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ideale Partitionierung bei SSD und Festplatte

25/10/2011 - 14:01 von Erik Braun | Report spam
Hi,

ich habe hier ein schickes Lenovo X220i (8GByte Hauptspeicher)mit
einer 128 GByte SSD und einer 320er Festplatte und bin mir nun
unschlüssig, welche Verzeichnisse am besten auf welcher Platte
aufgehoben sind. Seit einiger Zeit wird ja Entwarnung gegeben, was die
Lebenszeit von SSD bei hàufigen Schreibzyklen angeht. Trift dies auch
noch zu, wenn oft und regelmàßig, wie es bei /var auftritt,
geschrieben wird? Lieber ein großer Swap und ein tmpfs als /tmp, oder
/tmp auf der mechanischen Platte anlegen? Lieber den Restbereich von
der Platte, auf der das System landet, als zusàtzlichehn Datenbereich
zum /home bereitstellen, oder Partition beider PLatten für /home
mittels LVM, btrfs, RAID verbinden? Wie würdet ihr vorgehen, und vor
allem: warum?

Gruß, Erik
 

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#1 Marcel Müller
25/10/2011 - 14:25 | Warnen spam
Hallo!

On 25.10.2011 14:01, Erik Braun wrote:
ich habe hier ein schickes Lenovo X220i (8GByte Hauptspeicher)mit
einer 128 GByte SSD und einer 320er Festplatte und bin mir nun
unschlüssig, welche Verzeichnisse am besten auf welcher Platte
aufgehoben sind. Seit einiger Zeit wird ja Entwarnung gegeben, was die
Lebenszeit von SSD bei hàufigen Schreibzyklen angeht. Trift dies auch
noch zu, wenn oft und regelmàßig, wie es bei /var auftritt,
geschrieben wird?



Akkus halten am làngsten, wenn man sie nicht sinnvoll benutzt. SSDs
auch. Nur haben beide Szenarien ein gemein: sie sind nicht preiswert,
denn warum sollte ich für etwas bezahlen, was ich nicht nutze?

Kurzum, man sollte die SSDs dafür einsetzen, wo sie gut sind. Und das
ist alles, wo viele Zugriffe erfolgen, also auch var und tmp und Konsorten.

Lieber ein großer Swap und ein tmpfs als /tmp, oder
/tmp auf der mechanischen Platte anlegen?



Eine RAM-Disk wird Dir mutmaßlich wichtigere Inhalte aus dem RAM
vertreiben. Kurzum, so weit, dass man swap signifikant braucht, sollte
man es nicht mehr kommen lassen. Wenn man natürlich reichlich RAM über
hat, gibt es schon Dampf, wenn tmp sich darin findet.

Ansonsten sollte man dem Cache durchaus etwas vertrauen schenken. Es
wàre nicht das erste OS, dass Schreibzugriffe auf Dateien, die kurz
danach wieder gelöscht werden, niemals bis zur Disk durchlàsst -
sozusagen ein Trim im Cache. Ob Linux das allerdings kann, habe ich noch
nicht eruiert. (Wenn nicht würde es Zeit, es zu implementieren.)

Lieber den Restbereich von
der Platte, auf der das System landet, als zusàtzlichehn Datenbereich
zum /home bereitstellen, oder Partition beider PLatten für /home
mittels LVM, btrfs, RAID verbinden? Wie würdet ihr vorgehen, und vor
allem: warum?



Alles systemische auf die SSD, Userdaten (home) auf die Spindel. Bei der
SSD 20-25% unpartitioniert lassen - /das/ steigert die Lebensdauer, ohne
den Nutzen komplett zu konterkarieren.
Natürlich könnte man einzelne Systemdaten, wie z.B. boot auch auf die
Drehplatte packen, aber was soll der Aufwand für die paar Bytes.
Natürlich könnte man auch die Userdaten selektiv auf die Platten
verteilen, aber wer gibt sich die Mühe, das bei jedem einzelnen Brocken
zu entscheiden und die entsprechenden Links zu setzen?

Und wenn die SSD bei dieser, spezifikationsgemàßen Nutzung verreckt,
dann macht man halt einen Garantietausch und spielt das Backup wieder auf.
Wenn Dir das alles zu unsicher ist, könntest Du ein RAID 1 aufsetzen,
bei dem die SSD auf die Drehplatte gespiegelt wird, aber bei dem alle
Lesezugriffe ausschließlich von der SSD bedient werden. Das kann man
AFAIK mittlerweile so konfigurieren. Da aber die Drehplatten genauso gut
verrecken können, ist der Nutzen dieser Aktion nur recht begrenzt. Zudem
begrenzt das den Performance-Vorteil der SSD in etwa auf einen Faktor 3.


Marcel

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