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init.d komisches Verhalten

01/10/2016 - 13:07 von Wolfgang Schwanke | Report spam
Hallo,

es geht um die gleiche Maschine wie unter <cdb1sn-tc1.ln@wschwanke.de>
beschrieben, also ein virtueller Server mit OpenSUSE 13.2 und folglich
systemd.

Er làuft soweit, alles schön. Eine kleine Merkwürdigkeit gibt es noch.
Ich möchte die 3 Kernanwendungen apache, mysql und vsftp nach eigenem
Gusto verwalten und daher per /etc/init.d starten. Mit apache und mysql
funktioniert das wunderbar, sie starten bei jedem Boot automatisch.
Aber vsftpd startet nicht.

Ich hab zur Analyse jetzt mehrere Konfigurationen probiert und jedes Mal
neu gebootet:


Szenario 1 wie ursprünglich eingerichtet:

kiste:/etc/init.d # find . -name "*vsftpd*"
-rwxr-xr-x 1 root root 2935 Okt 1 08:00 ./vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 08:00 ./rc3.d/K20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 08:00 ./rc3.d/S20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 08:00 ./rc5.d/K20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 08:00 ./rc5.d/S20vsftpd -> ../vsftpd

Ergebnis: Wird beim Boot ignoriert. ./vsftpd ist das normale
Startskript, das mit dem rpm mitinstalliert wird. Hàndisch startet es
den Dienst, nur nicht automatisch.



Szenario 2 zum Testen ob init.d funktioniert wie es soll:

kiste:/etc/init.d # find . -name "*testskript*"
-rwxr-xr-x 1 root root 33 Okt 1 09:00 ./testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 09:00 ./rc3.d/K20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 09:00 ./rc3.d/S20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 09:00 ./rc5.d/K20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 09:00 ./rc5.d/S20testskript -> ../testskript

./testskript hat den einfachen Inhalt

#!/bin/sh

date >> /tmp/testlog

Ergebnis: In /tmp/testlog wird bei jedem Boot brav die Zeit geschrieben
wie erwartet. init.d funktioniert also.



Szenario 3: Identisch zu Szenario 2, nur Skript und die Symlinks darauf
in vsftpd umbenannt:

kiste:/etc/init.d # find . -name "*vsftpd*"
-rwxr-xr-x 1 root root 33 Okt 1 10:00 ./vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 10:00 ./rc3.d/K20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 10:00 ./rc3.d/S20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 10:00 ./rc5.d/K20vsftpd -> ../vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 10:00 ./rc5.d/S20vsftpd -> ../vsftpd


Ergebnis: Wird beim Boot ignoriert genau wie Szenario 1



Szenario 4: Identisch zu Szenario 2, abweichend ist testskript jetzt
aber ein Symlink auf das echte vsftpd-Startskript

kiste:/etc/init.d # find . -mtime -1 | egrep 'vsftpd|testskript'
-rwxr-xr-x 1 root root 2935 Okt 1 11:00 ./vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 6 Okt 1 11:00 ./testskript -> vsftpd
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 11:00 ./rc3.d/K20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 11:00 ./rc3.d/S20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 11:00 ./rc5.d/K20testskript -> ../testskript
lrwxrwxrwx 1 root root 13 Okt 1 11:00 ./rc5.d/S20testskript -> ../testskript

Ergebnis: Der vsftpd-Daemon startet beim Boot.

Was zum Henker geht hier vor? Das System hat anscheinend was gegen den
Namen "vsftpd" als Startskript, aber warum?

John Peel is not enough

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de
 

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#1 Ole Jansen
04/10/2016 - 09:40 | Warnen spam
Am 01.10.2016 um 13:07 schrieb Wolfgang Schwanke:
Hallo,

es geht um die gleiche Maschine wie unter
beschrieben, also ein virtueller Server mit OpenSUSE 13.2 und folglich
systemd.

Er làuft soweit, alles schön. Eine kleine Merkwürdigkeit gibt es noch.
Ich möchte die 3 Kernanwendungen apache, mysql und vsftp nach eigenem
Gusto verwalten und daher per /etc/init.d starten. Mit apache und mysql
funktioniert das wunderbar, sie starten bei jedem Boot automatisch.
Aber vsftpd startet nicht.



Moin,

Hin und wieder muss man sich neu gewöhnen. Systemd hat das Konzept von
"Targets" eingeführt weil das flexibler ist als runlevel in sysvinit.
Runlevel findet Lennart legacy und sie werden über Targets emuliert.
Der wesentliche Unterschied ist, dass mehrere Targets zur selben Zeit
aktiv sein können.

Siehe auch

<http://www.dynacont.net/documentati...mands/>

Was "denkt" er denn welche services Du haben willst? sagt denn z.B.

# systemctl is-enabled vsftpd.service; echo $?


Was zum Henker geht hier vor? Das System hat anscheinend was gegen den
Namen "vsftpd" als Startskript, aber warum?



Ausdrücklich steht da nichts ;-)

<https://github.com/systemd/systemd/search?utf8=✓&q=vsftpd>

Apropos FTP:
Startet er den Service evtl. erst dann, wenn jemand von
außen versucht sich mit dem ftp Port zu verbinden?

O.J.

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