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mal wieder Energiesparlampen

08/01/2009 - 23:26 von Heike Vetter | Report spam
Hallo zusammen,

ich war im letzten Jahr schon mal "hier" mit einer Anfrage ...

Jetzt habe ich ein anderes Problemchen:

In meiner Masterarbeit möchte ich gerne auf den ökölogischen
(Herstellung, Betrieb, Entsorgung) Aspekt von verschiedenen
Leuchtmitteln eingehen. Es gibt nachvollziehbare Angaben (z.B.
Verbrauch, Schadstoffe), aber schon bei der Angabe der Lebensdauer kann
ich nicht sagen, ob mich die Hersteller belügen (... die wollen ja ihre
Neuentwicklung verkaufen ...). Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass
mich Glühlampen sehr oft im Stich lassen und ich stàndig am Austauschen
bin und deshalb unbedingt auf andere langlebigere (aber teurere)
Produkte umsteigen muss, um zu sparen.
Auch weiß ich nicht viel über die Herstellungsbedingungen der hoch
gelobten Energiesparlampen (bei den Glühlampen ist das einfach: Glas,
Draht, Sockel, China, fertig). Wie hoch ist die Energie, die dabei
verbaucht wird (Transportkosten, Energiesparlampen sind schwer)? Wie und
wo wird wieder getrennt und wie entsorgt? Wie sieht es mit der
Umweltbelastung aus?

Jedenfalls finde ich es nicht ökologisch, wenn ein Leuchtmittel im
Betrieb sparsam ist, bei der Herstellung aber Vieh, Vögel und Fische
sterben. (Ich unterstelle das nicht, ich weiß einfach nicht so viel
darüber, dass ich mir dazu eine Meinung bilden kann. Und die Hersteller
wollen verkaufen und mir nicht ihre ökologische Schadensbilanz offenbaren.)

Ich habe in meinem Versuchsaufbau folgende Lampen im Einsatz:
Kompaktleuchtstofflampe
Halogenglühlampe
Glühlampe
LED

Wer weiß dazu was und woher?

Grüße

Heike
 

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#1 MaWin
08/01/2009 - 23:58 | Warnen spam
"Heike Vetter" schrieb im Newsbeitrag
news:gk5uin$sir$

In meiner Masterarbeit möchte ich gerne auf den ökölogischen (Herstellung,
Betrieb, Entsorgung) Aspekt von verschiedenen Leuchtmitteln eingehen.
Wer weiß dazu was und woher?




Man KANN die Produktion von Vielem oekologisch machen,
selbst Gold oder Papier oder Reaktorbrennstaebe,
die Frage ist also nur, ob der Hersteller das auch tut,
es hat nichts mit dem Produkt zu tun, obwohl man bei manchem
Produkt weiss, wie die Rohstoffe ausgebeutet werden.


Gluehlampen sind auch nicht ganz ohne, die Gewinnung von Wolfram
ist nicht einfach, und du hast das Problem uebersehen, aus diesem
nicht schmelzenden Stoff einen Draht zu machen. Das war auch mal
high-tech. Vor ueber einem Jahrhundert. Und die Entwicklung ist
nicht zu Ende, neulich erst ergab sich bei Halogenlamopen durch
IRC infra red coating eine Leistungssteigerung um 30%.

Sicher ist es sinnvoll, zu Fragen, wo die Rohstoffe herkommen,
bei der Leuchstoffroehre in der Energiesparlampe also die
seltenen Erden fuer den Leuchtstoff, aber auch die Rohstoffe
fuer die Elektronik der eingebauten Schaltung,

bei Leuchtdioden der Gallium-Nitrid Halbleiterprozess,

aber letztlich liegt es an den Fabriken, ob die sauber
produzieren oder nicht, und das kannst du nicht mal vor Ort
mit einem Chemielabor herausfinden, denn der Muell koennte
woanders verklappt werden.

http://www.friedrichonline.de/pdf_p...9_4751.pdf
http://www.lfu.bayern.de/umweltwiss...abruck.pdf

selbst Wikipedia sagt was zum Resourcenverbrauch der ESL

http://de.wikipedia.org/wiki/Kompak...stofflampe

Wie hier mal erwaehnt wurde, enthaelt und verbraucht die
Energiesparlampe weit weniger Quecksilber, als aus den
Kohlekraftwerken geblasen wird, die immer noch zu 90% den Strom
fuer die Gluebirne erzeugen, denn deren Steinkohle enthaelt
auch Quecksilber und das wird aus dem Schornstein geblasen.


Ueber die unterschiedliche Lichtqualitaet von Gluehlampe zu
ESL und Leuchtdiode gab es hier ja einen ellenlangen Thread.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
Read 'Art of Electronics' Horowitz/Hill before you ask.
Lese 'Hohe Schule der Elektronik 1+2' bevor du fragst.

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