Kombination Mainboard + CPU für Server mit möglichst geringer Leerlauf-Stromaufnahme

23/09/2008 - 23:24 von Wolfgang Draxinger | Report spam
Ich stehe gerade vor dem Problem, dass die Marketingabteilungen
von sowohl Intel als auch AMD in ihrer überschwànglichen
Phantasie einen so riesen Batzen verschiedener
Produktbezeichnungen hervorgebracht dass meinereiner total den
Überblick verloren hat.

Worum geht's: Seit einiger Zeit steht für mich fest, dass hier
endlich mal ein gescheiter Server her muss. Die momentane
Situation làsst sich unter "Flickschusterei" zusammenfassen.

Hauptaufgabe soll die Bereitstellung von Storage sein,
Linux-Software-RAID Level 6 (auf einen propritàren Controller
will ich mich nicht einlassen). Daneben soll das Teil aber auch
als VDR, Fax, Anrufbeantworter, BitTorrent-Client, VPN-Gateway
und Webserver werkeln. Abgesehen vom VDR ist das alles recht
genügsam was CPU-Zyklen angeht und beim VDR fàllt auch nur die
Rekodierung des Videomaterials in was speichersparendereres als
MPEG2 (was einem ja schon so komprimiert per DVB geliefert wird)
in die Kategorie "CPU-lastig". Das Linux-Software-RAID kommt auf
meiner Workstation (AMD Athlon 64 X2 4400+ @ 2.2GHz) unter
voller I/O-Last auf gerade mal max. 10% CPU-Last, wenn's
wirklich hart auf hart kommt. Und bei der Rekodierung von Video
darf's auch mal etwas lànger dauern.

Nun wird das Ding allerdings die meiste Zeit vor sich hin idlen
und da ist es natürlich wünschenswert, wenn es dabei möglichst
wenig Saft zöge. Je weniger desto besser, denn es kommt ja noch
einiges an Peripherie dazu (Festplatten).

Das Mainboard sollte so wenig Hardware-Schnickschnack wie möglich
haben. Also keinen internen Sound, WLAN und auch auf VGA kann
ich verzichten, das braucht es alles nicht.

Was aber wichtig ist: GBit LAN, welches möglichst direkt an die
CPU angebunden ist, also nix von wegen NIC am PCI/PCI-E 1x.
Idealerweise hàtte das Board sogar mehrere NICs, die man trunken
kann, zwei, oder sogar vier. Preislich gibt es da glaube ich nur
geringe Unterschiede. Ansonsten gibt es ja immer noch die
separaten NICs am PCI-E 8x/16x, nur sollte das Board dann auch
sowas aufnehmen können.

Ebenfalls wichtig wàre mir, eine ausreichende Anzahl an SATA-2
Ports zu haben. Mindestens 6, lieber 8. RAID müssen die aber
nicht können, das macht ja Linux. Ehrlich gesagt will ich
nàmlich keinen separaten Controller verwenden, die kommen
nàmlich alle _mit_ RAID und das wàre Perlen vor die Sàue. Und
dann gibt es da ja auch noch die Möglichkeit mehrere Platten an
einen SATA-Kanal zu hàngen (glaube ich), kann aber auch im
Zusammenhang mit E-SATA gewesen sein, zusammen mit speziellen
Gehàusen/Backplanes dafür. Dem bin ich nicht abgeneigt. SAS wàre
nett, ist aber nicht wirklich notwendig und ich halte es auch
für übertrieben.

Entsprechend viel RAM sollte das Board auch aufnehmen können (ich
tendiere zu 8GiB aus vier 2GiB-Modulen, natürlich FB ECC). Das
Kalkül ist, dass möglichst viel der Daten vom/zum RAID vom RAM
cached werden. Gerade wenn immer nur einzelne Dateien als
Brocken übertragen werden funktioniert das erstaunlich gut und
man kann die >1GiB/s Netz-I/O sogar kurzzeitig voll ausnutzen.

Das sind die Rahmenbedingungen. Jetzt die Frage: Was für eine
Kombination aus Mainboard(-Hersteller) Chipsatz und CPU ist
dafür der beste Kompromiss. Qualitàt geht vor, an der falschen
Stelle werde ich nicht sparen. Wichtigstes Kriterium ist jedoch
die Sparsamkeit im Leerlauf. Wenn's was zu tun gibt, darf es
sich aber schon etwas mehr gönnen. Und je nach CPU werde ich
auch ausgiebig Gebrauch davon machen, das Teil mit reduzierter
Kernspannung zu betreiben, d.h. es darf ruhig eine etwas
potentere/teurere CPU sein, die damit aber besser klar kommt.

