IFA Tablet-Impressionen

07/09/2014 - 08:25 von Robert Jasiek | Report spam
Core M:

Core M habe ich weder in Tablets noch Notebooks gesehen. Anscheinend
gibt es Geràte nur auf kurzen Pressekonferenzen für Journalisten zu
sehen, und die meisten Geràte verschwinden gleich wieder. Warum? Laut
c't hat das aktuelle E0-Stepping Probleme. Die Hersteller müssen wohl
aufs F-Stepping warten. Vielleicht gibt es zu Weihnachten oder zur CES
2015 erste Geràte. Da wird sich wohl auch CherryTrail nochmals
verzögern.

20"-Tablets:

Es gibt zwei Sorten: Geràte, deren Bildschirm nichts taugen (zu
dunkel, zu spiegelnd) verschiedener Hersteller. Geràte von Panasonic
mit gutem Bildschirm (z.B. 4K, hell, eher wenig spiegelnd) für EUR
4000 - 5500. Meine Empfehlung: Panasonic oder gar nichts. (Nur wer es
sich leisten kann, natürlich.)

Gewicht von 10"-Tablets oder größer:

Geràte mit 460 - 480g (Samsung, Sony, iPad Air) kann man gut
stundenlang wie ein Buch halten. 660g wirken im Vergleich sofort etwas
unangenehm schwer. Die 798g des Surface Pro 3 sind fürs freie Halten
recht ungeeignet; so etwas ist in erster Linie ein Tischgeràt.

Android zu Windows:

Verschiedene kleine Hersteller haben mir gesagt, dass weitere Modelle,
die es z.Z. nur mit Android gibt, in 2 Monaten oder bis Jahresende
auch als Windows-Varianten auf den Markt kommen werden. Samsung
hingegen scheint es nicht nötig zu haben: weiterhin nur Android, nur
spiegelnde Displays, kein 4:3.

Spiegelnde Displays:

Die Standardaussage eines jeden Herstellers, warum es keine matten
Displays oder spiegelungsarmen Gorilla-Glàser gebe: "Das machen doch
alle Hersteller so!" Ach. Werden denn Tablets zum Gebrauch durch die
anderen Hersteller hergestellt - nicht etwa für die Endverbraucher?!
Nur die Deutschen wollten matte Displays, die Verbraucher der anderen
Lànder eher nicht, hieß es. Also bekommen auch die Deutschen keine
Tablets mit matten Displays?! Eine weitere Aussage: "Da müsste man ja
die Herstellung neu testen!" Ach, welche Überraschung. Sollte das iPad
Air 2 wirklich spiegelungsarme Displays einsetzen, bin ich ja mal
gespannt, wie bald die anderen Hersteller dann umdenken. Bisher konnte
ich nur neidisch auf matte Monitore blicken, nur um dann bei solchen
mit glànzendem Rand den Kopf zu schütteln. Mannomann. Wir (Kunden)
sind doch nicht blöd (sagt sogar MediaMarkt) - aber die lieben
Hersteller?! Wer von denen hat die eigenen Geràte dauerhaft im Freien
getestet und mal ein Buch mit einem Tablet in direkter
Sonneneinstrahlung oder zumindest in der Sonne verglichen?

Surface Pro 3:

Funktioniert. Auch der Digitizer ist gut, aber eher für Text als für
Grafiker geeignet. Das Seitenverhàltnis ist fast angenehm im
Hochformat. Einzige große Nachteile: noch etwas zu schwer und dick als
Buchtablet, aber fürs Arbeiten am Tisch gut geeignet (technisch wurde
für Core i wohl das Beste rausgeholt, aber das Tablet mit Core M oder
CherryTrail wird hoffentlich in Zukunft nochmal eine andere Klasse);
spiegelt (aber nicht allzu stark); Lüfter.

Wissen des Personals:

Es ist unglaublich, wie wenig informiert das meiste Standpersonal über
die eigenen Produkte war. "Normale oder WIM-Installation?" konnte von
niemandem (oder auf Anhieb) beantwortet werden. 32b/64b, Leuchtdichte,
Gewicht usw. brauchte die meisten ins Schwitzen. Oft mussten
Prozessornummer und Speichergrößen nachgeschlagen werden, weil sie
nicht auf den Kurzinfos neben den Geràten ablesbar waren. Nur eine
Schülerin war etwas besser drauf: sie hatte einen Spickzettel in der
Hosentasche, auf dem das Gewicht notiert war. Genaue Spezifikationen
auf Datenblàttern waren fast nirgendwo zu erhalten. Internet statt IFA
- wozu gibt es dann die IFA?!

Bestimmte Geràte und Sonstiges:

- ionik Tablets (wàre ab November meine Hoffnung für Windows mit
4:3-Bildschirm gewesen) spiegeln zu stark.
- Lenovo Yoga Tablet 10HD+ ist zwar ein super Konzept, aber der
Bildschirm ist zu dunkel und spiegelt, sodass man einen brauchbaren
Outdooreinsatz wohl vergessen kann.
- Toshiba Encore: in der abgedunkelten Halle sahen die (allerdings
spiegelnden) 300 cd/m^2-Displays gut aus, aber wie ist das wohl bei
normalem Licht oder gar im Freien?
- Je mehr Marktanteil ein Hersteller hat, desto besser sind die
Tablets verarbeitet. Je billiger ein Hersteller produziert, desto
fragwürdiger wirken Gehàusestabilitàt und Design.
- 2-in-1-Geràte: So etwas ist wegen des deutlich höheren Gewichts nie
ein Tabletersatz. Wer 2-in-1 kauft, muss genau so etwas haben wollen.
Detachable Notebooks sind nun eine interessante neue Geràteklasse, bei
der aber auch tendenziell gilt, dass das Tabletteil eines Geràts
schwerer als ein reines Tablet ist. Funktionell sind viele der neue
Hybride: leicht auseinander- und zusammenbaubar, flexibel in der
Nutzung.
 

