Linearregler spinnt

05/06/2009 - 22:26 von usenetmuell | Report spam
Hi,
ich bin auf ein merkwürdiges Verhalten gestoßen. Gegeben:
Ein 24V-Schaltnetzteil ( ca. 100W) versorgt ein Mainboard. Das Mainboard
erzeugt u.a. separate 5V-VCC für eine Peripherie (einzelne mA). Bei
einem schmerzlichen Anteil der Mainboards stirbt die Logik der
Peripherie; Peripherie wird vom Techiker ersetzt; Ersatz stirbt auch;
Mainboard wird getauscht und Peripherie Nr.3 geht dann. Andere üblere
Szenarien gibts auch.

Erste Feststellung: Nach dem Einschalten erzeugt der Linearregler für
ca. 1s mehr als 5V und regelt anschließend so wie bestellt. D.h. der
Funktionstester des Bestückers wird reingelegt. Die Überspannung ist je
nach defektem Board mal ein einfaches Rechteck, mal eine NY-Skyline.

Übergabe an den Designer des Boards. Der staunt auch nicht schlecht.
Frischen Regler einlöten repariert das Board (wenn noch keine
Folgeschàden meßbar sind).

Ein defektes Board wird mit jedem Einschalten immer schlechter, bis der
Regler nur noch durchleitet. Das wundert wohl niemanden.

Man kann den Defekt der Regler reproduzieren indem man sie rückwàrts
betreibt, also eine Spannung an den Ausgang anlegt. Im Betrieb müßten
das weit mehr als 24V sein - ausgeschlossen.

Als Schadensquelle fàllt uns bis jetzt nur ESD bei der Herstellung oder
dem Einbau ein. Der Ausgang ist aber für das Ausschaltverhalten mit 33uF
gepuffert. Eine Transiente Spannung aus Entladung könnte natürlich am
Elko vorbei in den Ausgang.

Reicht eine ESD-Entladung um so einen Reglerausgang merklich zu quàlen?
Es ist davon auszugehen, alle Arbeitsplàtze "eigentlich sicher" sind. Da
testet niemand Zündkerzen oder so. Es könnte höchstens sein, daß mal ein
Armgelenkband am gebrochenen Kabel hàngt. Der Kittel und Schuhe sollten
sowas kompensieren.

Wie kommt das seltsame Einschaltverhalten im IC zustande?
3. Wahl Bausteine?

Am Montag beginne ich mit der Fahndung nach der Ursache. Aber es làßt
mir jetzt keine Ruhe.

Gruß, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de>
Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage
findet sich immer eine lànger gültige Adresse.
 

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#1 Frank Buss
05/06/2009 - 22:34 | Warnen spam
Raimund Nisius wrote:
Man kann den Defekt der Regler reproduzieren indem man sie rückwàrts
betreibt, also eine Spannung an den Ausgang anlegt. Im Betrieb müßten
das weit mehr als 24V sein - ausgeschlossen.

Als Schadensquelle fàllt uns bis jetzt nur ESD bei der Herstellung oder
dem Einbau ein. Der Ausgang ist aber für das Ausschaltverhalten mit 33uF
gepuffert. Eine Transiente Spannung aus Entladung könnte natürlich am
Elko vorbei in den Ausgang.



Ich habe da nicht viel Ahnung, aber die Idee mit der Entladung zurück in
den Ausgang könnte eine mögliche Erklàrung sein. Hier auf dieser Seite:

http://www.elektronik-kompendium.de...eg3pin.htm

wird berichtet, daß in so einem Fall ein Kurzschluß zwischen Ein- und
Ausgang entstehen kann, was zu der höheren Spannung führen könnte. 33uF
scheint mir aber nicht allzu hoch zu sein, um da Schaden anzurichten und
davor ist doch bestimmt noch ein fetterer Siebelko?

Frank Buss,
http://www.frank-buss.de, http://www.it4-systems.de

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