Kann festplatte IN einem CRT-Fernseher platziert werden ?

10/05/2008 - 13:48 von boku | Report spam
Hallo an alle,
ich hoffe dies ist das richtige Forum fuer eine Elektrotechnik-
Frage...
habe mir einen sehr rudimentaeren "Festplatten-Recorder" selbst
zusammenbaut (habe ein Kit geschenkt bekommen).
Leider ist das Ding sehr unansehnlich und recht gross, und neben oder
auf dem Fernseher ist kein Platz mehr.
Daher wuerde ich es am liebsten IM Fernseher verschwinden lassen (IR-
receiver fuer Fernbedienung lege ich einfach nach aussen). Habe die
Abdeckung vom Fernseher abgenommen, und Platz waere genug; die CRT-
Roehre nimmt nur einen kleinen Teil vom Freiraum ein.

Meine Frage ist nun, wie sehr denn diese CRTs strahlen; koennte mir
vorstellen, dass sie Roentgen- oder elektromagnetsiche Strahlung
produzieren, die einer Festplatte (habe eine von meinem PC genommen)
schaden koennte; vor allem, wenn die Festplatte so nahe an der Roehre
platziert waere (ich wuerde sie ja innen am Gehaeuse anbringen).

Weiss jemand von euch genaueres darueber ?

Besten Dank im Voraus!

Lain
 

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#1 Marcel Müller
10/05/2008 - 20:33 | Warnen spam
Hallo!

boku wrote:
Meine Frage ist nun, wie sehr denn diese CRTs strahlen; koennte mir
vorstellen, dass sie Roentgen- oder elektromagnetsiche Strahlung
produzieren, die einer Festplatte (habe eine von meinem PC genommen)
schaden koennte; vor allem, wenn die Festplatte so nahe an der Roehre
platziert waere (ich wuerde sie ja innen am Gehaeuse anbringen).

Weiss jemand von euch genaueres darueber ?



Die Röhren strahlen überhaupt nicht (signifikant).

Aber die an der Röhre angebrachte Entmagnetisierung erzeugt beim
Einschalten schon ganz erhebliche Feldstàrken. Da wollte ich eine Platte
nicht unbedingt in der Nàhe haben. Allerdings kenne ich auch keine
genauen Zahlen.

Ich vermute allerdings dass gerade neuere Platten eher gelangweilt auf
externen Felder reagieren - vor allem, solange sie nicht im Betrieb
sind. Aufgrund der hohen Aufzeichnungsdichte sind die
Koerzitivfeldstàrken der Materialien nàmlich derart hochgezüchtet
worden, um dem Superparamagnetismus zu entgehen, dass da so schnell
nichts veràndert wird. Außerdem habe die Medien meines Wissens
mittlerweile umfànglich eine zweite, antiferromagnetisch gekoppelte
Magnetschicht. Dadurch ist die Interaktion mit makroskopischen Feldern
auch nochmal deutlich reduziert.

Was allerdings sehr wohl problematisch sein kann, sind Magnetfelder
wàhrend Lese- und Schreibvorgàngen, weil der GMR-Kopf durchaus
allergisch auf externe Felder reagiert. Und damit ist u.a. die Spurlage
in Gefahr, was zu allerlei Nebenwirkungen führen kann.

Also wenn man sicherstellen kann, dass die Platte erst nach dem
Fernseher angeht, sehe ich von der Seite wenig Probleme. Wenn nicht
sollte man sich zumidest soweit wie möglich von den
Entmagnetisierungsspulen fern halten. Vielleicht wissen ein paar Profis
hier genaueres um die Feldgeometrie. Ich vermute aufgrund der Anordnung
der Spulen gibt es ein paar tote Winkel wo kaum Feldenrgie ankommt. Die
kann man u.U. geschickt nutzen.

Ein ganz anderes Thema wurde allerdings bislang nicht erwàhnt. Die
Temperatur. Fernsehkomponenten sind nicht selten auf
Betriebstemperaturen von 60° bis 90° ausgelegt. Das mögen Computerbrösel
i.d.R. gar nicht gerne. Da sollte man durchaus etwas Vorsicht walten
lassen und ggf. ein Abschirmblech dazwischen packen, um der Platte einen
eigenen Zugluft-Kanal zu verpassen.


Marcel

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