Init Boot Facilities im LSB Header

11/09/2012 - 14:39 von Thomas Wildgruber | Report spam
Hi Group,

ich kratz mich grad am Kopf über die Angabe diverser Boot-Facilities im
LSB-Header eines Init-Skripts:

http://wiki.debian.org/LSBInitScripts

Hier wird als Syntax zB...

X-Start-Before: boot_facility_1 [boot_facility_2...]

...also mehrere Facilities hintereinander. Aber wenn ich mich jetzt mal
dumm stelle (was mir nicht schwer fàllt) könnte man bei der angegebenen
Reihenfolge...:

$local_fs, $network, $named, $portmap, $remote_fs, $syslog, $time, $all

...und mit etwas gesundem Menschenverstand ja davon ausgehen, dass
zumindest teilweise Facilities in andere integriert sind? Was ich meine ist
zB konkret der Fall '$network $remote_fs' Hier sollte doch eigentlich das
$network in $remote_fs enthalten sein, denn es macht ja keinen Sinn auf ein
Remote-Filesystem zu warten ohne das auf das Netzwerksubsystem gewartet
wird.

In meinem Fall zB habe ich $local_fs und $network als Boot-Facilites
ermittelt aber sollte $local_fs nicht (zumindest) in den meisten anderen
Boot-Facilities bereits enthalten sein und die explizite Angabe somit
eigentlich überflüssig machen? Ein Netzwerk zu initialisieren sollte doch
ohne dem lokalen Filesystem eigentlich kaum möglich sein, steht doch die
gesamte Konfig in irgendeinem Config-File.

Thx & Bye Tom
"Der Retter der Welt ist ein Pinguin und Linus Torvalds ist sein Prophet "
 

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#1 Christoph Mehdorn Weber
13/09/2012 - 17:17 | Warnen spam
Hallo!

* Thomas Wildgruber :

X-Start-Before: boot_facility_1 [boot_facility_2...]



Guter Hinweis. Der war mir bisher noch gar nicht aufgefallen,
aber den kann ich gerade gut brauchen.

Aber wenn ich mich jetzt mal dumm stelle (was mir nicht schwer
fàllt) könnte man bei der angegebenen Reihenfolge...:

$local_fs, $network, $named, $portmap, $remote_fs, $syslog,
$time, $all

...und mit etwas gesundem Menschenverstand ja davon ausgehen,
dass zumindest teilweise Facilities in andere integriert sind?



Ja. Beispielsweise ist, wie im von dir verlinkten Dokument
angegeben, $local_fs in $remote_fs standardmàßig enthalten.
(Zumindest auf zwei meiner Systeme ist das in der
/etc/insserv.conf so definiert, allerdings sind die beide
mindestens aus Lennys durch Updates entstanden; könnte bei einem
frischen Squeeze anders sein.)

Was ich meine ist zB konkret der Fall '$network $remote_fs' Hier
sollte doch eigentlich das $network in $remote_fs enthalten
sein, denn es macht ja keinen Sinn auf ein Remote-Filesystem zu
warten ohne das auf das Netzwerksubsystem gewartet wird.



Direkt ist es nicht enthalten, aber $remote_fs enthàlt mountnfs
und das wiederum hat ein "Should-Start: $network" definiert.

In meinem Fall zB habe ich $local_fs und $network als Boot-Facilites
ermittelt aber sollte $local_fs nicht (zumindest) in den meisten anderen
Boot-Facilities bereits enthalten sein und die explizite Angabe somit
eigentlich überflüssig machen?



Kann sein, aber es explizit hinzuschreiben schadet nicht.
Probleme kann es hingegen geben, wenn man ein Minimalsystem hat
und dort plötzlich eine Facility nicht eingebunden ist, wàhrend
das auf Normalinstallationen über andere Init-Scripte passiert.

Ein Netzwerk zu initialisieren sollte doch ohne dem lokalen
Filesystem eigentlich kaum möglich sein, steht doch die gesamte
Konfig in irgendeinem Config-File.



Wenn du dich auf DHCP einlàßt, sollte das rein mit
Kerneloptionen machbar sein.

Andererseits: Wenn du das gesamte System in Root-Dateisystem
liegen hast, ist es, wenn der Kernel init startet, bereits
gemountet und (üblicherweise read-only) verfügbar. Ab dem
Zeitpunkt könnte man dann diverse Config-Files zumindest lesen
oder auch mal "ifconfig eth0 up" aufrufen, damit man z.B. eine
IPv6-Adresse abbekommen kann.

Christoph

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Die neue Firmware 112 schon aufgespielt?
(Klaus Hoenig, Alfred Bernschneider)

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