Kardinäle in Mückenhausen

09/09/2010 - 12:24 von Jürgen R. | Report spam
Herrn Münchhausen, nachdem sein am Kirchturm hàngendes
Pferd losgebunden hatte, erschien in einer Vision der Spinner
Cantor und teilte mit, dass er das Wort 'Kardinalzahl' erfunden
hat, um einem Kirchenfürsten, nàmlich dem Kardinal Franzelin,
zu schmeicheln.

Der Kardinal Franzelin galt als gebildet, was damals etwas mehr
bedeutet haben könnte als heute, wo der Kardinal Ratzingius
Bavaricus als gebildet gilt und der Baron selber zum Professor
ernannt wurde. Eigentlich ist er nur Mathelehrer an einer Berufsschule
in Mückenhausen, aber er darf sich Professor nennen.

Der Kirchenfürst teilte die Meinung
des Barons von und zu Mückenhausen, dass die
Existenz des aktual Unendlichen, also die Lehre vom
"Infinitum creatum", mitsamt den transfiniten Zahlen,
Ketzerei und verdammenswürdiges Teufelswerk sei, dem
unbedingt das Imprimatur entzogen werden muss.

Der Spinner Cantor unternahm daraufhin den aussichtslosen
Versuch den Kardinal von seiner Gottesfurcht, von der
logischen Notwendigkeit der Transfiniten und, ganz
besonders, von der Vertràglichkeit des letzteren mit
der unzweifelhaften Wahrheit des unvergànglichen
Satzes "Omnia in pondere, numero et mensura disposuisti"
zu überzeugen.

Zu diesem Zweck schrieb Cantor einen Brief, in dem
folgendes vorkommt:
"...gesetzt den Fall, es gàbe, wie ich bewiesen zu haben
glaube, actual unendliche "Màchtigkeiten" d.h. Cardinalzahlen
und actualunendliche "Anzahlen wohlgeordneter Mengen" d.h.
Ordinalzahlen ..."

Von den Herausgebern der Briefe Cantors (Springer 1991) wird
bemerkt, dass hier zum erstenmal der Ausdruck 'Cardinalzahl'
in den Briefbüchern Cantors vorkommt.

Tatsàchlich scheint Cantor vorher, also vor 1886, den
Ausdruck "Màchtigkeit" zu benutzen, wo er spàter in
der Regel "Màchtigkeit oder Cardinalitàt" schreibt. "Kardinalzahl"
und "Ordinalzahl" waren damals seit Jahrhunderten
gebràuchliche Begriffe. Ist das wirklich welterschütternd
oder nur mückenheimerschütternd?

NB Heute wird manchmal zwischen Màchtigkeit und
Kardinalitàt unterschieden, etwa bei Sierpinski, wo 'power of a set'
und 'cardinal number' nicht gleichbedeutend sind.
 

Lesen sie die antworten

#1 WM
09/09/2010 - 23:25 | Warnen spam
On 9 Sep., 12:24, Jürgen R. wrote:
Herrn Münchhausen, nachdem sein am Kirchturm hàngendes
Pferd losgebunden hatte, erschien in einer Vision der Spinner
Cantor und teilte mit, dass er das Wort 'Kardinalzahl' erfunden
hat, um einem Kirchenfürsten, nàmlich dem Kardinal Franzelin,
zu schmeicheln.

Sie sind gànzlich unbelehrbar.
Der Brief von Cantor an Laßwitz, 15.2.1884 enthàlt (gemàß Eigenzitat
von Cantor 1887) die Phrase "Màchtigkeit oder Kardinalitàt".
Aber Cantor ist bekanntlich ein böswilliger Lügner und zu jeder
Art arglistiger Tàuschung bereit. Gewiß hat er seinen eigenen Brief
falsch zitiert.


Du bist leider ein Pechvogel. Was Du auch anfasst, es misslingt. Was
Du liest, Du verstehst es falsch. Solche Leute gibt es.
Ja, Cantor hat sich falsch zitiert. Er hat seine Wortwahl der neueren
Entwicklung angepasst.


Der Kardinal Franzelin galt als gebildet, was damals etwas mehr
bedeutet haben könnte als heute, wo der Kardinal Ratzingius
Bavaricus als gebildet gilt



Das hast Du wieder vom Hörensagen? Du selbst könntest nicht einmal
beurteilen, dass Du es nicht beurteilen kannst. Aber ich kann Dir
versichern, er ist gebildet. Auch wenn Du glaubst, das besser zu
wissen als alle Kardinàle.

und der Baron selber zum Professor
ernannt wurde.



