[M2c] Treasure Island

28/01/2009 - 00:53 von Robin Koch | Report spam
Tatsàchlich hat es noch ein weiteres Spiel aus dem Jahre 2008 den Weg in mein
DVD-Rom-Laufwerk gefunden! Es handelt sich um die bekannte Geschichte über "Die
Schatzinsel" oder auf englisch:

*Treasure Island*

Die Story ist ja wohl hinlànglich bekannt und soll hier nicht weiter erlàutert
werden. Soweit ich es beurteilen kann orientiert sie sich dicht an der
Geschichte von Robert Louis Stevenson.

Trotz guter Wertungen hat man ja nicht allzuviel von diesem Titel gehört, dabei
ist er ein lupenreiner Vertreter des Genres. Und so legte ich das Spiel in
freudiger Erwartung ein...

Grafik

Nach "Jack Keane" war "Treasure Island" eine positive Überraschung. Trotz hoch
eingestellter Effekte lief das Spiel weitestgehend flüssig und sah dabei auch
noch atemberaubend gut aus. Besonders die Lichteffekte ließen mir teilweise den
Mund offen stehen. Endlich mal wieder ein Engine, die anstàndig optimiert wurde!
Zusammen mit dem Ton erzeugt sie ein durchaus dichte Atmosphàre.

Steuerung

Die Steuerung ist traditionell, aber hackelig.
Für jeden Hotspot werden direkt am Cursor ein bis zwei mögliche Aktionen
angezeigt und zwar jeweils auf der Seite, mit der man sie auf der Maus ausführt.
Verklicken tut man sich daher eigentlich nicht. Leider war es teilweise nicht
ganz einfach Jim zum gehen zu bewegen, denn nicht jeder Punkt auf dem Bildschirm
(auch nicht jeder Punkt auf dem Weg) ließ sich anklicken. So musste man schonmal
etwas suchen, bis man einen Punkt fand, zudem sich Mr. Hawkins auch bewegen konnte.
Dafür waren die Laufwege insgesamt für eine echte 3D-Umgebung erfrischend kurz.
Lange Wege sind sonst gerne ein Manko der großen Bewegungsfreiheit.

Ein "innovatives 3D-Inventar" verspricht die Packung. Naja.
Ein Inventar, in dem man sich die Gegenstànde als 3D-Modelle ansehen kann hat
wahrscheinlich jeder von uns schonmal gesehen. Und wahrscheinlich wurde da
bereits mehr Gebrauch davon gemacht. Innovativ ist sicher übertriebenes
Werbegeschrei. Und, daß grundsàtzlich angezeigt wird, ob sich zwei Gegenstànde
kombinieren lassen hat man zwar auch schon gesehen, hilft einem allerdings dabei
sinnloses Ausprobieren zu reduzieren.
Desweiteren gibt es auch auf "Treasure Island" eine zuschaltbare Hotspot-Hilfe,
die auch anstàndig funktioniert (vgl. Jack Keane. :-/). Allerdings muß man auch
bei eingeschalteter Hilfe noch genau hinsehen. Die Hotspots werden durch
pulsierende Leuchtpunkte dargestellt, die gerne mal im Hintergrund untergehen.

Wenn wir grad beim technischen Teil sind, noch ein kurzes Wort zum

Ton

Die Musik ist gut, hàlt sich aber meist dezent im Hintergrund.
Die Synchronisation ist hervorragend und die Stimmen passen zu den Charakteren.

Ràtsel

Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad relativ gering. Der Spielablauf ist linear
und kurzschrittig. Das wird auch dadurch nicht geàndert, daß man in diversen
Dialogen scheinbar die Möglichekit hat durch Ja/Nein-Fragen das Geschehen
tatsàchlich zu beeinflussen. Allerdings lenkt einen das Spiel innerhalb von zwei
Sàtzen immer wieder zu der "richtigen" Antwort, sodaß man fast schon *versucht*
die "falsche" Antwort zu wàhlen.

Die Locations sind durch die Bank recht klein und das Inventar hàlt sich in
Grenzen und wird zudem zu Beginn jedes Kapitels geleert, sodaß man insgesamt gar
nicht besonders viele Möglichkeiten der Interaktion bekommt.

Die Ràtsel an sich sind durchaus abwechslungsreich. Von Botengàngen und
Inventarràtseln, über Frage-Antwort-Spielchen und Labyrinthen bis hin zu
zeitkritischen Aktionen ist alles vorhanden. Von dem "anspruchvollen
Ràtseldesign mit perfekter Balance aus Kombinations-, Dialog- und Logik-Ràtsel",
wie es auch auf der Packung versprochen wird, würde ich allerdings nicht sprechen.

Ein Wort zu den Labyrinthen: Zweimal muß man durch einen Dschungel irren und den
richtigen Weg finden. Jeder falsche Weg führt einen über Zufalls-Screens zum
Start zurück. Einmal scheint es ein Karte für den Weg zu geben, einmal jedoch
nicht. Vielleicht war ich zu blöd, aber ich musste mir beide Wege systematisch
zusammenraten. (Vielleicht meinten die Produzenten das mit Logikràtseln?)

Tatsàchliche Zeitkritische Szenen gibt es eigentlich auch nur eine.
Man versucht sich an Deck des Schiffes gegen die Wellen von einem Ende zu
anderen zu kàmpfen. Hàlt man sich im falschen Moment nicht irgendwo fest, wird
man zurückgespült. Es geht vielmehr darum die richtigen Haltegriffe zu finden,
als schnell dorthinzukommen. Eigentlich harmlos im Vergleich zu anderen Spielen.

Passenderweise zum Schluß will ich zum eigentlich größsten Manko des Spiels
kommen und das ist die Lànge.
Wenn meine Uhr nicht kaputt ist, dann habe ich für "Treasure Island" insgesamt
sechs Stunden gebraucht. Und davon lief die letzte halbe Stunde fast von selbst
ab. Das ist natürlich viel zu kurz für ein Vollpreisspiel und der Grund, wieso
ich eigentlich eine 3+ vergeben wollte.

Aber die Pràsentation und die Tatsache, daß Spielerisch keine großen Fehler
gemacht wurden haben das Spiel noch in den 2er-Bereich gerettet:

Treasure Island: 10 Punkte (von 15; Das entspricht: 2-)

Robin Koch
Lebensweiseheit Nr. 39: Zum Glück ist alles nur halb so doppelt!
 

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#1 Robin Koch
28/01/2009 - 01:02 | Warnen spam
[Nachtrag]

Was mir an der technischen Umsetzung allerdings nicht gefallen hat war, daß ein
einzelner Spielstand mit fast 9 MB zu Buche schlàgt!

Mit 6 Spielstànden ist mein Savegameordner glatt 53 MB groß!

Tipp: Zum Archivieren den Ordner mit 7-Zip packen. Das hat meinen Ordner auf
sagenhafte 2,3 MB (4,4%) komprimiert! (Als Zip-Datei 17 MB!)

Robin Koch
Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele. - (Cicero)

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