LTSpice und noise

07/06/2016 - 10:57 von Mathias Weierganz | Report spam
Ich spiele gerade ein wenig mit LTSpice rum, weil ich einen rauscharmen
Verstàrker aufbauen will. Ich habe jetzt mal zwei Verstàrker
verglichen, die àhnliche Eckwerte für das Rauschen haben:

LT6230-10 ADA4898-1
voltage noise 1.1 0.9 nV/sqrt Hz
current noise 2.4 2.4 pA/sqrt Hz

In http://666kb.com/i/d9ln27x6om0x48rxz.png sind die Simulations-
Ergebnisse zu sehen.
Natürlich spielt der LT6230-10 frequenzmàßig in einer anderen Liga.
Wenn ich das Rauschen errechne, komme ich nach den Datenblattangaben
für die angegebene Schaltung für beide auf ungefàhr 1.4 nV/sqrt Hz
Eingangsrauschen, bzw. 28 nV/sqrt Hz Ausgangsrauschen. Für den
LT6230-10 deckt sich das auch mit der Simulation. Kann mir jemand
erklàren, wieso der ADA4898 so schlecht bei der Simulation ist?
Das Modell ist direkt von AD.

Mathias
 

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#1 Gerhard Hoffmann
07/06/2016 - 11:35 | Warnen spam
Am 07.06.2016 um 10:57 schrieb Mathias Weierganz:
Ich spiele gerade ein wenig mit LTSpice rum, weil ich einen rauscharmen
Verstàrker aufbauen will. Ich habe jetzt mal zwei Verstàrker
verglichen, die àhnliche Eckwerte für das Rauschen haben:

LT6230-10 ADA4898-1
voltage noise 1.1 0.9 nV/sqrt Hz
current noise 2.4 2.4 pA/sqrt Hz

In http://666kb.com/i/d9ln27x6om0x48rxz.png sind die Simulations-
Ergebnisse zu sehen.
Natürlich spielt der LT6230-10 frequenzmàßig in einer anderen Liga.
Wenn ich das Rauschen errechne, komme ich nach den Datenblattangaben
für die angegebene Schaltung für beide auf ungefàhr 1.4 nV/sqrt Hz
Eingangsrauschen, bzw. 28 nV/sqrt Hz Ausgangsrauschen. Für den
LT6230-10 deckt sich das auch mit der Simulation. Kann mir jemand
erklàren, wieso der ADA4898 so schlecht bei der Simulation ist?
Das Modell ist direkt von AD.



Viele Macromodelle berücksichtigen das Rauschen überhaupt nicht.
Ich spiele gerade mit ein paar parallelen Interfet IF3602 herum
und habe auch da völlig unglaubwürdige Rauschwerte bekommen.

Die 1/f-Ecke beim ada4898 ist auch falsch, die liegt tatsàchlich
irgendwo bei 20 Hz.

Ich habe über 20 Opamps gemittelt (10 * ADA4898-2) und bin tatsàchlich
auf 220 pV/sqrt Hz gekommen, wie sich das auch rechnerisch gehört.
Das ist natürlich nur bei niedriger Quellimpedanz sinnvoll.

< http://www.hoffmann-hochfrequenz.de...s/lono.pdf >
wenn du Anregungen brauchen kannst.

Mit dem 200 uF Eingangs-C ist das Rauschen unterhalb von ein
paar Hz schlechter als das tatsàchliche 1/f des Verstàrkers
weil die Rauschspannung des Bias-R dort unten nicht gut genug
kurzgeschlossen wird. Wenn man die Performance tatsàchlich bis
0.1 Hz runter braucht, sind etwa 10000 uF nötig. Das ist
für die Eingangstransistoren der Opamps nicht ganz ungefàhrlich
& erfordert eiserne Disziplin beim Anschluss & Ein/ausschalten.
Ich habe mir jetzt ein paar wet slug Tantals besorgt, das tut
finanziell richtig weh.

Daher auch die IF3602, die kommen mit 10uF oder weniger aus
und dürften vergleichbar rauschen. Billiger wird's aber auch nicht.

Gruß, Gerhard

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