Magnetisierungsgeraet

21/02/2009 - 05:09 von Ralf K u s m i e r z | Report spam
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Moin,

angeregt durch den Thread zur Energie beim Permanentmagneten ist mir
wieder eingefallen, daß ich immer mal überlegt hatte, ob sich
hartmagnetische Körper durch mechanische Anregung spontan
magnetisieren können. Ich habe mir dazu ein mechanisches
Magnetisiergeràt ausgedacht:

Die zu magnetisierenden Körper sollen làngliche Zylinder sein. Das
Geràt besteht aus einer flachen runden Haltescheibe (eine Art
Zahnrad), die am Umfang viele Aussparungen hat, in denen die Zylinder
in achsialer Ausrichtung eingeklemmt werden können. Die Haltescheibe
ist um ihre Achse drehbar gelagert und kann angetrieben werden. Den
Enden der eingeklemmten Zylinder gegenüber befinden sich zwei
weichmagnetische Ringe bzw. Kreissektoren als Magnetisierungspole
koaxial zu der Haltescheibe angeordnet, die beide zur gleichen
radialen Richtung hin eine breitere Lücke haben. Von jedem der beiden
Magnetisierungpole geht ein weichmagnetischer Polarm um den Rand der
Scheibe herumgreifend auf deren andere Seite zu der Mitte der Lücke
hin und bildet hier einen Luftspalt.

(Ich hoffe, daß das nicht zu unverstàndlich formuliert war.)

Funktion:
Von den Aussparungen am Scheibenrand sind diejenigen, die sich
zwischen den Magnetisierungpolen befinden, mit bereits magnetisierten
Körpern bestückt. Nehmen wir an, die Achse sei senkrecht ausgerichtet
(die Scheibenflàche also waagerecht), dann mögen alle Nordpole nach
oben zeigen. Die Magnetisierungpole leiten das Feld aller dieser
Magnete über die Arme zu der Lücke, wo die Armenden als Erregerpole
ausgebildet sind, deren Polflàchen dann also ebenfalls Magnetpole
darstellen, die ein achsiales Feld erzeugen, und zwar (wegen des
Umgreifens der Arme über den Rand) mit dem Nordpol unten. Wenn die
Scheibe nun gedreht wird, dann bewegt sich ein magnetisierter Zylinder
unter den Magnetisierungspolen hervor in die Lücke hinein und wird
dort als Fertigprodukt weggenommen und abgelegt. In die freigewordene
Aussparung wird ein noch unmagnetisierter Rohling eingebracht, der
beim weiteren Drehen der Scheibe dann in das starke Luftspaltfeld
zwischen den Erregerpolen hineingeràt und dort aufmagnetisiert wird,
mit dem Nordpol ebenfalls nach oben.

Im weiteren làuft dieser nunmehr permanetmagnetische Körper aus dem
Erregerluftspalt heraus und tritt zwischen den Magnetisierungspolen
ein, wo er gemeinsam mit allen anderen Zylindern auf der Scheibe das
erregende Feld für die "neuen" Magenten erzeugt, bis er schließlich
nach einem vollstàndigen Umlauf wieder an der Lücke ankommt und
entnommen wird. So können quasi-kontinuierlich Permanentmagnete
"selbsterregt" aufmagnetisiert werden.

Welche Arbeit muß eigentlich zum Drehen der Scheibe aufgewendet
werden?

Das soll nun keine wirtschaftlich nutzbare Erfindung sein (für das
Aufmagnetisieren magnetisch harter Werkstücke gibt es schon Lösungen),
sondern nur ein Gedankenexperiment. Der Witz dabei ist: Wenn die
Scheibe selbst ein in die Luftpalte hinenpassendes Ferromagnetikum
wàre, also einfach eine runde, zylindrische Eisenscheibe ohne
irgendwelche Randaussparungen, dann müßte sie sich IMHO beim Drehen
magnetisieren, àhnlich wie eine selbsterregte Gleichstrommaschine,
denn eine zufàllige schwache Saldo-Magnetisierung der Scheibe sollte
sich nach einigen Umlàufen bis zur Sàttigung verstàrken.

Wenn man das Prinzip etwas modifiziert und mehrere Erregerpolpaare auf
dem Umfang zueinander versetzt anordnet, dann sollte man auch eine
alternierende selbstverstàrkende Magnetisierung auf der Làuferscheibe
erzeugen können. In den Polarmen würde dann bei der Drehung ein
Wechselfluß auftreten; wenn man diese Arme mit Spulen bewickelt, müßte
man so Wechselstrom erzeugen können und hàtte damit praktisch einen
selbsterregten Synchrongenerator.

Was man damit anfangen kann? Weiß ich nicht...

Was mich vielmehr interessieren würde, ist, ob ein solcher Mechanismus
auch zufàllig auftreten kann, etwa so, daß man eine Kiste mit
Eisenstücken rüttelt und sich dabei durch die gegenseitigen Bewegungen
der Teile darin solche Rückkopplungsmechanismen auftreten, die die
Eisenteile spontan magnetisieren. (Man liest gelegentlich, daß
Ferromagnetika durch Anschlagen mit einem Hammer magnetisiert werden
könnten, wobei die mechanische Erschütterung eine permanente Ordnung
der Elementarzellen in einem zufàlligen àußeren Feld (z. B. dem
Erdmagnetfeld) bewirken soll. Ich kann mir das eigentlich nicht
vorstellen, dafür ist das Erdfeld doch viel zu schwach.)


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Helmut Wabnig
21/02/2009 - 09:46 | Warnen spam
On Sat, 21 Feb 2009 05:09:57 +0100, Ralf K u s m i e r z
wrote:




Moin,

angeregt durch den Thread zur Energie beim Permanentmagneten ist mir
wieder eingefallen, daß ich immer mal überlegt hatte, ob sich
hartmagnetische Körper durch mechanische Anregung spontan
magnetisieren können.
..



1 Schraubstock, 1 Schruppfeile, 1 Eisentrumm.

Spàne sind spontan magnetisch.
Hàlt aber nicht lange an bei weichem Eisen.


w.

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