Kopenhagen, Cern und der Sonnenwind

20/12/2009 - 09:19 von Gottfried | Report spam
gekürzt aus:
http://www.welt.
de/die-welt/vermischtes/article5309135/Die-Antwort-weiss-der-Sonnenwind.html

Im Cern-Forschungszentrum ist ein physikalischer Versuch angelaufen, der
feststellen soll, wie sehr die Sonne am Klimawandel beteiligt ist.

Wundersam hörte es sich dann an, was vor 200 Jahren der aus Hannover stammende
Astronom und Komponist Wilhelm Herschel herausfand: Immer dann, wenn es
besonders wenige Sonnenflecken gab, sei in den vorigen fünfeinhalb Jahrzehnten
der Weizenpreis angestiegen. Bei vielen Sonnenflecken dagegen sei er wieder
gefallen. ... Bis vor wenigen Jahren noch galt die Parallele von Sonnenflecken
und Weizenpreisen als Zufall, der vermutete Zusammenhang als purer Unfug. Das
könnte sich bald àndern. ...

Allerjüngste Forschungen deuten an, dass die Anzahl der Flecken ein Maß ist
für Sonnenaktivitàten, die wiederum einen àußerst wirkmàchtigen Einfluss
ausüben auf unser Klima und die globale Temperatur. ...

Vergangenen Mittwoch warfen die Forscher um den Teilchenphysiker Jasper Kirkby
ihre Zaubermaschine an. Ihr Ziel: die kosmische Strahlung zu simulieren, die
stàndig aus dem àußeren Weltraum die Erde bombardiert. Permanent und
massenhaft strömen elektrisch geladene Partikel heran, die dazu beitragen
können, dass sich kleine Schwebteilchen, "Aerosole", bilden, die wiederum -
und das ist die dahinter stehende Vermutung - zur Bildung von Wolken in der
unteren Atmosphàre beitragen. Dringen viele Partikel für làngere Zeit in
unsere Atmosphàre, könnte dies bisweilen über Jahrzehnte eine verstàrkte
Wolkenbildung bewirken. Làsst aber die kosmische Strahlung nach, ist der
Himmel klar. Mit Folgen: Wolken in den unteren Schichten kühlen die Erde ab,
ein klarer Himmel dagegen erwàrmt sie.

Dieses Wechselspiel hàngt in immer größerer Deutlichkeit mit der Stàrke und
dem Ausmaß der Sonnenflecken zusammen. Mit ihrem Aufkommen verbunden ist
nàmlich eine Verstàrkung des Sonnenwindes, ebenfalls ein Strom geladener
Teilchen: Atome, Elektronen, Ionen. Ein starker Sonnenwind kann Satelliten
ausfallen lassen, den Funkverkehr, Radaranlagen. Er schenkt uns andererseits
die wunderschönen Polarlichter - sowie nach den neuerlichen Forschungen auch
schönes Wetter, und zwar nachhaltig: Der Sonnenwind, so zeichnet sich ab, hàlt
bedeutende Teile der kosmische Strahlung aus der Erdatmosphàre fern,
verhindert so, dass sich aus ihr heraus verstàrkt Wolken bilden, heizt so
unseren Globus auf.

Seit 13 Jahren geht der dànische Atmosphàrenforscher Henrik Svensmark dem
Zusammenhang nach. Im Kopenhagener National Space-Institute konnte er ...
nachweisen, dass Elektronen in der Atmosphàre die Bildung von Aerosolen
anregen, die wiederum zur Wolkenbildung führen.

Dabei kamen aus der US-Raumfahrtagentur stets die lautesten Warnungen vor dem
menschengemachten Hitzetod der Erde. David Rind vom Goddard-Institut der Nasa
aber erkannte kürzlich in einer Studie nicht nur die derzeitige Pause in der
Erderwàrmung an. Er erklàrte auch, diese verlaufe "analog zur verringerten
Solaraktivitàt zwischen 2002 und 2008".

Kirkby indes hat in einer umfangreichen Studie in der wissenschaftlichen
Zeitschrift "Surveys in Geophysics" deutliche Ergebnisse aufgezeigt: Am
Beispiel der Alpen seit 2000 Jahren würden die parallelen Sprünge von
Temperaturen und Sonnenaktivitàt den Schluss nahelegen, diese als
hauptsàchlichen ("major") Einflussfaktor auf das Klima anzusehen: Die
mittelalterliche Warmzeit, die Kleine Eiszeit im 17. Jahrhundert und ihr Ende,
die etwas schwàchere Abkühlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der
anschließende Beginn der Erderwàrmung mit einem kleinen Knick zur Mitte des
20. Jahrhunderts, der heutige Stopp der Erwàrmung - all dies verlàuft in den
vielfàltigen Grafiken Kirkbys nur allzu deutlich im Rhythmus der
Sonnenaktivitàt. Dies nicht nur in der nördlichen Hemisphàre, sondern ebenso
abgelesen an der Entwicklung etwa der Anden-Gletscher. Auch für weitere
Parallelen hat Kirkby umfangreiche Daten zusammengetragen: Außer den
Temperaturen folgt den Ausschlàgen der Sonne auch der Rhythmus von Dürren und
Regenjahren.
Ende Zitat =
Die Argumentationskette lautet also:

hohe Sonnenaktivitàt => mehr Sonnenflecken => mehr Sonnenwind => weniger
kosmische Teilchen => weniger Aerosole => weniger Wolken => golbale Abkühlung

und:

geringe Aktivitàt => weniger Sonnenflecken => mehr Aerosole => mehr Wolken =>
globale Erwàrmung (die geschlossene Wolkendecke auf der Venus

=WIKI http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhauseffekt

In der Erdatmosphàre bewirken Treibhausgase wie Wasserdampf,
Kohlenstoffdioxid, Methan und Ozon seit Bestehen der Erde einen
Treibhauseffekt,...

Der größte Teil des Treibhauseffekts wird mit einem Anteil von ca. 36-70 %
(ohne Berücksichtigung der Effekte der Wolken) durch Wasserdampf in der
Atmosphàre verursacht. Kohlendioxid tràgt ca. 9-26 % zum Treibhauseffekt bei,
Methan ca. 4-9 %, und Ozon ca. 3-7 %.

Von der Sonnenenergie, die die Erde erreicht, wird durch Wolken, Luft und
Boden (vor allem Eis und Schnee, siehe Albedo) ein Anteil von etwa 30 % wieder
in den Weltraum reflektiert ...

[ Gemàß dieser Grafik :

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Earth_energy_budget.
svg&filetimestamp 070602123621

teilt sich das auf in: 20% Reflexion an den Wolken, 7% an der Athmosphàre, 4%
am Boden, Wolken steuern also 1/5 der gesamten Wàrmebilanz durch direkte
Reflexion. ]

Die Atmosphàre hat zwei Oberflàchen: eine zum Weltraum hin und eine zur Erde
hin. Da die Temperatur in der Atmosphàre sich mit der Höhe àndert, muss die
Abstrahlung aus den Treibhausgasen nicht in beide Richtungen mit gleicher
Stàrke erfolgen. Zur Zeit ist es so, dass die Abstrahlung aus der Atmosphàre
auf jeder Seite etwa gleich groß ist. So wird die absorbierte Energie von 299
W/m2 auf jeder Seite zur Hàlfte - also 150 W/m2 abgestrahlt.

Durch die Abstrahlung in den Weltraum von der Atmosphàre mit 150 W/m2, den
direkten 90 W/m2 von der Erdoberflàche und dem Albedo-Anteil von 103 W/m2 ist
das etwa gleich der mittleren Einstrahlung von 342 W/m2, d. h. Einstrahlung
ist etwa gleich Ausstrahlung.

Etwa 62 % des Treibhauseffekts werden durch Wasserdampf verursacht, etwa 22 %
durch Kohlendioxid.

Der Wàrmestrom aus dem Erdinneren spielt praktisch keine Rolle (etwa 0,06
Watt/m2). Aus dem Weltenergieverbrauch ... errechnet sich ein ... Wàrmestrom
in Höhe von rund 0,026 Watt pro Quadratmeter.
==
Ich versuche mal zusammenzufassen:

- von ~340 W/m² Einstrahlung werden von den Wolken direkt 66 Watt durch die
Wolken reflektiert.

- CO2 beeinflusst max. 22% des Treibhauseffektes, der sich nur auf die oben
genannten 150 W/m² beziehen kann, CO2 beeinflusst also maximal 33 Watt.

- die Wolkenbildung (Sonnenaktivitàt?) beeinflusst aber 66 Watt.

Was mich wundert: einerseits

*Wenn* das so ist, dann sollte man der Wolkenbildung tatsàchlich ein wenig
mehr Aufmerksamkeit schenken, oder?

Wie wichtig eine verànderte Wolkenbildung sein kann, zeigte eine Meldung nach
9/11: durch die dreitàtige Flugpause in den USA soll es deutlich weniger
Wolken gegeben haben - und die Nachttemperaturen um etliche Grade gefallen
sein (was für eine verstàrkte Rückstrahlung spricht). Die Tagestemperaturen
hingegen lagen höher.

Ich bin sicher kein Klimaskeptiker, aber vielleicht ist alles doch ein wenig
komplizierter...


Grüsse, Gottfried
Zen 101: Split hair with a blunt knife.
 

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#1 Ingo Heinscher
20/12/2009 - 09:43 | Warnen spam
Gottfried schrieb:
[...]
Ich bin sicher kein Klimaskeptiker, aber vielleicht ist alles doch ein wenig
komplizierter...



Garantiert sogar ist das Klima komplizierter. Aber dass mehr
Treibhausgas mehr Wàrme macht, ist davon unabhàngig wahr.

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