Kurztest, ob Abschalten der Auslagerungsdatei (Swapfile) unter Windows XP u. später sinnvoll ist

22/10/2010 - 11:14 von Michael Logies | Report spam
Betreff: Kurztest, ob Abschalten der Auslagerungsdatei (Swapfile)
unter Windows XP u. spàter sinnvoll ist
Datum: Fri, 22 Oct 2010 11:10:10 +0200
Von: Michael Logies <logies@logies.de>
An: Swiss Dental Mailing List <dentoforum@listserv1.q-x.ch>
CC: zahnmed@yahoogroups.de, endonews@yahoogroups.com,
evident@yahoogroups.de

Ich habe eine lange Diskussion darüber geführt, ob sich Windows durch
RAMDisks oder Abschalten der Auslagerungsdatei optimieren làßt (auf
"alle einblenden" klicken):
http://groups.google.de/group/de.co...2&lnk#

Ums kurz zu machen: Das komplette Abschalten der Auslagerungsdatei
kann sinnvoll sein, um ein flüssigeres Rechnerverhalten zu erreichen,
auf Rechnern für den Endanwender wie auf (auch virtualisierten
Datenbank-) Servern. Unter Netbooks verlàngert sich auch die
Akkulaufzeit durch weniger Festplattenzugriffe aufs Swapfile.

Voraussetzung ist, man hat genug RAM oder kann genug RAM freimachen
durch Abschalten überflüssiger Autostarts u. überflüssiger Dienste.

Bei Windows XP findet man alle notwendigen Angaben im Windows Task
Manager (STRG-Alt-Enf gleichzeitig drücken), siehe Anhang. Zunàchst
schaut man sich Physikalischer Speicher/insgesamt an, hier 3145184 kb
(/1024/1024 = 3 GB). Wenn man davon 160.200 kB abzieht (/1024 also ca.
156 MB, vermutlich das, was Windows XP selbst minimal so braucht),
kommt man auf den Wert, der ohne Auslagerungsdatei für "Zugesicherter
Speicher/Grenzwert" höchstens möglich ist, hier 2984984 kb. Solange
man die Auslagerungsdatei noch nicht abgeschaltet hat, muß man das
rechnen u. kann es noch nicht im Task Manager direkt ablesen!

Dann schaut man sich "Zugesicherter Speicher/Maximalwert" an, das ist
das, was Windows seit dem letzten Neutstart maximal gebraucht bzw.
maximal Programmen nach Speicheranforderung zugewiesen hat. Was es
aktuell an Speicheranforderungen hat, zeigt der Wert "Zugesicherter
Speicher/Insgesamt", der hier mit dem Balkendiagramm
"Auslagerungsdatei" identisch ist.
Wenn "Zugesicherter Speicher/Maximalwert" nun etwas unter dem oben
berechneten Grenzwert liegt (Microsoft sagt (s. u., 1.): höchstens bei
70% davon, was konservativ ist), kann man die Auslagerungsdatei
abschalten. Ansonsten muß man entweder mehr RAM in den Rechner stecken
bzw. als erstes überflüssige Autostarts u. Dienste abschalten.
Letzteres war bislang der einzige Optimierungstip, der tatsàchlich
unter Windows etwas bringt. Das Abschalten der Auslagerungsdatei ist
aus meiner Sicht der zweite.

Es gibt Anwendungen, die ohne Auslagerungsdatei nicht starten, mir ist
noch keine begegnet. In diesem Fall würde ich eine kleine Dataram
RAMDisk empfehlen (anwendungsabhàngig, so 5-50 MB vermutlich), auf die
die Auslagerungsdatei kommt. So eine kleine RAMDisk beeinflußt das
Speichermanagement u. den Systemcache von Windows kaum negativ,
vermeidet aber weiter Festplattenzugriffe.

Unter Windows 7 gilt das alles vermutlich im wesentlichen auch, aber
da habe ich wenig Erfahrung. Der Task Manager selbst ist nicht mehr so
übersichtlich, dafür gibt es dort einen "Ressourcenmonitor". Wenn man
in dem auf "Arbeitsspeicher" geht, kann man in einem %/Zeit-Diagramm
die Auslastung sehen von "Verwendeter, phys. Arbeitsspeicher" und
"Festgelegter, virtueller Speicher". Nach dem Abschalten der
Auslagerungsdatei hat man mit diesen beiden Diagrammen einen schnellen
Überblick, ob man in einen RAM-Engpaß làuft.

Grüße

M.

Quellen:
1. Bestimmen der geeigneten Auslagerungsdateigröße für
64-Bit-Versionen von Windows. Available at:
http://support.microsoft.com/kb/889654 [Zugegriffen Oktober 20, 2010].

2. Coding Horror: Running XP with the pagefile disabled. Available
at:
http://www.codinghorror.com/blog/20...abled.html
[Zugegriffen Oktober 20, 2010].

3. Performanceanalyse - Speicherprobleme - Teil 2. Available at:
http://www.winfaq.de/faq_html/Conte...ip2596.htm
[Zugegriffen Oktober 15, 2010].

4. Pushing the Limits of Windows: Virtual Memory - Mark's Blog - Site
Home - TechNet Blogs. Available at:
http://blogs.technet.com/b/markruss...55406.aspx
[Zugegriffen Oktober 20, 2010].

aus 1.:
Wenn der Computer mit einem sehr großen Arbeitsspeicher ausgerüstet
wird, ist möglicherweise keine Auslagerungsdatei erforderlich.
(...)
"Wenn Sie eine 32-Bit- oder 64-Bit-Version von Windows Server 2003
oder Windows XP einrichten, wird eine Auslagerungsdatei erstellt, die
eineinhalbmal so groß ist wie der im Computer installierte
Arbeitsspeicher, sofern genügend freier Speicherplatz auf der
Systemfestplatte vorhanden ist. Mit zunehmender Größe des
physikalischen Arbeitsspeichers nimmt der Bedarf für eine
Auslagerungsdatei jedoch ab. Wenn auf Ihrem Computer genügend RAM
installiert ist, benötigen Sie vielleicht überhaupt keine
Auslagerungsdatei, es sei denn, eine bestimmte Anwendung ist auf eine
Auslagerungsdatei angewiesen."

Michael Logies, Zahnarzt, Große Straße 28, D-49134 Wallenhorst,
http://www.logies.de/ (u. a. _die_ Mailingliste für die
Dentalbranche),
PGP/GPG, öffentlicher Schüssel:
http://www.logies.de/Michael.Logies.asc



Michael Logies, Zahnarzt, Große Straße 28, D-49134 Wallenhorst,
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Dentalbranche),
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#1 Hans-Peter Matthess
22/10/2010 - 12:18 | Warnen spam
Michael Logies:

Ums kurz zu machen: Das komplette Abschalten der Auslagerungsdatei
kann sinnvoll sein, um ein flüssigeres Rechnerverhalten zu erreichen,



Um's auch kurz zu machen: Nicht sinnvoll, weil man das außerhalb eines
gewissen Fensters mit Performanceeinbrüchen sowie Speicherfehlern zu
bezahlen hat.

hpm

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