Hier spricht ein Kritiker, der sich klüger dünkt als 20 Professoren
und der Kultusminister samt seinem Stab.

Eigentlich ist er nur Mathelehrer an einer Berufsschule



Das sind alle Hochschulen im weitesten Sinne. Auch Harvard und Yale
wurden zu diesem Zwecke gegründet. Einzige Ausnahme bleibt wohl Dein
Studiengebiet, die Matheologie, die in der Tat zu nichts befàhigt,
außer zum Züchten des Nachwuchses - aber da hattest Du natürlich keine
Chance.

in Mückenhausen, aber er darf sich Professor nennen.



Und Du darfst das nicht! Das wurmt Dich wohl gewaltig?
Keine Ursache. Das Leben veràndert sich dadurch nicht wirklich.

Der Kirchenfürst teilte die Meinung
des Barons von und zu Mückenhausen, dass die
Existenz des aktual Unendlichen, also die Lehre vom
"Infinitum creatum", mitsamt den transfiniten Zahlen,
Ketzerei und verdammenswürdiges Teufelswerk sei, dem
unbedingt das Imprimatur entzogen werden muss.



Hast Du schon in der Schule immer Kàse gelesen, wenn Wurst dort stand?
Franzelin behauptet, dass das, was Cantor „Transfinitum in natura
naturata" nennt, sich nicht vertheidigen làsst


Der Spinner Cantor



Du hast ihn unter der Pràmisse des Zitatfàlschens schon als
böswilligen Lügner und zu jeder Art arglistiger Tàuschung bereit
bezeichnet. Genügt das nicht, um selbst Dir zu zeigen, dass Dein
Urteil das eines ganz schwachen Kopfes ist?


unternahm daraufhin den aussichtslosen
Versuch den Kardinal von seiner Gottesfurcht, von der
logischen Notwendigkeit der Transfiniten und, ganz
besonders, von der Vertràglichkeit des letzteren mit
der unzweifelhaften Wahrheit des unvergànglichen
Satzes "Omnia in pondere, numero et mensura disposuisti"
zu überzeugen.

Zu diesem Zweck schrieb Cantor einen Brief, in dem
folgendes vorkommt:
"...gesetzt den Fall, es gàbe, wie ich bewiesen zu haben
glaube, actual unendliche "Màchtigkeiten" d.h. Cardinalzahlen
und actualunendliche "Anzahlen wohlgeordneter Mengen" d.h.
Ordinalzahlen ..."

Von den Herausgebern der Briefe Cantors (Springer 1991) wird
bemerkt, dass hier zum erstenmal der Ausdruck 'Cardinalzahl'
in den Briefbüchern Cantors vorkommt.




Schön, dass Du das jetzt auch gemerkt hast. Du brauchst Deine
Lesefrüchte hier nicht wiederzukàuen. Allen außer Dir waren die Fakten
schon bekannt.

Tatsàchlich scheint Cantor vorher, also vor 1886, den
Ausdruck "Màchtigkeit" zu benutzen, wo er spàter in
der Regel "Màchtigkeit oder Cardinalitàt" schreibt.




Du bist ja ein Blitzmerker! (Mit Zeitzünder.)

 "Kardinalzahl"
und "Ordinalzahl" waren damals seit Jahrhunderten
gebràuchliche Begriffe. Ist das wirklich welterschütternd



Wer hat das behauptet? Die Mengenlehre ist ein völlig bedeutungsloser
Humbug. Sie kann und wird überhaupt nichts erschüttern.

oder nur mückenheimerschütternd?



Weißt Du, es war im 16. Jahrhundert ein beliebtes Spiel, den Gegner zu
verunglimpfen, indem man dessen Namen verballhornisierte. Luther zum
Beispiel wurde von interessierten Kreisen gern Luder genannt. Wer
keine Argumente hat, muss sich mit so etwas begnügen.

NB Heute wird manchmal zwischen Màchtigkeit und
Kardinalitàt unterschieden, etwa bei Sierpinski, wo 'power of a set'
und 'cardinal number' nicht gleichbedeutend sind.



Da kannst Du wieder einmal sehen, was die Matheologie für ein Humbug
ist. Pardon, Du kannst das natürlich nicht, aber diejenigen Mitleser,
die ihren Verstand noch besitzen, können das.

Gruß, WM

Ähnliche fragen