Leitungsunterbrechung lokalisieren

31/07/2013 - 23:14 von Hanno Foest | Report spam
Hallo allerseits,

ich hab da gerade ein low-tech Problem, was aber nichtsdestotrotz làstig
und gar nicht so einfach zu sein scheint.

Und zwar geht mein E-Herd nicht mehr, seit die àltere Dame in der
Wohnung unter mir eine neue Küche bekommen hat. Von den 5 Adern (3
Phasen, Nulleiter, Schutzkontakt) ist noch eine Phase und der
Schutzkontakt übrig. Klare Sache eigentlich: Da hat wohl jemand bei der
Installation der neuen Küche durch die Leitung gebohrt. Leider ist
unklar, wo... die offensichtlichen Kandidaten der Bohrlöcher sind es
nicht. und auf Verdacht die neue Küche wieder rauszureißen ist
vermutlich keine gute Idee, schon des lieben Friedens in der
Eigentümergemeinschaft wegen.

Der Elektriker war inzwischen mit einem Geràt zur Leitungsverfolgung da,
hat aber angeblich (ich arbeite zur gleichen Zeit wie er, muß mich also
auf Berichte der wenig technikkundigen àlteren Dame verlassen) nichts
messen können: Älteres, feuchtes Gemàuer mit Sicherungskasten im Keller,
vermutlich kommt einfach durch die Wànde zu wenig durch. Die Küchenbauer
zucken ebenfalls hilflos mit den Schultern.

Ich hab dann mal selber gemessen, und zwar die Kapazitàten der Adern der
kaputten Leitung. Die funktionierende Ader hat gegen Schutzkontakt 9,8
nF, die toten Adern 4,1 bis 4,2 nF. Das legt einen Schaden nach etwas
weniger als der Hàlfte der Strecke nahe - was leider angesichts der
unklaren Leitungsführung keinen hohen Erkenntnisgewinn bringt.

Hat jemand irgendwelche Ideen, was man in dieser Situation tun kann? Ein
improvisiertes Geràt zur Leitungsverfolgung beispielsweise. Eine Idee,
die ich gelesen habe, war ein Rechtecksignal von 1 kHz einzuspeisen und
mit einem Taschenradio auf Langwelle zu verfolgen. Ist das sinnvoll? Ich
kanns gerade nicht ausprobieren, wg. fortgeschrittener Uhrzeit, und da
mein einziges Langwellenradio mein eher unhandlicher Grundig Satellit
1400 ist...

Hanno
 

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#1 Joerg
01/08/2013 - 00:28 | Warnen spam
Hanno Foest wrote:
Hallo allerseits,

ich hab da gerade ein low-tech Problem, was aber nichtsdestotrotz làstig
und gar nicht so einfach zu sein scheint.

Und zwar geht mein E-Herd nicht mehr, seit die àltere Dame in der
Wohnung unter mir eine neue Küche bekommen hat. Von den 5 Adern (3
Phasen, Nulleiter, Schutzkontakt) ist noch eine Phase und der
Schutzkontakt übrig. Klare Sache eigentlich: Da hat wohl jemand bei der
Installation der neuen Küche durch die Leitung gebohrt. Leider ist
unklar, wo... die offensichtlichen Kandidaten der Bohrlöcher sind es
nicht. und auf Verdacht die neue Küche wieder rauszureißen ist
vermutlich keine gute Idee, schon des lieben Friedens in der
Eigentümergemeinschaft wegen.

Der Elektriker war inzwischen mit einem Geràt zur Leitungsverfolgung da,
hat aber angeblich (ich arbeite zur gleichen Zeit wie er, muß mich also
auf Berichte der wenig technikkundigen àlteren Dame verlassen) nichts
messen können: Älteres, feuchtes Gemàuer mit Sicherungskasten im Keller,
vermutlich kommt einfach durch die Wànde zu wenig durch. Die Küchenbauer
zucken ebenfalls hilflos mit den Schultern.

Ich hab dann mal selber gemessen, und zwar die Kapazitàten der Adern der
kaputten Leitung. Die funktionierende Ader hat gegen Schutzkontakt 9,8
nF, die toten Adern 4,1 bis 4,2 nF. Das legt einen Schaden nach etwas
weniger als der Hàlfte der Strecke nahe - was leider angesichts der
unklaren Leitungsführung keinen hohen Erkenntnisgewinn bringt.

Hat jemand irgendwelche Ideen, was man in dieser Situation tun kann? Ein
improvisiertes Geràt zur Leitungsverfolgung beispielsweise. Eine Idee,
die ich gelesen habe, war ein Rechtecksignal von 1 kHz einzuspeisen und
mit einem Taschenradio auf Langwelle zu verfolgen. Ist das sinnvoll? Ich
kanns gerade nicht ausprobieren, wg. fortgeschrittener Uhrzeit, und da
mein einziges Langwellenradio mein eher unhandlicher Grundig Satellit
1400 ist...




Letzteres geht, aber nur wenn man wenigstens ein MW-Taschenradio hat.
Freie Frequenz irgendwo unten bei 550kHz suchen, Generator dranhaengen.
Falls der Grundig Satellit einen Anschluss fuer Aussenantenne hat _und_
die interne Ferritantenne dabei abschalten kann, koenntest Du einen
Ferritstab mit einigen Dutzend Windungen an ein Koaxkabel haengen.

Andere Methode, die ich frueher oft benutzt habe: Eine starke Last mit
Dimmer dranhaengen und auf halbe Leistung stellen (damit es schoen
knattert), dann mit Spule mit offenem Eisenkern Signal an der Wand
abnehmen. Ist beim Herdanschluss natuerlich was bloede, vielleicht
muessen da einfach die 50Hz reichen.

Damals konnte man Spulen mit Saugnapf fuer Telefonverstaerker kaufen,
die benutze ich heute noch. EI-Kern mit abgebautem I-Teil geht auch.
Meist nahm ich einen "auf Durchzug" geschalteten Cassetten-Rekorder,
heutzutage kann man die Spule jedoch an den Sound Input eines Laptop
haengen und dann ein FFT Wasserfallprogramm wie dieses mitlaufen lassen:

http://www.qsl.net/dl4yhf/spectra1.html

Optisch ist viel einfacher als akustisch, viel empfindlicher. U.U.
reicht es sogar, auf eine der abgetrennten Adern mit saftig Amplitude
ein Rechteck draufzupfeffern. Am besten nicht genau 1kHz, sodass es
neben den Oberwellen Eurer 50Hz zu liegen kommt und damit vom restlichen
"Muell" unterscheidbar ist.

Regards, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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