Matrix Mini PC

12/07/2014 - 10:46 von Juergen Ilse | Report spam
Hallo,

vor ein paar Tagen hatte ich in einem anderen Thread erwaehnt, dass ich mir
einen solchen Matrix Mini PC zulegen wollte und hier einen ersten Erfahrungs-
bericht liefern wuerde. Nun, das Geraet ist geliefert worden, und die Lie-
ferung erfolgte ausgesprochen schnell (weniger als 30 Stunden nachdem ich
den Kaufpreis vorab ueberwiesen habe, erhielt ich das Paket). Allerdings
fehlten die von mir mitbestellten HDMI- und USB-OTG-Kabel. Eine Nachfrage
per E-Mail wurde sehr freundlich mit einer Entschuldigung und der Zusage,
die Kabel umgehend nachzusenden beantwortet. Die Kabel wurden dann auch
umgehend nachgeschickt. Waehrend dessen habe ich das Geraet schon einmal
in Betrieb genommen. Der Luefter ist *sehr* leise, wenn ich den Mini PC
nicht an mein Ohr halte, kann ich den Luefter gar nicht hoeren, waehrend
des Betriebs stoert er also gar nicht.

Bei Lieferung war im 16 GB grossen internen Flash die Matrix TV Linux-
Distribution installiert. Mit der aus dem Netz herunter geladenen Ubuntu-
Distribution (Ubuntu 12.04) habe ich das Betriebssystem gegen etwas
"universeller nutzbares" ausgetauscht. Das Archiv enthielt neben den
Images mit der Linux-Distribution auch eine Windows-Software, mit der
diese Umstellung problemlos funktionierte. Der dazu umzustellende
Schalter am Gehaeuse ist nur etwas fummelig erreichbar (z.B. mit einem
Zahnstocher) und das umflashen dauerte auch einige Zeit. Danach bootete
Ubuntu in angenehm kurzer Zeit. Da ich gerade keine USB-Maus griffbereit
hatte, habe ich per angeschlossener USB-Tastatur auf die Textconsole
umgeschaltet und das Netzwerk passend konfiguriert, um mich remote
per ssh einloggen zu koennen. Fuer erste Tests habe ich fuer root
ein passwort vergeben (Ubuntu-typisch gibt es per Default kein guel-
tiges root-Passwort). Eine per USB am Rechner angeschlossene 3 TB
USB-Platte liess sich problemlos einrichten (nunja, gparted ist beim
ersten Versuch wegen unpassender locale-Einstellungen gecrashed, aber
dieses Problem liess sich beheben). Ein Update des Systems mittels
apt-get funktionierte problemlos, nachdem das Netz erst einmal konfi-
guriert war.

Um die Performance des Systems zu testen habe ich mich entschlossen,
ein groesseres Projekt zuuebersetzen und die Zeit dafuer zu messen.
Ich habe dafuer gcc-4.9.0 gewaehlt. Zuerst habe ich die notwendigen
Voraussetzungen kompiliert (auf der angeschlossenen Festplatte) und
installiert (auf diese Platte). Anschliessend habe ich dann die
Sourcen von gcc entpackt, die Unterstuetzung fuer die Sprache "D"
hinzugepatched und gcc mit Support fuer alle Sprachen compiliert.
Ach ja, da das compilieren des Ada-Compilers den Ada-Compiler voraus-
setzt, hatte ich vorher noch gnat aus den Ubuntu-Repositories installiert.
Das konfigurieren, compilieren und installieren des gcc (alles auf der
angeschlossenen Festplatte) erfolgte mit dem folgenden Kommando:

time (../gcc-4.9.0/configure --prefix=/mnt/bigdisk/myproject --enable-libada --enable-libssp --enable-lto --enable-objc-gc --enable-languages=c,c++,fortran,java,lto,objc,obj-c++,d,go,ada --with-mpc=/mnt/bigdisk/myproject --with-mpfr=/mnt/bigdisk/myproject --with-gmp=/mnt/bigdisk/myproject --with-cloog=/mnt/bigdisk/myproject --with-gnu-ld=/mnt/bigdisk/myproject/bin/ld --with-gnu-as=/mnt/bigdisk/myproject/bin/as && make -j4 bootstrap && make -j4 install) > ../build.log 2>&1

Waehrend des bauens von gcc war die CPU-Auslastung meistens bei annaehernd
100% (laut Ausgabe von top), die Platte hat den Rechner dabei also nicht
ausgebremst. Es lief alles einwandfrei durch, und das ganze dauerte etwas
weniger als 7 Stunden. Hier die Ausgabe des time-Kommandos:

real 401m19.076s
user 1338m0.890s
sys 55m56.070s

Dass hier die Summe aus "user" und "sys" erheblich hoeher liegt als der
Wert von "real" duerfte daran liegen, dass da die Zeiten fuer jeden CPU-
Core einzeln aufsummiert wurden. Zeahlt man die Werte von "user" und "sys"
zusammen und teilt das durch 4 (die Anzahl der CPU-Cores), erhaelt man mit
ca 348 Minuten einen durchaus zu dieser Interpretation passenden Wert ...
Das uebersetzen erfolgte hier uebrigens nicht mit dem in der Ubuntu
Distribution enthaltenen gcc-4.6 sondern mit dem gcc-4.9, der in einem
vorherigen Uebersetzungslauf mit genau den oben angegebenen Optionen
gebaut wurde. Da ich den Mini PC als Server einzusetzen gedenke, habe
ich abgesehen von diesen Performance-Tests (die fuer mich durchaus
zufriedenstellend ausgefallen sind) noch nichts weiter probiert,
insbesondere habe ich weder irgendetwas mit dem GUI ausprobiert
noch Grafikbenchmarks ausgefuehrt (das spielt fuer die von mir
geplante Nutzung des Rechners keine Rolle).

Hoffentlich sind diese ersten Eindruecke von diesem Rechner fuer den
einen oder anderen hilfreich. Ich halte das Geraet jedenfalls bisher
fuer recht gelungen. Er ist meinem Eindruck nach solide verarbeitet
und laeuft stabel Waehrend meines Performance-Tests ist die Temperatur
laut dem eingebauten Temeratursensor nicht hoeher als 68 Grad Celsius
gekommen. Die Lueftersteuerung ist uebrigens in der Ubuntu-Distrinution
ein einfaches shell-script. Wenn ich mehr Zeit habe, mich mit dem Geraet
weiter zu befassen, werde ich ggfs. noch einmal etwas dazu schreiben.
Ach ja, die Ubuntu-Distribution belegt bei mir auf dem Rechner ca. 2,5 GB
(ich hatte allerdings da schon audacity nachinstalliert, was ich zum
nachbearbeiten von Audiomitschnitten verwenden moechte).

Tschuess,
Juergen Ilse (juergen@usenet-verwaltung.de)
Ein Domainname ist nur ein Name, nicht mehr und nicht weniger.
Wer mehr hineininterpretiert, hat das Domain-Name-System nicht
verstanden.
 

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#1 Gregor Szaktilla
13/07/2014 - 16:29 | Warnen spam
Am 12.07.2014 10:46, schrieb Juergen Ilse:
[Erfahrungsbericht Matrix Mini-PC]



Danke!

Das klingt nach einem sehr guten Geràt für meine Ansprüche.

Gruß

Gregor

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