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Ist Kubuntu eher 'Bananaware'?

09/05/2009 - 09:46 von Christian Baer | Report spam
Guten Morgen, liebe Gruppengemeinde!

Nachdem mein Vorhaben, heute mal auszupennen von einer jungen,
rothaarigen Dame am Telefon zu Nichte gemacht wurde und ich nicht mehr
einschlafen konnte, schreibe ich diesen Artikel einfach mal jetzt.
Geplant war er erst für heute Nachmittag. [1]

Vorab:
Der Betreff ist ganz bewußt als Frage formuliert. Weder die absoluten
Kubuntu-Jünger, noch sonstige Leute mögen sich bitte auf den Schlips
getreten fühlen. Ich will bewußt dieser Frage *nachgehen*. Es geht hier
ausdrücklich um den Vergleich zu den anderen genannten Ubuntu-Varianten.

Nachdem ich sehr viel Gutes über Ubuntu gehört und gelesen hatte (die
c't hat es sehr lobend erwàhnt und auch für meine Begriffe zwischen den
Zeilen besser dargestellt als Debian), habe ich es mir mal angesehen,
weil ich gerne unsere Rechner auf der Arbeit mit Open Source bestücken
möchte. Ich war aber schon seit den ganz frühen Tagen von Gnome kein Fan
des Systems, sondern tendiere eher zu KDE. Ich hàtte ja gedacht, daß mit
KDE 4.2 so langsam eine gewisse Stabilitàt eingetreten sei. Außerdem
gefàllt mir Kopete *deutlich* besser als Pidgin - Empathy habe ich mir
noch nicht angesehen. :-)

Probirt habe diese drei Varianten von Ubuntu (sowohl als i386 als auch
als AMD64):
- Ubuntu (Gnome)
- Kubuntu
- Xubuntu

Ob man den grafischen Installer nimmt oder den im Textmodus hat für
meine Versuche keine Geige gespielt, weil ich auf Verschlüsselung
(schade, daß es "ab Werk" nur CBC gibt) und sonstige Extras verzichtet
habe. Installiert habe ich nicht sonderlich spannend: /boot, / und /home
haben eigene Partitionen bekommen, swap natürlich auch. Ich zwei Rechner
ausprobiert:

1. Meiner zu Hause:
- Asus A8V Deluxe (VIA Chipsatz)
- AMD Opteron 185 (Baugleich mit Athlon FX 64)
- 2GB RAM
- Ton "an Bord"
- ATI X1950 (2xDVI)

Das Ganze ist angeschlossen an zwei 19" TFTs von NEC (über DVI natürlich)

2. Bürorechner
- Mainboard weiß ich nicht (auch VIA Chipsatz)
- AMD Athlon XP 2400+ (2GHz)
- 1GB RAM
- Ton "an Bord"
- ATI X800XL

Das Ding ist angeschlossen an einen recht alten 17" TFT über VGA (werde
ich demnàchst tauschen)

Die Varianten mit Gnome und Xfce laufen beide ohne Probleme. Bei Gnome
kann ich zu Hause beide Bildschirme nebeneinander nutzen. Etwas làstig
ist, daß ich nach jedem Neustart die Konfiguration wieder anpassen muß,
damit die Monitore nicht das gleiche anzeigen.

Unter KDE klappt das nicht so wirklich. Es gibt zwar ein
Einstellungsdialog (KRandR), wo das vorgenommen werden kann, aber da
fehlen die Optionen. Zu sehen sind nur Optionen, den Bildschirminhalt zu
drehen. Und die bewirken nichtmal was. Es werden aber beide
DVI-Anschlüsse der GraKa angezeigt. Erkannt wurden sie scheinbar doch
richtig. Interessant ist auch, daß die Tastenkombination zum Abschießen
des X-Servers (ctl-alt-backspace) unter Kubuntu rein gar nichts bewirkt
- obwohl dies ausdrücklich dokumentiert ist.

