Line Interactive UPS - "neue" Erkenntnisse

28/11/2007 - 00:23 von Wolfgang Draxinger | Report spam
So, jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen, das Gehàuse
aufzuschrauben und mir das in einem vor ein paar Wochen erwàhnte
Teil anzuschauen.

Überraschung 1 (eigentlich keine Überraschung angesichts des
Schwerpunkts): Da drin steckt kein Schaltnetzteil, sondern ein
richtig solider Blechkern-Trafo, der zwischen einer richtig
*fett* dimensionierten H-Brücke an die Akkus angeschlossen ist
und Sekundàrseitig (d.h. auf der 120V- bzw. 230V-Seite) zwei
Wicklungen hat, die je nach Spannungsbereich entsprechend
zusammengeschaltet werden.

Überraschung 2: Offentsichtlich wird die selbe Platine sowohl für
die 120V als auch die 230V-Version verwendet, aber je nach
Spannung etwas unterschiedlich bestückt. Wie sich die
Unterschiede genau im Schaltplan àussern muss ich mir noch genau
anschauen. Zumindest einige der Kondensatoren sind in meiner
120V-Version für nur 150V ausgelegt. Ich hatte ja ursprünglich
erwartet, das die selbe Bestückung, evtl. mit etwas
unterschiedlich dimensionierten Bauteilen, für beide Versionen
verwendet wird, und die Unterschiede durch entsprechende
Drahtbrücken, oder so àhnlich festgelegt werden.

Die Überbrückung des Moments vom Umschalten von Netz- auf
Akkubetrieb erfolgt offenbar dadurch, dass eine ziemlich dickes
LC-Glied (als Schwingkreis) an die Netzfrequenz gekoppelt wird.
Fàllt die Spannung am Netz ab, trennt ein Relais den Eingang ab,
und hàngt den Hochspann-Trafo ran. Das müsste aber auch
bedeuten, das man, wenn eine große Last dranhàngt die Spannung
im Umschaltmoment proportional zum Quadrat der Last einbrechen
müsste.

Erwartungsgemàß hàngen zwei Stromwandler im Netzspannungskreis,
einer dient offenbar der Messung der Eingangsfrequenz (oder des
Stroms, diesen Teil muss ich mir nochmal genauer ansehen), der
andere hàngt am Ausgang des Transformators und dient offenbar
dazu, den Trafo so zu regeln, dass genau der erwartete Sinus
herauskommt - ich denke, es wird eine primàrseitige PWM
verwendet, deren Pulsverhàltnis durch ein Fehlersignal, das aus
dem Sekundàrkreis und den Referenzsinus gebildet wird, geregelt
wird.

Die Frage ist, ob bei 120V- und 230V-Version Stromwandler des
selben Typs (Wicklungsverhàltnis) verwendet werden, genauso, ob
die Messwiderstànde vor dem ADC, der die Stromwandler ausliest
die gleichen sind und entsprechend unterschiedliche Firmware zum
Einsatz kommt, oder ob auch hier Unterschiede in der Bestückung
bestehen und dafür die Firmware die gleiche ist.

Ich werde die nàchsten Tage ein paar Fotos von der Platine und
den interessanten Bereichen machen und online stellen. Falls
jemand das selbe UPS-Modell (APC Smart UPS1400RM 2U) als
230V-Version hat, die er mal aufschrauben kann, würde ich mich
sehr über entsprechende Vergleichsfotos freuen. Und eine
Schaltplanskizze des auf den ersten Blick recht simplen, aber
IMHO gut durchdachten Netzspannungsteils werde ich auch machen.
Um den Controller herum ist 'ne Menge SMD-Hühnerfutter verlötet,
keine Ahnung welcher Teil davon was genau macht, es gibt 4 (wen
wundert's) größere Bipolartransistoren, die ja wohl nur dazu
dienen können, die H-Brücke anzusteuern.

Ein Königreich für ein offizielles Service Manual von dem Teil...

Wolfgang - besorgt sich einen Spartrafo - Draxinger
E-Mail address works, Jabber: hexarith@jabber.org, ICQ: 134682867
 

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#1 Jan Conrads
28/11/2007 - 01:22 | Warnen spam
Wolfgang Draxinger schrieb:
So, jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen, das Gehàuse
aufzuschrauben und mir das in einem vor ein paar Wochen erwàhnte
Teil anzuschauen.

Überraschung 1 (eigentlich keine Überraschung angesichts des
Schwerpunkts): Da drin steckt kein Schaltnetzteil, sondern ein
richtig solider Blechkern-Trafo, der zwischen einer richtig
*fett* dimensionierten H-Brücke an die Akkus angeschlossen ist
und Sekundàrseitig (d.h. auf der 120V- bzw. 230V-Seite) zwei
Wicklungen hat, die je nach Spannungsbereich entsprechend
zusammengeschaltet werden.

Überraschung 2: Offentsichtlich wird die selbe Platine sowohl für
die 120V als auch die 230V-Version verwendet, aber je nach
Spannung etwas unterschiedlich bestückt.



Unterschied sind aber auch die 60Hz statt unseren 50Hz.

Wie sich die
Unterschiede genau im Schaltplan àussern muss ich mir noch genau
anschauen. Zumindest einige der Kondensatoren sind in meiner
120V-Version für nur 150V ausgelegt.



Also bei 120V AC treten immerhin knappe 170 nach der Gleichrichtung auf,
und die Netzspannung kann m.W auch locker 130V und mehr betragen.


[snip]
Die Frage ist, ob bei 120V- und 230V-Version Stromwandler des
selben Typs (Wicklungsverhàltnis) verwendet werden, genauso, ob
die Messwiderstànde vor dem ADC, der die Stromwandler ausliest
die gleichen sind und entsprechend unterschiedliche Firmware zum
Einsatz kommt, oder ob auch hier Unterschiede in der Bestückung
bestehen und dafür die Firmware die gleiche ist.



Findet sich die Firmware im Netz? Man könnte ja mal schauen, ob es da
Unterschiede gibt.


[snip]
Ein Königreich für ein offizielles Service Manual von dem Teil...



Die Dinger hab ich auch schon oft vermisst. Bei alten Geràten findet man
sogar oft noch einen kompletten Schaltplan mit Spannungswerten im
Gehàuse...
Wolfgang - besorgt sich einen Spartrafo - Draxinger



Gruß Jan Conrads

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