Matrixgedanken

03/01/2010 - 23:34 von ej | Report spam
Hi, und ein gutes Neues Jahr erstmal.

Wahrscheinlich mach' ich mich hier gleich mal unbeliebt, da ich weiss,
dass Physiker lieber 'zum Gewehr greifen' als sich auf entlegene
Privattheorien einzulassen. Trotzdem kann ich's nicht lassen, ein
wenig zu zündeln. Zudem bin ich auch noch blutiger Laie in Physik.

Wir leben doch in einem zwar grossen, aber dennoch geschlossenen
System, dem Universum. Logisch gesehen ist es doch wohl kaum möglich,
ein System von innen her vollstaendig zu beschreiben, so dass eine
sog. Weltformel schon vom Prinzip her zum Scheitern verurteilt sein
sollte:
Wenn wir zum Beispiel einen Kreis um drei im Dreieck angeordnte Punkte
schlagen, kann nur von einem uebergeordneten System aus geurteilt
werden, dass dies ein Symbol für Blindheit sein soll.

Mir kommt es seltsam vor, dass an den Grenzen unserer Wahrnehmung,
also im Allergroessten, Allerentferntesten und Allerkleinsten, unser
Verstaendnis und unsere Erkenntnisfaehigkeit samt Logik radikal
zusammenbricht. Man denke an die Quantenphysik, die niemand versteht,
an Phaenomene am Rande des Universums, wo ploetzlich die Naturgesetze
zu verschwimmen scheinen, wie zB die Lichtgeschwindigkeit in den
Quasaren, oder auch zB die Voyager-Sonden, deren Geschwindigkeit
unerklaerlicherweise immer mehr abnimmt, an
neuere, immer obscurere (obscurium per obscurius) Postulate wie der
dunklen Energie, der dunklen Materie, um immer
vertraktere Eigenschaften des Universums "erklaeren" zu koennen, an
die Tatsache, dass die Naturgesetze, dass Myriaden von
Grundvorausetzungen, die unsere Existenz bedingen, bis auf hunderte
von Nachkommastellen genau eingestellt sind, sein müssen, etc
etc...Auch, dass die Physiker bzw. deren Interpreten seit fast einem
Jahrhundert erkenntnistheoretisch auf der Stelle treten - das alles
hat mir fast den Anschein, als ob jemand uns in ein Biotop, besser:
ein "Universotop" eingespielt, eingesperrt haette aehnlich wie in dem
Film: "Die Trumann-Show", wo der Protagonist die Grenzen seiner
kleinen Welt erforschen will und mit seinem Boot am Horizont in eine
Leinwand stoesst, auf die Sonne, Mond und Sterne projiziert sind, ups.
Geradeso, als ob irgendwer oder irgendwas verhindern wollte,
dass wir 'erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhaelt'.

Ich meine, da es uns bislang verwehrt war, diese Wahrnehmung an der
Grenze, also die Leinwand, zu durchbrechen, koennen wir auch nicht
sagen, wer wir sind, wo wir sind, was wir sind und wo alles seinen
Ursprung nimmt. Wir koennten behaupten, wir sind Avatare oder
Statisten, vielleicht nur Haustiere, Mikroben in einem Programm, einem
Automat, einem Spiel aehnlich den heutigen Computerspielen - wer kennt
nicht den Film „Matrix“ - und niemand kann uns das Gegenteil beweisen.


http://www.spiegel.de/spiegel/print...82758.html

Ich meine, wir koennen eine letzte Ursache fuer die Welt, also der
Tatsache, dass ueberhaupt etwas ist, und nicht nichts, noch nicht
einmal DENKEN bzw. vorstellen (es sei denn, wir sind in der Kirche).
Wenn indes erstmal die Grundlagen in diesem 'Spiel des Lebens' gelegt
sind, dann entwickelt es sich von alleine immer weiter.


Ich habe eine Frage.