Aber, man ist ja nicht doof und kann ja auch selbst
Konfigurationsdateien bearbeiten. Also habe ich zu Fuß zwei Displays
eingetragen, den Anschlüssen zugewiesen und Positionen vergeben
(rightof). Als BSDler kommt man da auch nicht drum rum. :-) Das bewirkte
eine Besserung für ein paar Sekunden nàmlich für 5 oder 6 nach der
Anmeldung. Wenn der Rechner hochfàhrt, habe ich einen großen Desktop und
ich kann auch mit der Maus über beide fahren. Auf dem linken Bildschirm
erscheint der Anmelde-Dialog. Ich gebe also mein Paßwort ein. Dann
erscheint auf dem rechten Bildschirm (warum da?) der Splash-Screen (mit
Festplatte und Co., die eingeblendet werden). Ich sehe die Startleiste
rechts, der Splash-Screen verschwindet, beide Monitore werden für eine
halbe Sekunde schwarz. Und wenn das Bild jetzt zurückkehrt, sehe ich auf
beiden Monitoren wieder das gleiche - ich habe also wieder einen
gespiegelten Desktop. Hmpf! Der Versuch, KRandR zu starten, um mal zu
gucken, ob ich noch etwas àndern kann, scheitert. Zwar bekomme ich den
hüpfenden Monitor neben dem Mauszeiger zu sehen, aber nicht mehr das
eigentliche Einstellfenster. Das bleibt gleich ganz weg.

Das alles habe ich mit Kubuntu 9.04 ausprobiert. Unter 8.10 habe ich mir
nicht so viel Mühe gemacht (9.4 stand schon in den Startlöchern). KRandR
hatte aber die gleichen Probleme.

Mir ist es unter KDE nie gelungen, die AMD-Treiber für meine GraKa
nachzuladen. Unter Ubuntu (allerdings 8.10)wurden diese Problemlos
nachgeladen und erlaubten die üblichen, witzigen Compiz-Effekte. Kubuntu
8.10 und 9.04 finden keine Treiber zum Nachladen.

Auf meinem Rechner zu Hause hatte ich auch öfter Abstürze und andere
unschöne Effekte, besonders wenn ich mal mit Plasma rumgespielt habe.
Der Konqueror lief hingegen immer problemlos. Etwas seltsam gestaltet
sich die Nachinstallation von Flash. Der Konqueror kann Flash nutzen,
aber erst nachdem ich den Firefox auch noch installiert habe.

Ubuntu 8.10 und 9.04 liefen im Vergleich "rock solid" und würden bei mir
eher in den Produktiveinsatz kommen als Kubuntu - auch wenn ich KDE im
Vergleich zu Gnome wirklich wunderhübsch finde.

Auf dem genannten Bürorechner bin ich gar nicht erst zu irgendwelchen
Experimenten gekommen, weil KDE darauf vollkommen unbrauchbar ist. Text
wird so riesig dargestellt, daß ein einzelner Buchstabe nicht auf den
Bildschirm paßt. Öffne ich das Startmenü, füllt es den kompletten
Bildschirm - ohne daß etwas davon zu lesen wàre, weil alles zu groß ist.

Auf diesem Rechner liefen Ubuntu und Xubuntu problemlos. Ich muß
allerdings gestehen, daß ich nicht so sehr in die Tiefe gegangen bin,um
nachzusehen, ob da irgendwelche Fallstricke sind. Surfen, Schreiben
(Open Office), Chatten gingen alle.

Auf mich macht Kubuntu im Vergleich einen sehr unausgereiften Eindruck.
Ich habe zwar nur zwei Rechner, mit denen ich es getestet habe, aber die
Hardware darin ist nun wirklich nicht exotisch und sonderlich neu auch
nicht. Ich habe mir aber sagen lassen, daß Ubuntu ohnehin nicht die
Distribution der Wahl ist, wenn man KDE verwenden möchte. Oder ist das
ein Gerücht?

Bin auf Eure Meinungen gespannt!

Gruß
Christian

[1] Ja ja, ich weiß, daß interessiert Euch jetzt brennend. :-)

Geeks don't need to get laid - they get off
on benchmark results.
 

Lesen sie die antworten

#1 Jürgen Schroll
09/05/2009 - 12:24 | Warnen spam
Mein Eindruck ist auch, dass Kubuntu nicht das Wahre ist. Wer mit KDE4
arbeiten will, sollte lieber zu Suse 11.1 greifen.
Wer keinen RPM mag, kan auch zu Sidux greifen, allerdings weiß ich
nicht, ob die schon KDE4 haben oder noch bei KDE3 sind.

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