Ich bin offen für sowohl AMD als auch Intel.

Intels Server-Boards gefallen mir recht gut, allerdings scheinen
deren CPUs mehr Saft zu brauchen. Dafür spielen die Intel
Server-Boards auch mit normalen Core2 zusammen und man muss
nicht gleich zum Xeon greifen.

AMD dagegen scheint die sparsameren CPUs zu haben, aber sind mir
bei meiner letzten Recherche keine servertauglichen Boards
untergekommen, die normale Athlons fressen. Es scheint zu gelten
AMD ^ Server => Opteron. Ansonsten => Gaming.

Allerdings wird in den Datenblàttern immer nur die max.
Leistungsaufnahme genannt, so dass ich mir denke, dass es
durchaus sein könnte, das ein Core2 im Idle, wenn er dann auch
noch runtergetaktet wurde und per HALT-Instruktion Schlafen
gelegt wurde, doch sparsamer sein könnte als ein entsprechender
AMD.

Das ist jetzt ein Double-Post in sowohl AMD- als auch
Intel-Newsgroups, aber ohne F'up. Je nach Hersteller die
Antworten bitte (manuell) in die jeweils zugehörige/korrekte
Newsgroup posten.

So, die Diskussion/Flamewar/Besserwisserei/etc. ist eröffnet ;-)

Wolfgang Draxinger

P.S.: Ich bin auch anderen CPU-Architekturen (Sun SPARC,
CoolThreads) nicht abgeneigt, aber die gehen leider richtig in's
Geld, da nicht Mainstream und zumindest die CoolThreads kann man
für Videorekodierung vergessen.
E-Mail address works, Jabber: hexarith@jabber.org, ICQ: 134682867
 

Lesen sie die antworten

#1 Jan Heichler
24/09/2008 - 06:49 | Warnen spam
On Tue, 23 Sep 2008 23:24:54 +0200, Wolfgang Draxinger
wrote:

Nun wird das Ding allerdings die meiste Zeit vor sich hin idlen
und da ist es natürlich wünschenswert, wenn es dabei möglichst
wenig Saft zöge. Je weniger desto besser, denn es kommt ja noch
einiges an Peripherie dazu (Festplatten).



Wieviele Platten sollen es denn sein?


Das Mainboard sollte so wenig Hardware-Schnickschnack wie möglich
haben. Also keinen internen Sound, WLAN und auch auf VGA kann
ich verzichten, das braucht es alles nicht.



Ohne Sound wird auf jeden Fall schwer. Und "mit VGA" kann ich bzgl.
der Leistungsaufnahme nur empfehlen - es sei denn du willst das Teil
komplett ohne VGA betreiben und nur per tty arbeiten.


Was aber wichtig ist: GBit LAN, welches möglichst direkt an die
CPU angebunden ist, also nix von wegen NIC am PCI/PCI-E 1x.



Wie soll das denn direkt an die CPU angebunden sein? Per FSB? Oder
HyperTransport?

Solch eine Implementierung ist mir nicht bekannt und auch IMHO
reichlich überflüssig. Eine einzelne PCIe-Lane reicht gut aus um alles
vom und zum NIC zu transportieren - ohne GigE auszubremsen.

Idealerweise hàtte das Board sogar mehrere NICs, die man trunken
kann, zwei, oder sogar vier.



In welchem Modus willst du denn trunken? Und was soll über den Trunk
laufen? Was ist das Ziel dieses Vorgehens und was steht auf der
anderen Seite (Clients).

Preislich gibt es da glaube ich nur
geringe Unterschiede. Ansonsten gibt es ja immer noch die
separaten NICs am PCI-E 8x/16x, nur sollte das Board dann auch
sowas aufnehmen können.



Alles was als Steckkarte kommt kostet normalerweise mehr Energie -
versuch also alles was du möchtest auf dem Board zu haben.

Und
dann gibt es da ja auch noch die Möglichkeit mehrere Platten an
einen SATA-Kanal zu hàngen (glaube ich), kann aber auch im
Zusammenhang mit E-SATA gewesen sein, zusammen mit speziellen
Gehàusen/Backplanes dafür. Dem bin ich nicht abgeneigt. SAS wàre
nett, ist aber nicht wirklich notwendig und ich halte es auch
für übertrieben.



Es gibt für Sata "Port-Multiplier" (glaub die heissen so) -
Alternative wàre dann SAS mit einer Backplane und z.B. einer x4
Verbindung dahin. Dann bewegst du dich (vor allem preislich) aber
bereits im professionellen Bereich.