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#1 Olaf Kaluza
07/09/2014 - 09:08 | Warnen spam
Robert Jasiek wrote:

20"-Tablets:



Sowas gibt es? Wofuer? Ich hab das Tablet Z von Sony mit 10Zoll. Das
ist meistens sehr gut geeignet. In etwa 10% der Faelle wuenscht man sich
12". Idealerweise in einem DIN/A4 Format. Aber noch groesser? Das ist
dann doch garnicht mehr tragbar. Und wenn es nicht tragbar sein soll,
dann kann ich mir auch einen PC mit Monitor hinstellen.


Geràte mit 460 - 480g (Samsung, Sony, iPad Air) kann man gut
stundenlang wie ein Buch halten.



Yep, genau meine Meinung. Die 500g meines Sonys liegen gerade
unterhalb der akzeptablen Obergrenze. Alles was schwerer ist wuerde
ich nicht mehr kaufen!

Verschiedene kleine Hersteller haben mir gesagt, dass weitere Modelle,
die es z.Z. nur mit Android gibt, in 2 Monaten oder bis Jahresende
auch als Windows-Varianten auf den Markt kommen werden. Samsung
hingegen scheint es nicht nötig zu haben: weiterhin nur Android, nur
spiegelnde Displays, kein 4:3.



Windows braucht man auf einem Tablett nicht weil man damit nicht
produktiv arbeiten will/kann. Wenn ich da erst wieder mit einer
externen Tastatur+Maus hantiere dann kann ich gleich mein Notebook
nehmen. Fuer passive Nutzung, Buecher lesen, Internet kucken, usw
reicht Android aber aus.
Aber 4:3 waere in der Tat notwendig. Es ist doch schwer zu glauben das
das Format von Arbeitsgeraeten von ein paar Dumpfbacken definiert wird
die nur Filme kucken wollen.


Die Standardaussage eines jeden Herstellers, warum es keine matten
Displays oder spiegelungsarmen Gorilla-Glàser gebe: "Das machen doch
alle Hersteller so!" Ach. Werden denn Tablets zum Gebrauch durch die
anderen Hersteller hergestellt - nicht etwa für die Endverbraucher?!



Die Wahrheit ist vermutlich das es im dunklen Laden besser aussieht
und die Leute es halt kaufen.

Nur die Deutschen wollten matte Displays, die Verbraucher der anderen
Lànder eher nicht, hieß es. Also bekommen auch die Deutschen keine
Tablets mit matten Displays?!



Klar, wir sind mittlerweile zu unbedeutend. Ich staune zum Beispiel
immer was es in Japan alles fuer Geraete gibt es niemals den Weg bis
nach Deutschland finden. Allerdings haben die dann auch Preise wo bei
den ganzen Aldikaeufern sofort der Blutdruck hoch geht.

Eine weitere Aussage: "Da müsste man ja
die Herstellung neu testen!" Ach, welche Überraschung. Sollte das iPad
Air 2 wirklich spiegelungsarme Displays einsetzen, bin ich ja mal
gespannt, wie bald die anderen Hersteller dann umdenken.



Das kann natuerlich sein. Aber das nennt man dann Mode. Die Leute
kaufen das dann nicht weil es besser ist sondern weil man das
ploetzlich braucht um cool zu sein.

Bisher konnte
ich nur neidisch auf matte Monitore blicken, nur um dann bei solchen
mit glànzendem Rand den Kopf zu schütteln. Mannomann. Wir (Kunden)
sind doch nicht blöd (sagt sogar MediaMarkt)



Wenn die Geraete trotzdem verkauft werden dann sind die Kunden
offensichtlich bloed genug.


Hersteller?! Wer von denen hat die eigenen Geràte dauerhaft im Freien
getestet und mal ein Buch mit einem Tablet in direkter
Sonneneinstrahlung oder zumindest in der Sonne verglichen?



Wer haelt sich denn noch dauerhaft im Freien auf? :-)


Es ist unglaublich, wie wenig informiert das meiste Standpersonal über
die eigenen Produkte war.



Ich, als Hardwareentwickler, befinde mich normalerweise auch nicht auf
dem Messestand meiner Firma. Da kann man sich schlecht beklagen. :-)

Hosentasche, auf dem das Gewicht notiert war. Genaue Spezifikationen
auf Datenblàttern waren fast nirgendwo zu erhalten. Internet statt IFA



Das aergert mich allerdings auch. Datenblaetter werden heute wohl
ausschliesslich vom Marketing geschrieben, von Halbgescheite fuer Doofe.
Aber solange die Leute alles kaufen was glaenzt und billig ist reicht
das wohl.

Olaf

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