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Literatur, Malerei, Jurisprudenz, Medizin und Religion

01/12/2012 - 10:44 von WM | Report spam
Literatur, Malerei, Jurisprudenz, Medizin und Religion unterliegen
keinen physikalischen Beschrànkungen? Wenn jemand sagt, dass ein Roman
auf 10^100 Seiten 10^100 verschiedene Personen beschreiben könnte,
wenn jemand sagt, dass ein Bild im Stile van Goghs aus 10^100
Strichlein bestehen könnte, wenn jemand sagt, dass am Ende des
Jahrtausends die deutsche Steuergesetzgebung 10^100
Ausnahmeparagraphen enthalten wird, wenn jemand behauptet, dass in der
Naturheilmedizin Verdünnungen D100 besonders hilfreich sind, wenn
jemand sagt, dass am Ende der Zeiten in Indien eine große Schlacht
stattfinden wird, an der 10^100 Affen teilnehmen dann wird man ihn
mit Fug und Recht als einen Narren bezeichnen.

Wenn aber jemand sagt, dass er mit mathematischer Sicherheit beweisbar
10^100 verschiedene Elemente benennen und wohlordnen könne und
trotzdem als aufgeklàrter Wissenschaftler ernstgenommen werden möchte
ja, was soll man dazu sagen?

Gruß, WM
 

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#1 Roland Franzius
01/12/2012 - 11:06 | Warnen spam
Am 01.12.2012 10:44, schrieb WM:

Literatur, Malerei, Jurisprudenz, Medizin und Religion unterliegen
keinen physikalischen Beschrànkungen? Wenn jemand sagt, dass ein Roman
auf 10^100 Seiten 10^100 verschiedene Personen beschreiben könnte,
wenn jemand sagt, dass ein Bild im Stile van Goghs aus 10^100
Strichlein bestehen könnte, wenn jemand sagt, dass am Ende des
Jahrtausends die deutsche Steuergesetzgebung 10^100
Ausnahmeparagraphen enthalten wird, wenn jemand behauptet, dass in der
Naturheilmedizin Verdünnungen D100 besonders hilfreich sind, wenn
jemand sagt, dass am Ende der Zeiten in Indien eine große Schlacht
stattfinden wird, an der 10^100 Affen teilnehmen dann wird man ihn
mit Fug und Recht als einen Narren bezeichnen.

Wenn aber jemand sagt, dass er mit mathematischer Sicherheit beweisbar
10^100 verschiedene Elemente benennen und wohlordnen könne und
trotzdem als aufgeklàrter Wissenschaftler ernstgenommen werden möchte
ja, was soll man dazu sagen?



Einige sind der Meinung, jedes Individuum könne nur endlich viele
Gedanken àußern, das ist ja auch unmittelbar einsichtig.

Viel Brimborium braucht man um endliche Alphabete und endliche
Denkgeschwindigkeiten nicht zu machen, das kann man immer alles auf
Binàrfolgen abbilden.

Was unseren gàngigen mathematischen Ignoranten auf dem bekannten
Heimdenkerniveau mit Baumarktmitteln entgeht, ist die Tatsache, dass
davon nicht die Rede ist.

Die Rede ist davon, ob es möglich sei, die Undenkbarkeit eines
potentiell unendlichen Gedankenganges anhand einer vorformulierbaren
Inhaltsangabe oder eines überprüfbaren Kriteriums axiomatisch zu
definieren und damit derlei Gedankengànge von ihrer Entdeckung ein für
allemal auszuschließen.

Man könnte zum Beispiel jeden Gedanken, der auf einer nicht
nachvollziehbaren Intuition oder einem Spontaneinfall beruht, als
undenkbar klassifizieren.

Dann hàtten wir die historische Zeit wieder als Prozessgröße in die
Mathematik eingeführt und einen Gödel-Turing-Kolmogoroff-
Wahrscheinlichkeitsgedankenprozessraum zu konstruieren, in dem zwar mit
Wahrscheinlichkeit 1 alles endlich ist, aber ganz natürlich unendliche
Gedankengànge spontan, wenn auch mit Maß 0, aufteten können.

Notfalls kann man ja zwischen zwei Gedankensprünge je immer eine
logische Brownsche Eselsbrücke einflicken.

Solche Texte wie diesen verfasst man dann für den Intelligenzer oder
Physics Today und bekommt im Glücksfall ein paar Dollar dafür.


Roland Franzius

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