenheit geraten. Nein! Absolut nicht. Einige mokieren das
'zerstörte' Bokeh. Aber mei – das gehört halt dazu. Mich selber stört
heute der damalige Kaufpreis, den ICH dafür gab, und von dem es heute
runter ist. Knappe fast 400 Euro ist es definitiv nicht wert, nicht
heute und auch nicht 2012.

_Nicht mehr Vorhanden:_ Das Sigma 30mm 1.4 EX für Canon: Ich habe
diese 30mm geliebt! Nach den Monatelangen 50mm war das endlich mal
eine andere Brennweite. Die Normnalbrennwiete an 1,6-Crop ist nàmlich
nicht 35mm, nicht 28mm - nein es ist 30mm! Warum hat Canon sowas
nicht? Die bauen lieber ein EF-S 24mm Pfannkuchen mit Zwo-Acht. Das
Sigma stellte gut frei, und hatte eine so eine Phantasie-Roman
angehauchte Farbgebung. Gothisch-Romantisch irgendwie – auf jeden fall
Phantastisch. Leider war es Total im Eimer. Ein
Gebrauchtkauf. Vielleicht war es mal heruntergefallen. Die kleine
Delle an der Steulichtblende war mir erst nicht so wichtig erschienen…
Es war so de-zentriert, das selbst bei F8 der linke Bereich unscharf
war. Eine Bitte an Sigma es zu reparieren wurde beantwortet mit
"Justage nötig", und dann wurde es neu justiert – und war immer noch
mies.

Damals wusste ich nicht weiter, wollte eine 30mm Brennweite
haben. Einen weiteren Versuch mit Sigma wollte nicht nicht. Von Canons
28mm 1,8 wurde mir abgeraten. Canons 35mm IS USM gab es noch
nicht. Das "alte" 35mm 2.0 hatte nicht mal einen USM. Das 35mm L war
mir zu teuer und Tamron und Sigma hatten noch keine 35er.

Es gab schlichtweg nichts, was an Crop die Normalbrennweite
bediente. Außer des Sigma 30mm, aber das hatte ich ja durch.

Also kaufte ich - nicht so recht überzeugt und eher aus einer
Verzweiflung heraus - das EF-S 17-55 2.8 IS USM. Dieses Zoom ist nicht
zu verwechseln mit dem Kitzoom 18-55. Das Weihnachtsgeld fand seinen
Weg da hinein. Man stelle sich vor – allein die Streulichtblende
musste ich mit fast 40 EURO dazu kaufen! Bei einem 850 Euro Objektiv!
Ich wollte ne Festbrennweite, aber da es die nicht gab, kaufte ich ein
Zoom - und verzichtete auf die Lichtstàrke von 1,4 oder 1,8. Ich ahnte
ja nicht, das das mein meist benutztes Objektiv überhaupt werden
würde.

Okay, es hat seine Fehler. Es klappert, es rutscht der Tubus (Das war
mein erster Kontakt zu Lensband.com), es Pumpt Luft (und Dreck) in die
Kamera - und ins Objektivinnere. Es ist groß, es ist schwer (nicht so
wie das Sigma 30). Aber es ist super! Ich mache 95% - 99% aller
Aufnahmen damit! Auch Portraits. Blende F2,8 reichen öfter als man
denkt. Ich benutze - auch für Portraits - fast das gesamte Brennweiten
Angebot. Kleinbild-Äq sind es circa 28-88mm. Das Ding ist herrlich. Es
hat den schnellsten Autofokus, es ist mindestens gleich auf mit dem
spàter gekauften 70-200. Es trifft! Immer! Auch Nachts. Hallensport:
kein Problem. Im Gegensatz zum 50mm nutze ich hier aber lieber den
mittigen AF-Punkt. Portrait: F2,8 - zum Freistellen meistens
ausreichend, bei den làngeren Brennweiten. Bildstabi:
Unbezahlbar. 1/15s (bei 55mm) konnte ich damit mal. Heute würde ich
mit wohl noch 1/30s schaffen (der Grund bin ich, nicht das Objektiv).

Gerade bei People Shootings weiß ich die Flexibilitàt zu schàtzen. Es
sind eben nicht immer 55mm richtig, oft auch gerne mal 45, 40, 30 oder
auch mal 20.

In dunklen, nàchtlichen Umgebungen setze ich es heute viel lieber ein
als das 50er mit seinen 1,4.

Für mich sehr Aufregend war meine erste Konzertfotografie. Das Zoom
war die richtige Wahl! Spàter habe ich es mal mit dem 50er versucht –
keine Chance! Es ist zu lahm, es trifft nicht im Dunkeln. Die Bilder
sind zu weich. Und Blendenöffnungen von offener als F2,8 sind auch
kritisch bei sich bewegenden Musikern.

Das Kleinbild Pedant dazu ist das EF 24-70 2.8 L. Manch einer schnallt
das an seine Crop. Mir unverstàndlich. Es wird dann circa zu einem
38-112mm KB-Äq. Gerade der Bereich darunter würde mir so sehr fehlen.

So wundert es mich heute, das meine meistbenutzten Objektive

- Der Notkauf eines Zooms, weil es keine passende FB gab
- das ungeliebete 50er – welches mein àltestes ist
- und das eigentloch viel zu lange 100er Makro

sind

Wàhrend sie allseits gelobten

- 85mm 1.8 USM
- 40-200m 4.0 _L_ IS USM

eher herumliegen.

Und wenn ich sagen würde was mir fehlt: Es ist nicht der Bereich über
200mm. Aher ein 10-Irgendwas fehlt mir.

Heino
 

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#1 klausesser46
18/11/2016 - 18:40 | Warnen spam
Am Freitag, 18. November 2016 18:11:53 UTC+1 schrieb Heino Tiedemann:

Und wenn ich sagen würde was mir fehlt: Es ist nicht der Bereich über
200mm. Aher ein 10-Irgendwas fehlt mir.




Vielleicht solltest Du überlegen, zu Deinen vorhandenen und ja scheinbar für Vollformat gerechneten Objektiven einfach einen Vollformat-Body anzuschaffen!? Spiegellos z. B.?

Dann ist ein 35er auch wirklich ein 35er . . usw. Ich hab den Eindruck, Fehleinschàtzungen bezüglich der effektiven(!) Wirkung von für KB gerechneten Objektiven an kleineren Formaten waren - und sind vielleicht immer noch - "vorprogrammiert".

In Zeiten, als kleinere Sensoren deutlich günstiger waren mag das alles naheliegend gewesen sein.

Heute ist es das nicht mehr. Mir erschließt sich der Sinn kleinerer als KB-Sensoren jedenfalls
keineswegs.

Speziell bei Spiegellosen FX Kameras sind die Optionen für Objektive nahezu unerschöpflich.

Klaus

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