Linux mit DLNA

18/02/2011 - 01:34 von Peter Mairhofer | Report spam
Hi,

Hat jemand Erfahrungen mit Linux + DLNA?

Ich habe seit fast 15 Jahren einen Linux Homeserver der mitunter oft als
Mediaserver gedient hat (Streaming mit Apache, simple SMB Freigaben etc.).

Nun steht der Kauf eines LCD Fernsehers an und voller Euphorie möchte
ich nachlesen, wie man denn nun per SMB auf den Mediaserver zugreift
(der ja so toll angepriesen wird). Zu meiner Enttàuschung lese ich im
Manual von einem Protokoll von dem ich bisher nichts gehört habe: DLNA.
Kurze Recherche ergibt dass das Zeug eine Art UPnp+HTTP basiertes
Streaming Protokoll ist und angeblich einige Schwàchen haben soll.

Nunja, jetzt hab ich das Problem dass ich - wenn ich schon einen teuren
46 Zöller kaufe - schon gern hàtte dass alles problemlos rennt.

Meine ersten Versuche mit "minidlna" sind ernüchternd: Das Programm hat
geschlagene 2 Tage über die Festplatte (des zugegebenermaßen betagten
Servers - P4) gesucht und dabei eine SQLite Datenbank in /tmp angelegt
wobei die Prozedur dann aufgrund von "no space left on device"
abgebrochen ist.

Meine bisherigen Suchtreffer zu diesem Thema schaffen auch ein graues
Bild: Erstens vermitteln mir die Programme und "Hack"tutorials einen
wenig ausgereiften Eindruck und zweitens wird das durch Aussagen wie
"Linux+DLNA+Samsung geht Spulen nicht" nicht besser. Haufenweise Posts
von Leuten die offensichtlich keine Ahnung von Linux haben und schreiben
"mit miniDLNA geht es hier und mit dem anderen nicht" etc. lassen mein
Vertrauen auch nicht gerade steigern.

Daher meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit Linux+DLNA+LCD Fernseher?
Macht das Spass? Funktioniert das alles wie man es sich vorstellt?
Konkret Dinge an die man nicht so denkt:
1.) Wie sieht es mit Umlauten/Japanisch (Unicode/UTF8) aus?
2.) Ist ein Suchen möglich?
3.) Navigiert man baumartig wie im Dateisystem oder wird einem z.B. eine
Liste aller 1000 (natürlich selbst aufgenommenen Filme) pràsentiert?
4.) Funktionieren die Fundamentals wie Spulen, Pause etc.?
5.) Haut das auch bei großen Mediensammlungen (>1TB) hin?
6.) Lassen sich damit Videos, Audio (MP3) *und* Fotos am TV abspielen?
7.) Transcoding ist natürlich ein sehr interessantes Thema. Funktioniert
das anstàndig (natürlich wenn der alte P4 aufgerüstet wird)

Welcher DNLA Server würde sich am besten empfehlen bzw. ist am stabilsten?

Auch zum TV? Gibt es hier Hersteller zu denen man greifen soll oder eher
nicht oder vielleicht gar nicht wenn der Medienserver unter Linux laufen
soll?
Zum Beispiel sagt Philips explizit Linux sei unterstützt. Samsung sagt
es sei *nicht* unterstützt und liefert eine proprietàre Software mit die
nur unter Linux làuft.


Falls jemand Erfahrungen in diesem Bereich hat würd ich mich über einen
Bericht bzw. Beantwortung der Fragen sehr freuen!

LG
Peter
 

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#1 Marcus Jodorf
18/02/2011 - 05:27 | Warnen spam
Peter Mairhofer schrieb:

Meine bisherigen Suchtreffer zu diesem Thema schaffen auch ein graues
Bild: Erstens vermitteln mir die Programme und "Hack"tutorials einen
wenig ausgereiften Eindruck und zweitens wird das durch Aussagen wie
"Linux+DLNA+Samsung geht Spulen nicht" nicht besser.



Wir haben mal bei einem Kumpel spaßeshalber mit seinem neuen Fernseher
(zufàllig ein Samsung) damit rumgespielt.
Bzw. nicht richtig, weil es sich unverhofft als völlig überflüssig
rausgestellt hat.
Wir sind da ganz schnell zu dem Ergebnis gekommen: Ist unpraktischer
Quatsch und lohnt nicht - spàtestens wenn der Server transkodieren muß,
weil der Flimmerkiste ein exotischeres Format über DNLA nicht gefàllt,
wirds nervig.
Und spulen war tatsàchlich in einigen Fàllen problematisch und wir haben
es dann direkt als Schrott beerdigt.

Wenn Du einen aktuellen Fernseher hast, nimmst Du einfach eine USB
Platte, packst die Filme darauf, stöpselst die dann an den Fernseher und
fertig.
Der Witz bei z.B. einem ganz gewöhnlichen Samsung ist, daß das
intern auch nur eine Linuxschüssel ist. Schaltet man so eine Kiste an,
bootet die auch einfach erstmal ihr Linux und die Software darauf ist
mittlerweile ziemlich gut als Allesfresser in Sachen Medien.

Wir waren da sogar etwas verblüfft: Da kannst Du z.B. auch direkt ein
Platte mit ext3 dranhàngen und die Kiste verdaut so ziemlich alles
problemlos, was man ihr an Formaten vorwirft.

(Das Einzige, was besagte Flimmerkiste nicht konnte, waren Subs direkt aus
mkv darstellen, was aber beim nàchsten Firmwareupdate aber schon wieder
ganz anders ausehen kann. Ist aber auch kein Beinbruch - extrahiert man
die halt kurz und legt sie als separate Datei daneben. Und dann tut das
einfach.)

Nachdem wir also festgestellt hatten, daß man einfach eine ganz normale
Platte mit vernünftigem Filesystem anklemmen kann und das völlig easy
funktioniert, ist natürlich DNLA aus dem Rennen gewesen.
Unnötiger Aufwand (Verkabelung bzw. WLAN Setup, Routing bei subnettierter
Topologie, usw.) und eben nicht fehlerfrei (spulen halt) und die verfügbare
Serversoftware war teilweise auch etwas Gemurkse und das sieht alles aus,
wie noch nicht wirklich ausgereift.

2 Sekunden Aufwand, mal eben eine 2,5er USB Platte einzustöpseln (spart
man das Netzteil einstöpseln) ist da einfach um Welten praxistauglicher
und bis auf die besagte Sache mit Subs im mkv tat alles sofort,
problemlos und fehlerfrei mit allem, was wir überhaupt nur als
Testmaterial finden konnten.
Und das war jetzt kein Spitzengeràt, sondern ein Standard 40er Samsung
Teil, das ein Elektromarkt als Angebot rausgehaun hat. Dürfte also
ziemlich typisch für halbwegs aktuelle Fernseher sein.


Gruß,

Marcus

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