Neben den oben genannten konkreten Beispielen: welche weiteren
Phaenomene am Rande unserer Existenz koennten uns Hinweise geben,
dass wir uns in einem nicht durch Zufall, sondern mit Absicht
generierten 'Universotop' befinden? Einem Universotop, dessen
'Konstrukteure' (vielleicht sind wir die sogar noch selbst ???) uns an
den Raendern der Erkenntnis immer neue, immer seltsamere Phaenomene
vorgaukeln, um uns dessen
wahre Natur zu verbergen? Indem die Voyager-Sonden irgendwann zum
Stillstand gebracht werden müssen, damit sie nicht die Grenzen der
Leinwand erreichen? Immerhin waeren ja auch in einem Computerspiel
Hinweise vorhanden, dass nicht alles 'echt' ist, was danach aussieht.
So sind auch dort, beispielsweise in einem Autorennen, aus Gruenden
der Oekonomie z.B. die fernen Berge am Horizont nicht mehr 'echt',
sondern nur noch Staffage, gemalte Leinwand, und koennte es einem
Mitspieler gluecken, sich dorthin zu verirren, wuerde die Logik seiner
Wahrnehmung radikal zusammenbrechen, indem er sich in einem mit seiner
gewohnten Welt nicht kompatiplen Gewirr von Pinselstrichen oder
Bildpixeln wiederfinden wuerde. Er wuerde dann behaupten, am Rande
seines Universums wuerden die normalen Naturgesetze seiner Renn- und
Autobahnen nicht mehr gelten, und eine Erklaerung fuer die unlogische,
unbegehbare 'Pinselwelt' wuerde man niemals finden koennen, obwohl
immer neue und abstrusere Theorien aufgestellt wuerden.

LG EJ
 

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#1 Stefan Sprungk
04/01/2010 - 12:15 | Warnen spam
Ekbert Joachim Lienhart schrieb:
Hi, und ein gutes Neues Jahr erstmal.

Wahrscheinlich mach' ich mich hier gleich mal unbeliebt, da ich weiss,
dass Physiker lieber 'zum Gewehr greifen' als sich auf entlegene
Privattheorien einzulassen. Trotzdem kann ich's nicht lassen, ein
wenig zu zündeln. Zudem bin ich auch noch blutiger Laie in Physik.



Ich bin auch Laie. Also passen wir zusammen. :-)

Wir leben doch in einem zwar grossen, aber dennoch geschlossenen
System, dem Universum.



Woher weißt Du das?

Logisch gesehen ist es doch wohl kaum möglich,
ein System von innen her vollstaendig zu beschreiben, so dass eine
sog. Weltformel schon vom Prinzip her zum Scheitern verurteilt sein
sollte:



Was stellst Du Dir unter der Weltformel vor? Für mich ist es lediglich
eine mathematísche Beschreibung die sàmtliche Kràfte unter einem
Thoeriedach vereinigt. Das Vereinigen begann mit James Clerk Maxwell,
der die magentischen und elektrischen Felder in einer Theorie vereinigt
hatte.

Wenn wir zum Beispiel einen Kreis um drei im Dreieck angeordnte Punkte
schlagen, kann nur von einem uebergeordneten System aus geurteilt
werden, dass dies ein Symbol für Blindheit sein soll.



Was will uns das sagen?

Mir kommt es seltsam vor, dass an den Grenzen unserer Wahrnehmung,
also im Allergroessten, Allerentferntesten und Allerkleinsten, unser
Verstaendnis und unsere Erkenntnisfaehigkeit samt Logik radikal
zusammenbricht.



Erlàuter mal ein oder zwei Beispiele.

Man denke an die Quantenphysik, die niemand versteht,#



Muss sie jemand verstehen? Reicht es nicht aus, wenn sie Naturvorgànge
hinreichend genau beschreibt? Ich nahme mal an, das Du auch viele
alltàglich erfahrbaren Dinge nicht verstehst. Mir geht es genauso.

an Phaenomene am Rande des Universums, wo ploetzlich die Naturgesetze
zu verschwimmen scheinen,



Das hat nichts mit dem Rand des Universums zu tun. Du spielst
wahrscheinlich auf Singularitàten an. Ganz besonders auf die sog.
nackten Singularitàten. Für sie existiert noch keine physikalische
Beschreibung, die man Quantengravitation nennen könnte. Vielleicht
existiert sie ja irgendwann mal. Dies sind aber auch nach meiner
laienhaften Kenntnis die einzigen Gebilde, für die das zutrifft.

wie zB die Lichtgeschwindigkeit in den
Quasaren, oder auch zB die Voyager-Sonden, deren Geschwindigkeit
unerklaerlicherweise immer mehr abnimmt, an



Hast Du eine Quelle?

