Laufzeitmessungen mit Soundkarten

22/04/2010 - 21:58 von Marcel Müller | Report spam
Hallo,

ich bin bei einer Kalibrierungmessung für LCR-Messungen mit der
Soundkarte auf eine kleine, lineare Phasenabweichung zwischen linkem und
rechten Kanal gestoßen. Eine quantitative Analyse hat gezeigt, dass der
Zeitversatz nur knapp 12ns betràgt (ca. 6 Bogenminuten bei 24kHz). Jetzt
bin ich einigermaßen platt, dass mit einer Zykluszeit von ca. 20µs
(48kHz Samplingfrequenz) eine derart genaue Messung gelingt. Es war auch
noch ein billiges Onboard-Device und vielleicht 10 Sekunden Messzeit.

Mich würde jetzt mal interessieren, wodurch hier eigentlich die Grenzen
gesetzt werden. Ich meine, wie weit unterhalb der Zykluszeit der
Samplingfrequenz kann man noch messen? Das sind ja jetzt schon über drei
Größenordnungen. Und der Phasengang làsst durchaus erkennen, dass man
mit einem linearen Fit nochmal eine Dekade hàtte holen können.

Wenn die Dinger wirklich so genau sind, müsste man doch auch Kabellàngen
damit ungefàhr bestimmen können, oder sogar das Echo einer
unterminierten Unterputz-Koax-Leitung sehen können. Das fànde ich einen
durchaus unerwarteten Einsatzzweck.


Marcel
 

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#1 Joerg
22/04/2010 - 22:12 | Warnen spam
Marcel Müller wrote:
Hallo,

ich bin bei einer Kalibrierungmessung für LCR-Messungen mit der
Soundkarte auf eine kleine, lineare Phasenabweichung zwischen linkem und
rechten Kanal gestoßen. Eine quantitative Analyse hat gezeigt, dass der
Zeitversatz nur knapp 12ns betràgt (ca. 6 Bogenminuten bei 24kHz). Jetzt
bin ich einigermaßen platt, dass mit einer Zykluszeit von ca. 20µs
(48kHz Samplingfrequenz) eine derart genaue Messung gelingt. Es war auch
noch ein billiges Onboard-Device und vielleicht 10 Sekunden Messzeit.

Mich würde jetzt mal interessieren, wodurch hier eigentlich die Grenzen
gesetzt werden. Ich meine, wie weit unterhalb der Zykluszeit der
Samplingfrequenz kann man noch messen? Das sind ja jetzt schon über drei
Größenordnungen. Und der Phasengang làsst durchaus erkennen, dass man
mit einem linearen Fit nochmal eine Dekade hàtte holen können.

Wenn die Dinger wirklich so genau sind, müsste man doch auch Kabellàngen
damit ungefàhr bestimmen können, oder sogar das Echo einer
unterminierten Unterputz-Koax-Leitung sehen können. Das fànde ich einen
durchaus unerwarteten Einsatzzweck.




Das habe ich noch nicht ausprobiert, aber andere Sachen: Kunde liess
mich wegen seltsamem aber nicht richtig auffindbarem Stoersignal
anruecken, drei Stunden Autobahn. Laptop mit einfacher 18-Bit Karte
gezueckt, einen "Hubbel" zwischen 6Hz und 8Hz gesehen, Ursache
rausgefunden, behoben, alles wieder eingepackt. Die haben sich ziemlich
geaergert dass deren Audio-Analyzer fuer rund $10000 von Stanford
Research aber auch nicht die Bohne davon angezeigt hatte. Und dass sie
nicht sofort angerufen hatten ...

Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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