Klassenarbeitsparadoxon

03/06/2013 - 17:30 von ram | Report spam
Ein Lehrer sagt zu seinen Schülern: »Wir werden in der
nàchsten Woche an einem Tag eine Klassenarbeit schreiben,
aber am Morgen dieses Tages werdet Ihr noch nicht wissen,
daß sie an diesem Tag geschrieben werden wird.«

Die Schüler überlegen sich, daß dies eigentlich nicht geht,
denn am letzten Tag der Woche kann der Lehrer die Arbeit
nicht schreiben lassen, weil die Schüler sich dies sonst
denken könnte. Am vorletzten Tag wüßten Sie daher auch schon
morgens Bescheid, u. s. w..

Dennoch sind die Schüler dann in der nàchsten Woche total
überrascht, als der Lehrer die Arbeit an einem bestimmten
Tage schreiben làßt. Also hat der Lehrer doch recht behalten!

Nun einige Gedanke von mir dazu:

1. Die genaue Analyse des Paradoxons kann von dessen genauem
Wortlaut abhàngen. Man muß sich also auf einen Wortlaut
einigen, um Analysen vergleichen zu können.

2. Die üblichen Interpretationen und die Schüler gehen davon
aus, daß der Lehrer vertrauenswürdig ist und seine
Vorhersage nicht einfach nur eine Lüge oder ein Scherz ist.

3. Die üblichen Analysen und die Schüler gehen davon aus,
daß der Lehrer sich aktiv bemühen wird, seine Vorhersage
wahr werden zu lassen, und es zu vermeiden suchen wird, daß
die Schüler doch schon am Morgen eines Tages wissen, daß an
diesem Tage eine Arbeit geschrieben werden wird.

4. Man kann die Geschichte auch so verstehen, ohne daß es zu
einem Widerspruch kommt: Die Schüler versuchen, eine
»Asymmetrie« zu finden: Einen Tag, der sich von den anderen
unterscheidet, der Tag, an dem die Arbeit geschrieben wird.
Dies gelingt ihnen aber nicht: Nach ihren Annahmen sind alle
Tage gleichermaßen »verboten«, denn an allen Tagen kann die
Arbeit nach ihrer Analyse nicht geschrieben werden. Daher
können sie erkennen, daß sie nicht wissen können, wann die
Arbeit geschrieben werden wird, was sich ja dann auch bestàtigt.

5. Trotz seiner Prognose hat der Lehrer objektiv die
Freiheit, die Arbeit auch am letzten Tag der Woche
schreiben zu lassen, denn er ist durch seine Prognose
ja nicht absolut gebunden. Daher könen die Schüler am
Morgen des vorletzten Tags nicht sicher wissen, daß er
sie am vorletzten Tag schreiben lassen wird.
 

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#1 Jens Kallup
03/06/2013 - 21:29 | Warnen spam
Hallo Stefan,

das hört sich an wie "Zurück in die Zukunft."
Ich hatte mal vor geraumer Zeit einen Traum.
Oder ein Erlebnis, bei dem man denkt, man hat
es schon einmal erlebt.
Ein Dejavue.
Und in der Tat konnte ich mich an Details erinnern,
die ich "vermutlich" getràumt habe, die spàter
auch wieder zutrafen, als ich die Vergangenheit revü
gelassen habe.
Es gibt ja das Sprichwort: "Im Lbenen sieht man sich
zwei mal". Oder Zweite Change ...
Das Problem ist, was ich festgestellt habe, ist,
das sich alles irgendwie wiederholt.
Nur das Zeitcontineum ist anders.

Ein Beispiel:
Wenn man versucht in die Vergangenheit zu reisen,
muss man genügend Wasser mitbringen, da der fluide
Fluß zum Zeitpunkt der Reise auf "0" steht und mit
der Tiefe ins positive strigt.
Zusàtzlich muss man die doppelte Menge an Wasser mitnehmen,
da die Zeit von der Rückreise bis zum gegenwàrtigen Zeitpunkt
eingerechnet werden muss.
Um das ganze noch zu verschwierigeren, muss man das dreifache
an Wasser mitnehmen, um einen Tag vorsprung zu haben.
Da aber der Sprung von 0 auf 2 den Tag 1 überspringt, kann man
nicht wissen was ein Tag zuvor geschehen ist (also 1 Tag
in die Zukunft geht).
Es sei denn, man macht sich Notizen.
Aber das ist wie ein Regentropfen auf einen heißen Stein.
Diese dann zu finden ist so gut wie unmöglich.

Mit der heutigen Technik kann man also nur auf das zurückschließen,
was schon einmal da war bzw. geschehen ist.

Gruß
Jens

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