Lizenz für eigene Programme

07/12/2011 - 11:26 von W. Wolf | Report spam
Hallo,

darüber habe ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht. Das Internet
erschlàgt mich mit Informationen. Könnte ich mal einen Tipp von Euch haben?

Ich entwickle gerade eine freie Software, bei der ich allerdings die
Quellen (zumindest vorerst) noch für mich behalten möchte. So was habe
ich bisher einfach als "Freeware" bezeichnet.

Spàter sollen aber zu dieser Software optionale PlugIns dazukommen an
denen ich eventuell auch was verdienen will.

Nun verwendet die Software (nicht die PlugIns) auch externe Bibliotheken:
VSFlexGrid für das ich eine Entwickler-Lizenz habe,
die MS Windows Common Controls 6, eine VB6-Pro-Lizenz ist vorhanden,
und den RC4 inkl. WebKit.

Welche Lizenzierung würdet Ihr vorschlagen? Sollte man alle externen
Lizenzen mit in das About-Fenster bzw. in die Lizenzbedingungen bei der
Installation aufnehmen? Oder reichen hier die Text-Dateien der Quellen?

Kann mir jemand eventuell auch einen Internet-Tipp geben, wo das Thema
vernünftig behandelt wird?

Schönen Gruß
W. Wolf
 

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#1 Schmidt
11/12/2011 - 20:13 | Warnen spam
Am 07.12.2011 11:26, schrieb W. Wolf:

darüber habe ich mir bisher nur wenig Gedanken gemacht.
Das Internet erschlàgt mich mit Informationen.
Könnte ich mal einen Tipp von Euch haben?

Ich entwickle gerade eine freie Software, bei der ich allerdings
die Quellen (zumindest vorerst) noch für mich behalten möchte.
So was habe ich bisher einfach als "Freeware" bezeichnet.



Yep, genau die Situation besteht auch beim RC4.
Binaries sind erstmal Freeware - ein spàteres Öffnen der
VB6-basierten Sourcen (höchstwahrscheinlich unter LGPL) ist
geplant, aber bisher aus Zeitmangel noch nicht passiert.


Spàter sollen aber zu dieser Software optionale PlugIns
dazukommen an denen ich eventuell auch was verdienen will.

Nun verwendet die Software (nicht die PlugIns) auch externe
Bibliotheken: VSFlexGrid für das ich eine Entwickler-Lizenz
habe, die MS Windows Common Controls 6, eine VB6-Pro-Lizenz
ist vorhanden, und den RC4 inkl. WebKit.

Welche Lizenzierung würdet Ihr vorschlagen?


Solange Du noch im "Binaries sind Freeware"-Modus
bist, musst Du ja noch gar keine Lizenz "drankleben".

Die Lizenz-Entscheidung würde ja erst spàter relevant,
wenn Du das Öffnen Deiner Sourcen tatsàchlich durchziehst.

Und dann hàngt es mehr oder weniger von Deiner
Großzügigkeit ab, ob Du "Alles erlauben willst"
(z.B. per BSD-Lizenzierung Deiner Sourcen) - oder
ob es einen "sanften Zwang" geben soll, welcher
(beim Öffnen unter LGPL z.B.) dafür sorgen kann,
dass Dein in Bibliotheken gekapselter Code, obwohl
von anderen Entwicklern einsehbar, ànderbar usw. -
dann aber auch mehr oder weniger *innerhalb* Deiner von
Dir aufgesetzten und entwickelten "Bibliotheken-Projekte"
verbleibt... Bei BSD-Lizenzierung wàre ein beliebiges
"Rauskopieren" einzelner Teilbereiche von Bibliotheken
(bzw. deren Klassen) für jedermann möglich (inkl. des
Neu-Arrangierens dieser "Codeblöcke" in closed-source
Anwendungen) - ohne dass Änderungen/Fixes/Erweiterungen
an diesem kopierten Code öffentlich gemacht werden müssten.
Die LGPL schiebt da mehr oder weniger "einen Riegel vor" -
LGPL-lizenzierte Quellen bleiben üblicherweise in ihrer
"Bibliotheks-Projekt-Struktur" erhalten - denn die LGPL
schreibt vor, dass Änderungen am Code in das LGPL-Projekt-
Repository zurückfließen - ohne jedoch (wie z.B. bei der
etwas restriktiveren GPL) den Einsatz der *kompilierten*
LGPL-Libs in kommerziellen (closed-source) Projekten
zu untersagen.

Sollte man alle externen Lizenzen mit in das About-Fenster
bzw. in die Lizenzbedingungen bei der Installation aufnehmen?
Oder reichen hier die Text-Dateien der Quellen?


Die OpenSource-Lizenzen verlangen in aller Regel
"das Informieren des Users" ... bei einer Anwendung
(einem Executable, welches z.B. LGPL-lizenzierte
Dlls einsetzt) wàre das z.B. der About-Dialog -
und/oder auch ein "Setup-Info-Screen".

Bei Distribution eines "Dll-Pakets für Entwickler"
(wie z.B. dem RC4), welches ohne Setup ("nur im Zip")
offeriert wird, reichen auch Lizenz-Info-Files
(siehe '_Library-Licenses.txt' im Root-Folder
des Zip - oder auch 'license-info.txt' im
optionalen WebKitCairo-Subfolder des größeren
7zip-Download-Pakets).

Wie Du diese Infos "durchreichst" in Deiner App
(Deinem About-Dialog), bleibt Dir überlassen -
zumindest die Links auf die Webseiten der beteiligten
"OS-Bibliotheken" (WebKit, cairo, SQLite usw.)
und deren Lizenz-Formen sollten jedoch für den User
ersichtlich, bzw. "nachlesbar" sein.

In '_Library-Licenses.txt' des RC4-Basispakets
ist ein entsprechend markierter Bereich (z.B. zum
"Rauskopieren in eine Dialog-Textbox") enthalten -
und auch das WebKit-'license-info.txt' File
enthàlt herauskopierbare Infos bzgl. der OS-
Lizenzformen der einzelnen "Sub-Libraries" und
deren entsprechende WebLinks.

Versuch vielleicht, Deine Freeware-Anwendung
so zu gestalten, dass der überwiegende Teil der
Funktionalitàt in (ActiveX-)Dlls gekapselt ist -
also nur eine "dünne *.exe drumherum" existiert.
Das wàre spàter (wenn Du dann "öffnen möchtest")
attraktiv(er) für Entwickler, welche möglicherweise
bereitwilliger Code und Fixes beisteuern werden,
wenn die "interessante Funktionalit" nicht
in einer Exe, sondern in möglicherweise auch
anderweitig verwendbaren Bibliotheken sitzt.

Olaf

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