"Maxims of Signal Processing"

25/07/2010 - 09:35 von Rafael Deliano | Report spam
1. Everything is equivalent to everything else,
once you finally understand it.
2. If one technique is superior to another, it is due to
a longer integration time (more averaging).
3. Exciting new results are usually due to artifacts in
the processing.
4. With enough processing, it is no longer necessary to
have any input data.
5. Scale factors are never right on the first try.

Stammt wohl aus der Dissertation von Julius O. Smith III,
Stanford 1983. Auch làngere Zeit auf seiner
homepage dort. Aber jetzt wohl nichtmehr, da solche
Einsichten in Matlab-Engineering nicht karrierefördernd
sind.

IEEE hat làngliche Interviews über Leben und Werk bekannter
DSPler, teilweise auch aus Europa/Japan:
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Hans_Wilhelm_Schuessler
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Alfred_Fettweis
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Maurice_Bellanger
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Fumitada_Itakura

Vereinzelt auch aus Industrie:
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Stanley_A._White

Aber die meisten sind natürlich Bell Labs / Hochschulen:
http://www.ieeeghn.org/wikitest/ind...al-History:Lawrence_Rabiner
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Ben_Gold
http://www.ieeeghn.org/wiki/index.php/Oral-History:Charles_Rader

MfG JRD
 

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#1 David Kastrup
25/07/2010 - 10:42 | Warnen spam
Rafael Deliano writes:

1. Everything is equivalent to everything else,
once you finally understand it.
2. If one technique is superior to another, it is due to
a longer integration time (more averaging).
3. Exciting new results are usually due to artifacts in
the processing.
4. With enough processing, it is no longer necessary to
have any input data.
5. Scale factors are never right on the first try.

Stammt wohl aus der Dissertation von Julius O. Smith III,
Stanford 1983. Auch làngere Zeit auf seiner
homepage dort. Aber jetzt wohl nichtmehr, da solche
Einsichten in Matlab-Engineering nicht karrierefördernd
sind.



Bin gerade dabei, etwas im Bereich Frequenzanalyse aufzubauen. Punkt 1
schlàgt zu: da das Design eines IIR zweiten Grades für meine
Resonanzfilter etwas kompliziert ist, nutze ich stattdessen eine
kontinuierliche DFT mit exponentiell fallendem Fenster und gleitendem
Nullpunkt. Das ist dann komplex, aber nicht kompliziert. Ist aber ein
letztlich doch ein IIR zweiten Grades. Wie es generell auch in der
Theorie die Dinge meist drastisch vereinfacht, einen analytischen
Imaginàrteil am Anfang der Rechnung dazuzunehmen und am Ende wieder
wegzuwerfen.

Punkt 2 auch, etwas diffiziler: statt "longer integration time" zàhlt
eher "longer effective integration time". Mit exponentiell fallenden
Fenstern sind meine Integrationszeiten ja prinzipiell unendlich; wichtig
ist aber, wieviel ein Sample maximal beitragen kann. Kann sein, daß ich
letztlich doch mit anderen Fenstern arbeiten muß. Wird man sehen.

Mein Diplom zum Thema Störgeràuschreduktion habe ich 1995 gemacht und
seitdem in dem Bereich nichts mehr. Also habe ich mich erst einmal
wieder über den Stand der Technik informieren müssen, aktuelle Paper
lesen etc etc. Mein Erklàrungsnotstand wegen meines Kenntnisrückstands
ging dann zurück, nachdem ich feststellte, daß die Forschung in diesem
Bereich seitdem auch nichts mehr gemacht hat außer dieselben Paper zu
produzieren. Und zwar teilweise nach Jahrzehnten immer noch ohne
geschlossene Lösungen, obwohl da zumindest irgendwelche Terme
hypergeometrischen Funktionen herauskommen sollten. Da muß man dann
halt als E-Techniker mal die Wichsvorlage an Mathematiker weiterreichen,
die dann daraus etwas kochen, was wiederum die Numeriker zu etwas
weiterkochen, was schnell zu berechnen ist. Klar, man kann da auch
iterativ/statistisch irgendwelche Lookuptabellen mit ausreichender
Genauigkeit in ein paar Tagen Rechenzeit bestimmen, die allemal genauer
als die Modellbildung sind. Aber Herrschaftszeiten: wenn man in
dutzenden von Jahren sonst nichts zu tun hat, obwohl man dafür bezahlt
wird, kann man wenigstens _irgendeinen_ Erkenntnisfortschritt, egal wie
nebensàchlich, betreiben.

Jetzt kann ich auf die potentielle Frage "warum soll ich denn nicht
statt Ihnen jemandem mit aktuellem Wissensstand einstellen" ruhig mit
"Weil ich wenigstens weiß, daß ich in den letzten 15 Jahren nichts in
diesem Bereich getan habe" antworten.

David Kastrup

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