Entsprechend viel RAM sollte das Board auch aufnehmen können (ich
tendiere zu 8GiB aus vier 2GiB-Modulen, natürlich FB ECC). Das



? FB ECC? FullyBuffered? Oder wofür steht bei dir das FB?

Kalkül ist, dass möglichst viel der Daten vom/zum RAID vom RAM
cached werden.



Bist du dir sicher das Linux RAM als Schreibcache einsetzt? In
Dimensionen von GByte? Das wàre etwas gefàhrlich.

Gerade wenn immer nur einzelne Dateien als
Brocken übertragen werden funktioniert das erstaunlich gut und
man kann die >1GiB/s Netz-I/O sogar kurzzeitig voll ausnutzen.

Das sind die Rahmenbedingungen. Jetzt die Frage: Was für eine
Kombination aus Mainboard(-Hersteller) Chipsatz und CPU ist
dafür der beste Kompromiss. Qualitàt geht vor, an der falschen
Stelle werde ich nicht sparen. Wichtigstes Kriterium ist jedoch
die Sparsamkeit im Leerlauf. Wenn's was zu tun gibt, darf es
sich aber schon etwas mehr gönnen. Und je nach CPU werde ich
auch ausgiebig Gebrauch davon machen, das Teil mit reduzierter
Kernspannung zu betreiben, d.h. es darf ruhig eine etwas
potentere/teurere CPU sein, die damit aber besser klar kommt.



Die C't hat mit bestimmten Kombinationen aus AMD-DualCores und
AMD-Chipsàtzen idle-Aufnahmen von 40W erreicht. Allerdings mit nur
einer Platte und entsprechend kleinem Netzteil.

Ich bin offen für sowohl AMD als auch Intel.

Intels Server-Boards gefallen mir recht gut, allerdings scheinen
deren CPUs mehr Saft zu brauchen. Dafür spielen die Intel
Server-Boards auch mit normalen Core2 zusammen und man muss
nicht gleich zum Xeon greifen.



Die SingleSocket Boards können auch Core2 - dafür sind die
SingleSocket Xeons auch nur 10 oder 20 EUR teurer (IIRC) - da seh ich
den Vorteil nicht.

AMD dagegen scheint die sparsameren CPUs zu haben, aber sind mir
bei meiner letzten Recherche keine servertauglichen Boards
untergekommen, die normale Athlons fressen. Es scheint zu gelten
AMD ^ Server => Opteron. Ansonsten => Gaming.



Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen wie es mir scheint. Im 1-Sockel
Bereich sind Opteron 1xxx und Athlon64 normalerweise auch im gleichen
Board lauffàhig.

Generell nimmt Intel wohl weniger Leistung unter Last auf
(insbesondere Performance/Watt ist besser) und AMD gewinnt bei idle.
Vor allem weil die Chipsàtze für INtels einiges an Energie fressen.
Ich würde also klar zu AMD raten. Da gibt es CPUs mit einer ACP von
45W.


Allerdings wird in den Datenblàttern immer nur die max.
Leistungsaufnahme genannt, so dass ich mir denke, dass es
durchaus sein könnte, das ein Core2 im Idle, wenn er dann auch
noch runtergetaktet wurde und per HALT-Instruktion Schlafen
gelegt wurde, doch sparsamer sein könnte als ein entsprechender
AMD.



Siehe oben.

P.S.: Ich bin auch anderen CPU-Architekturen (Sun SPARC,
CoolThreads) nicht abgeneigt, aber die gehen leider richtig in's
Geld, da nicht Mainstream und zumindest die CoolThreads kann man
für Videorekodierung vergessen.



Vergiss das gleich wieder - du wirst deine Ziele damit nicht so recht
erreichen.

Denk aber vielleicht noch über folgende Punkte nach:

- 2,5" Platten sind weniger Leistungshungrig
- es gibt eine Serie von Hitachi Deskstars in 3,5" die unter 5W idle
aufnehmen - das ist weniger als die 8 bis 10W anderer Platten. Wenn du
tatsàchlich über 8 Platten nachdenkst, dann kannst du hier evtl. so
viel Leistung sparen wie der Rest vom System schluckt

- dimensioniere das Netzteil vernünftig

- jede Steckkarte nimmt Leistung auf - reduziere deren Anzahl
- jdes Speichermodul nimmt Leistung auf - auch hier mal drüber
nachdenken auf 2 x 4GB zu gehen (statt 4 x 2GB) - aber das wird
vermutlich preislich unattraktiv

Gruß
Jan

Ähnliche fragen