Materie vs. Antimaterie im Standardmodell

13/10/2008 - 18:35 von Marc Huber | Report spam
Hallo Newsgroup!

Im Universum sehen wir weitaus mehr Materie als Antimaterie, obwohl nach
dem Urknall wohl von beiden gleichviel zur Verfügung gestanden ist.
Begründet wird das durch eine Asymmetrie in den
Zerfallswahrscheinlichkeiten von Teilchen und Antiteilchen, die von den
Physik-Nobelpreistràgern 2008 vorhergesagt und zum Beispiel bei Belle
und BaBar nachgewiesen wurden.

Nun sind aber im Standardmodell trotz CP-Verletzung und komplexer
CKM-Matrix die Barionenzahl und die Leptonenzahl Erhaltungsgrößen - ein
Anti-Barion kann zB nicht zu "Materie" werden. Und Mesonen, die zwar
zwischen "Materie" und "Antimaterie"-Zustànden wechseln können, sind
nicht stabil.

Wie wird im Standardmodell ein Überhang von sichtbarer Materie gegenüber
Antimaterie erklàrt?

Beste Grüße, Marc
 

Lesen sie die antworten

#1 g.scholten
13/10/2008 - 18:50 | Warnen spam
On 13 Okt., 18:35, Marc Huber wrote:
Nun sind aber im Standardmodell trotz CP-Verletzung und komplexer
CKM-Matrix die Barionenzahl und die Leptonenzahl Erhaltungsgrößen - ein
Anti-Barion kann zB nicht zu "Materie" werden. Und Mesonen, die zwar
zwischen "Materie" und "Antimaterie"-Zustànden wechseln können, sind
nicht stabil.

Wie wird im Standardmodell ein Überhang von sichtbarer Materie gegenüber
Antimaterie erklàrt?



AFAIK lautet die simple Antwort: gar nicht. Die Materie/Antimaterie-
Asymmetrie ist im Rahmen des Standardmodells nicht erklàrbar. Man ist
auf eine Physik jenseits des Standardmodells angewiesen, z.B. in Form
von GUTs. Eine GUT aus den 70er Jahren, die SU(5)-Theorie konnte die
Asymmetrie erklàren, sagte aber auch andere baryonenzahlveràndernde
Prozesse vorher, insbesondere den Protonenzerfall, der experimentell
nicht bestàtigt werden konnte.

Ähnliche fragen