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Interpretation von Werten

20/12/2011 - 20:09 von Jürgen Meyer | Report spam
Ich bekomme bei der Leitungsprüfung je nach Anbieter recht unterschiedliche Angaben
hinsichtlich der möglichen DSL-Geschwindigkeiten. Das reicht von 3000 (Telekom) bis 16000 (Vodafone).

Sehe ich in meine Fritz!Box, finde ich folgendes:
Leitungskapazitàt Down: 17900 kbit/s Up:1200 kbit/s
Latenz Down: 8 ms Up: fast
Störabstand Down: 31 dB Up: 30 dB
Leitungsdàmpfung Down: 26 dB Up: 17 dB
Tràgersatz Down: B43 Up: B43

Schon klar, dass die angezeigten Leitungsdàmpfungen so unterschiedlich sind,
weil es sich um gemittelte Werte über den ganzen jeweiligen Frequenzbereich handelt.

Wie kommt man denn nun an verlàssliche Informationen?
Ich möchte ja keinen Tarif bezahlen, der letztlich technisch nicht möglich ist.
Da legt sich ja kein Provider fest und schreibt immer nur "Bis zu… "

Gruß
Jürgen
 

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#1 Michael Landenberger
21/12/2011 - 00:37 | Warnen spam
"Jürgen Meyer" schrieb:

Ich bekomme bei der Leitungsprüfung je nach Anbieter recht
unterschiedliche Angaben hinsichtlich der möglichen
DSL-Geschwindigkeiten. Das reicht von 3000 (Telekom) bis
16000 (Vodafone).



"3000" und "16000" sind keine Geschwindigkeiten, sondern einfache Zahlen. Du
müsstest schon genauer darlegen, welche Ergebnisse die "Leitungsprüfung" [1]
tatsàchlich geliefert hat. Ich wette, es sind zumindest im Fall von Vodafone
keine Geschwindigkeitsangaben (Daten-Durchsatzraten werden nàmlich in kbit/s
angegeben), sondern Produktbezeichnungen, z. B. "DSL 16000". Eine
Verfügbarkeit von "DSL 16000" ist aber nicht gleichbedeutend mit der
Verfügbarkeit von 16000 kbit/s. Vodafone garantiert beispielsweise für das
Produkt mit Namen "DSL 16000" lediglich 6145 kbit/s, das ist noch nicht
einmal die Hàlfte von 16 MBit/s.

[1] Geprüft wird die Leitung erst bei der Schaltung des Anschlusses. Die
Ergebnisse der Verfügbarkeitsprüfungen der DSL-Anbieter basieren auf
theoretischen Werten und Schàtzungen.

Sehe ich in meine Fritz!Box, finde ich folgendes:
Leitungskapazitàt Down: 17900 kbit/s Up:1200 kbit/s
Latenz Down: 8 ms Up: fast
Störabstand Down: 31 dB Up: 30 dB
Leitungsdàmpfung Down: 26 dB Up: 17 dB
Tràgersatz Down: B43 Up: B43



Die Leitungsdàmpfung von 26 dB führt dazu, dass dir die Telekom auch gegen
Geld und gute Worte nicht mehr als 3000 kbit/s bereitstellen wird. Andere
Anbieter mit eigener, modernerer DSL-Technik schalten jedoch an ein und
derselben Leitung deutlich höhere Bandbreiten. Die (von der Fritzbox nur
geschàtzte) Leitungskapazitàt ist zwar ein Anhaltspunkt, aber ob diese in
der Praxis tatsàchlich erreicht wird, ist nicht sicher. Du kannst aber mit
ungefàhr dem Doppelten bis Dreifachen der Bandbreite rechnen, sobald nicht
mehr fixed rate ADSL1 (wie bei der Telekom üblich), sondern rate adaptive
ADSL2+ (wie bei Telekom-Konkurrenten üblich) geschaltet wird.

Mit anderen Worten: Vodafone, Telefonica und andere Anbieter, die über
eigene DSL-Technik verfügen und daher nicht auf Telekom-DSL angewiesen sind,
dürften an deinem Anschluss ca. 10 MBit/s liefern können. Die garantierten
Mindestbandbreiten für "DSL 16000" liegen je nach Anbieter und Produkt
zwischen 5 und 10 MBit/s, weswegen eine Verfügbarkeit von 10 MBit/s
gleichbedeutend mit der Verfügbarkeit von "DSL 16000" ist. Wenn also die
Verfügbarkeit von "DSL 16000" gemeldet wird und der Anbieter spàter
mindestens die Bandbreite liefert, die er im Kleingedruckten für sein
Produkt "DSL 16000" garantiert hat, dann hat er nicht gelogen.

Hier noch ein paar Beispiele für garantierte Downstream-Mindestbandbreiten
verschiedener Anbieter:

Telekom
DSL 16000 (Call&Surf): mind. 6304 kbit/s, mit Zustimmung des Kunden bis 384
kbit/s
DSL 16+ (Entertain Comfort): mind. 10000 kbit/s

Vodafone
DSL 16000: mind. 6145 kbit/s

Alice
DSL 16000: mind. 5000 kbit/s, mit Zustimmung des Kunden bis 1536 kbit/s

1&1
DSL 16000: mind. 8000 kbit/s, mit Zustimmung des Kunden auch weniger

Wie kommt man denn nun an verlàssliche Informationen?



Indem man die Leistungsbeschreibung für das als verfügbar gemeldete Produkt
durchliest. Dort steht drin, mit welcher Bandbreite man sicher rechnen kann.

Ich möchte ja keinen Tarif bezahlen, der letztlich technisch
nicht möglich ist.



Das tust du bei so gut wie keinem Anbieter. Du bezahlst nur das, was du
bekommst. Ohne Kenntnis der Leistungsbeschreibung kann es aber sein, dass du
weniger bekommst, als du erwartest.

Da legt sich ja kein Provider fest und schreibt immer nur
"Bis zu. "



Falsch. Die meisten Provider legen sich fest und geben konkrete
Mindestbandbreiten-Zusagen. Nur stehen die nicht in der grellbunten Werbung,
sondern im Kleingedruckten.

Gruß

Michael

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