neuere, immer obscurere (obscurium per obscurius) Postulate wie der
dunklen Energie, der dunklen Materie, um immer
vertraktere Eigenschaften des Universums "erklaeren" zu koennen, an
die Tatsache, dass die Naturgesetze, dass Myriaden von
Grundvorausetzungen, die unsere Existenz bedingen, bis auf hunderte
von Nachkommastellen genau eingestellt sind, sein müssen, etc
etc...Auch, dass die Physiker bzw. deren Interpreten seit fast einem
Jahrhundert erkenntnistheoretisch auf der Stelle treten -



Ist denn die Erkenntnistheorie ein physikalisches Fachgebiet?

das alles
hat mir fast den Anschein, als ob jemand uns in ein Biotop, besser:
ein "Universotop" eingespielt, eingesperrt haette aehnlich wie in dem
Film: "Die Trumann-Show", wo der Protagonist die Grenzen seiner
kleinen Welt erforschen will und mit seinem Boot am Horizont in eine
Leinwand stoesst, auf die Sonne, Mond und Sterne projiziert sind, ups.
Geradeso, als ob irgendwer oder irgendwas verhindern wollte,
dass wir 'erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhaelt'.



Das ist Hypothetisch. Vielleicht ist es aber auch einfach so, das wir
ohne geistige bzw. mathematische Werkzeuge nicht weiter kommen und wir
uns im Augenblick neue, geeignetere Werkzeuge erst schaffen müssen. Wenn
wir sie dann besitzen dürfte vieles wieder einfacher werden. Es wàhre
nicht das erste mal.

Ich meine, da es uns bislang verwehrt war, diese Wahrnehmung an der
Grenze, also die Leinwand, zu durchbrechen, koennen wir auch nicht
sagen, wer wir sind, wo wir sind, was wir sind und wo alles seinen
Ursprung nimmt. Wir koennten behaupten, wir sind Avatare oder
Statisten, vielleicht nur Haustiere, Mikroben in einem Programm, einem
Automat, einem Spiel aehnlich den heutigen Computerspielen - wer kennt
nicht den Film „Matrix“ - und niemand kann uns das Gegenteil beweisen.


http://www.spiegel.de/spiegel/print...82758.html

Ich meine, wir koennen eine letzte Ursache fuer die Welt, also der
Tatsache, dass ueberhaupt etwas ist, und nicht nichts, noch nicht
einmal DENKEN bzw. vorstellen (es sei denn, wir sind in der Kirche).
Wenn indes erstmal die Grundlagen in diesem 'Spiel des Lebens' gelegt
sind, dann entwickelt es sich von alleine immer weiter.



Das hat alles mit Physik wenig zu tun.


Ich habe eine Frage.

Neben den oben genannten konkreten Beispielen: welche weiteren
Phaenomene am Rande unserer Existenz koennten uns Hinweise geben,
dass wir uns in einem nicht durch Zufall, sondern mit Absicht
generierten 'Universotop' befinden? Einem Universotop, dessen
'Konstrukteure' (vielleicht sind wir die sogar noch selbst ???) uns an
den Raendern der Erkenntnis immer neue, immer seltsamere Phaenomene
vorgaukeln, um uns dessen
wahre Natur zu verbergen? Indem die Voyager-Sonden irgendwann zum
Stillstand gebracht werden müssen, damit sie nicht die Grenzen der
Leinwand erreichen? Immerhin waeren ja auch in einem Computerspiel
Hinweise vorhanden, dass nicht alles 'echt' ist, was danach aussieht.
So sind auch dort, beispielsweise in einem Autorennen, aus Gruenden
der Oekonomie z.B. die fernen Berge am Horizont nicht mehr 'echt',
sondern nur noch Staffage, gemalte Leinwand, und koennte es einem
Mitspieler gluecken, sich dorthin zu verirren, wuerde die Logik seiner
Wahrnehmung radikal zusammenbrechen, indem er sich in einem mit seiner
gewohnten Welt nicht kompatiplen Gewirr von Pinselstrichen oder
Bildpixeln wiederfinden wuerde. Er wuerde dann behaupten, am Rande
seines Universums wuerden die normalen Naturgesetze seiner Renn- und
Autobahnen nicht mehr gelten, und eine Erklaerung fuer die unlogische,
unbegehbare 'Pinselwelt' wuerde man niemals finden koennen, obwohl
immer neue und abstrusere Theorien aufgestellt wuerden.

LG EJ



Du gehst mit vorgefassten Meinungen an die Sache heran. Das versperrt
Die den Blick auf andere Möglichkeiten.

MFG Stefan

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