Koma und Fluchtgeschwindigkeit

23/11/2007 - 08:57 von Volker Kasten | Report spam
Hallo Astro-Gemeinde,

angesichts des Holmes stellt sich mir folgende allgemeine Frage zur Koma
von Kometen. Die Koma entsteht ja bekanntlich durch ziemlich schnelle
Ausströmungen von Gas und Staub aus dem Kern. Sehen wir einmal völlig
von àußeren Einflüssen wie Lichtdruck auf die Staubteilchen oder
Sonnenwind auf die Gasionen ab (die sich bemühen, die Teilchen aus der
Koma weg zu blasen):

Wàren die Staub/Gasteilchen in der Koma bei einem durchschnittlichen
Kometen gravitativ an den Kern gebunden, oder würde sich die Koma
langsam in den Weltraum verflüchtigen, weil sich die Teilchen schneller
als die parabolische Fluchtgeschwindigkeit vom Kern bewegen?

Ich könnte das zwar selbst ausrechnen, müsste dafür aber erstmal Daten
für Kernmassen und Ausströmgeschwindigkeiten eruieren und dann noch ein
bisschen rechnen - das ist alles etwas viel am frühen Morgen. Vielleicht
kennt ja jemand von euch bereits die Antwort?

Clear skies,
Volker


P.S. Habe gestern Abend P/Holmes auf immerhin noch 2.8 mag mit 34' Koma
geschàtzt. Das ganze mit einem billigen 8x30, das sich unter meinen
Fernglàsern aber als einziges soweit defokussieren ließ, dass man die
Totalhelligkeit der Koma nach Methode Sidgwick (In-out) schàtzen konnte.
 

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#1 Karl-Heinz Zeller
23/11/2007 - 10:45 | Warnen spam
Volker Kasten wrote:

Sehen wir einmal völlig von àußeren Einflüssen wie Lichtdruck
auf die Staubteilchen oder Sonnenwind auf die Gasionen ab (die
sich bemühen, die Teilchen aus der Koma weg zu blasen):



Warum willst du das vernachlaessigen? Immerhin ist der Sonnenwind
dafuer verantwortlich dass der Mond (Oberflaechengravitation 1,6
m/s^2) keine Atmosphaere hat.

Wàren die Staub/Gasteilchen in der Koma bei einem
durchschnittlichen Kometen gravitativ an den Kern gebunden,
oder würde sich die Koma langsam in den Weltraum verflüchtigen,
weil sich die Teilchen schneller als die parabolische
Fluchtgeschwindigkeit vom Kern bewegen?

Ich könnte das zwar selbst ausrechnen,



Dann tue es doch. Fuer einen Meteoriten mit 250 m Durchmesser
habe ich das mal gerechnet. Fluchtgeschwindigkeit unter 1 m/s.
Da kannst du einen Kirschkern in den interplanetaren Raum
spucken.

MfG Karl-Heinz

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