IR-Thermometer

06/11/2009 - 22:38 von Roland Damm | Report spam
Moin,

ich habe hier gerade mit einem IR-Thermometer zu tun, dabei macht mich eine
Sache nachdenklich:

Um eine Temperatur damit korrekt zu messen, muss man den
Emissionskoeffizient des Materials am Thermometer eingeben. Wenn ich einen
zu kleinen Emissionskoeffizient eingebe, sollte doch folgendes passieren:
Das Thermometer misst die Strahlung, dividiert diese durch den
Emissionskoeffizienten und erhàlt die Stahlungsleistung, die ein gleich
warmer schwarzer Strahler emittieren würde. Daraus kann man dann die
Temperatur ausrechnen. Also wenn ich ein kleineres epsilon eingebe, bekomme
ich eine zu große Temperatur angezeigt.

Nun ist das bei diesem Geràt aber umgekehrt. Im Raum auf die Tapete geschaut
meldet es bei epsilon=1 eine Temperatur, die hinkommen könnte, vielleicht
etwas zu wenig. Wenn ich ein epsilon von 0.1 eingebe, zeigt mir das Ding
-50°C an.

Gibt es dafür eine Erklàrung? Oder haben da die Softwerker des Herstellers
einfach nur Mist gebaut? Zutrauen würde ich denen das, die Software, mit der
man die Messwerte auf den PC übertragen kann, ist auch sehr buggy und
teilweise nicht funktionsfàhig.

CU Rollo
 

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#1 Ralf . K u s m i e r z
07/11/2009 - 00:57 | Warnen spam
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

ich habe hier gerade mit einem IR-Thermometer zu tun,



Für welchen Meßbereich?

dabei macht mich eine Sache nachdenklich:
Um eine Temperatur damit korrekt zu messen, muss man den
Emissionskoeffizient des Materials am Thermometer eingeben. Wenn ich einen
zu kleinen Emissionskoeffizient eingebe, sollte doch folgendes passieren:
Das Thermometer misst die Strahlung, dividiert diese durch den
Emissionskoeffizienten und erhà€lt die Stahlungsleistung, die ein gleich
warmer schwarzer Strahler emittieren wàŒrde. Daraus kann man dann die
Temperatur ausrechnen. Also wenn ich ein kleineres epsilon eingebe, bekomme
ich eine zu groàŸe Temperatur angezeigt.



Das ist grundsàtzlich richtig.

Nun ist das bei diesem Gerà€t aber umgekehrt. Im Raum auf die Tapete geschaut
meldet es bei epsilon=1 eine Temperatur, die hinkommen könnte, vielleicht
etwas zu wenig. Wenn ich ein epsilon von 0.1 eingebe, zeigt mir das Ding
-50°C an.



Klingt buggy.

Gibt es dafàŒr eine Erklà€rung? Oder haben da die Softwerker des Herstellers
einfach nur Mist gebaut? Zutrauen wàŒrde ich denen das, die Software, mit der
man die Messwerte auf den PC àŒbertragen kann, ist auch sehr buggy und
teilweise nicht funktionsfà€hig.



IR bei Zimmertemperatur ist so eine Sache - das dürfte heftig durch
VIS gestört werden. Wie ist denn überhaupt das Funktionsprinzip? Bei
einem Strahlungspyrometer gibt es zum einen die Glühdrahtmethode
(subjektiver Farbtemperaturabgleich), zum anderen Quotientenmessungen
bei zwei verschiedenen Wellenlàngenbereichen, die relativ
unempfindlich gegen epsilon-Änderungen sind. Vielleicht wird Dein
Instrument irgendwie durch sichtbares Licht oder einer reflektierte
IR-Quelle ausgetrickst, oder es gibt einen atypischen Emissionsverlauf
im Material. (Am einfachsten zu testen, indem Du ein IR-Spektrum auf
die Flàche projizierst und abfotographierst, vergleichsweise mit einem
Streifen eines anderen Materials im Bild.)

Epsilon = 0,1 bedeutet ja auch 90 % Reflexion - das ist strahlendweiß.
Wenn der Kasten nun sichtbares Licht berücksichtigt und die
Umgebungshelligkeit mißt und daraus dann einen Korrekturwert an
Strahlungsleistung gem. dem angegebenen epsilon berechnet und von der
empfangenen Gesamtintensitàt abzieht, dann "sieht" er zu wenig
Strahlungsleistung und schließt daraus auf "eiskalt".

(Wenn das Ding was taugen würde, dann könnte es epsilon einfach mit
einem Probeblitz messen.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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