In Japan gehen erstmals massenhaft Menschen gegen Atomkraft auf die Strasse

17/07/2012 - 01:04 von Karl-Ludwig Diehl | Report spam
Hallo allerseits,


wie den ARD-Nachrichten vom 16.7.2012 zu entnehmen
war, sollen in Japan 100.000 Menschen gegen Atom-
kraftwerke protestiert haben. Anlass war wohl die Wie-
derinbetriebnahme des 1.Atommeilers, der nach der Ka-
tastrophe zusammen mit all den anderen abgeschaltet
worden war. Da man damit rechnet, dass ein weiteres
AKW seinen Betrieb aufnehmen soll, waechst der Zorn
der Bevoelkerung.

Die Zeitung "Neues Deutschland" waehlte die Ueber-
schrift:

"170 000 Japaner wollen den Neustart von Reaktoren
nicht hinnehmen" (1)

Auch das liest sich eindrucksvoll:

"Literaturnobelpreistràger Kenzaburo Oe, einer der Haupt-
redner, sagte: »Wir müssen die Plàne der Regierung
stoppen.« Er gehört zu den Initiatoren von »Sayonara Nu-
kes«. Die Initiative hat bereits über 7,8 Millionen Unter-
schriften für den Atomausstieg gesammelt, zehn Millio-
nen sollen es werden. Nach ihren Angaben sind vier Fünf-
tel der japanischen Bevölkerung für ein Ende der Atom-
kraft." (2)

Mittlerweile werden weitere Schwaechen der japanischen
Atomkraftwerke deutlich. Nicht der Tsunami, sondern
das Erdbeben soll auf die Reaktoren in Fukushima Aus-
wirkungen gehabt haben. Der parlamentarische Unter-
suchungsausschuss stellte in Japan fest:

"Es bestehe die Möglichkeit, dass das Erdbeben bereits
wichtige Anlagen beschàdigt und auch einen Kühlmittel-
verlust in Reaktor 1 ausgelöst habe." (3)

Deswegen schreibt die Suedwest Presse:

"Der mit Spannung erwartete Bericht von Japans erstem
parlamentarischen Untersuchungsausschuss versetzt
der Atomlobby einen schweren Schlag. Schonungslos
analysiert der Bericht wie Klüngel, Versàumnisse und
Fehler und nicht die Natur durch Erdbeben und Tsuna-
mi die Atomkatastrophe im AKW Fukushima 1 verur-
sacht und die Folgen verschlimmert haben. Das Unglück
sei von Menschenhand verursacht worden, bringt es der
Ausschussvorsitzende Kiyoshi Kurokawa auf den Punkt.
"Wir müssen sehr schmerzhaft zugeben, dass dieses
Desaster Made in Japan war." (4)

Auf diese japanische Qualitaetsarbeit des Desasters
will die japanische Bevoelkerung jetzt gerne verzichten.
Wir duerfen gespannt sein, wie sich die gesamte ja-
panische Bevoelkerung positioniert. Die Protestbewe-
gung wird wohl noch wachsen. Bei Wahlen kann die
Bevoelkerung noch groesseren Einfluss nehmen.


Karl-Ludwig Diehl
http://vub-virtuelleuniversittfrdas...gspot.com/

Anmerkung:
(1)-(2) zitiert aus:
http://www.neues-deutschland.de/art...kraft.html
(3)-(4) zitiert aus:
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/p...06,1531378


zugleich an: dsie,dsa,dsu
 

Lesen sie die antworten

#1 Wolfgang Schwanke
17/07/2012 - 07:53 | Warnen spam
Karl-Ludwig Diehl wrote in
news::

Hallo allerseits,


wie den ARD-Nachrichten vom 16.7.2012 zu entnehmen
war,



Ja mir war auch aufgefallen, dass die Meldung bei BBC und CNN nicht
erschienen ist. Vor ein paar Tagen brachte die Tagesschau sogar einen
Filmbericht über einen Protest von ein paar 100 Leuten in Japan. Diese
Themenauswahl reflektiert wohl die weltanschauliche Ausrichtung der
Tagesschau-Redaktion.

Tank nur das gute Super rein

http://www.wschwanke.de/ http://www.fotos-aus-der-luft.de/
usenet_20031215 (AT) wschwanke (DOT) de

Ähnliche fragen